KW 51: Auch IT-Sicherheitsgesetz 2.0 erntet heftige Kritik, EU-Projekt soll neues System maschinellen Lernens entwickeln, Sicherheitsexperten entdecken gravierende Schwachstellen in IoT-Systemen

NACHRICHTEN

Auch IT-Sicherheitsgesetz 2.0 erntet heftige Kritik: Das Bundesinnenministerium plant, das Kabinett noch in dieser Woche über die seit Jahren umstrittene Novelle des IT-Sicherheitsgesetzes abstimmen zu lassen. Am vergangenen Mittwoch wurde der mittlerweile vierte Entwurf unter dem Titel „Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Erhöhung der Sicherheit informationstechnischer Systeme“ an Branchenvertreter geschickt. Zusammen mit der Bitte, diesen binnen 24 Stunden zu kommentieren. Die AG Kritis, eine unabhängige Arbeitsgemeinschaft aus IT-Fachleuten, übte scharfe Kritik an der kurzen Frist. Es sei überdeutlich, dass es nicht wirklich um eine Beteiligung der Zivilgesellschaft geht, sondern um ein Durchwinken, so die Experten. Auch die Opposition im Bundestag erhob gleichlautend Vorwürfe. Mit dem IT-Sicherheitsgesetz will der Bund auch Unternehmen und Verbraucher am Schutz der digitalen Infrastruktur in Deutschland beteiligen.
heise.de

EU-Projekt soll neues System maschinellen Lernens entwickeln: Die Europäische Kommission finanziert die Entwicklung einer selbstlernenden Plattform, mit deren Hilfe die Soft- und Hardware von autonomen Fahrzeugen und Smart Homes leistungsfähiger, robuster und energiesparender werden sollen. Koordiniert wird das Projekt mit dem Titel VEDLIot, ein Akronym für „Very Efficient Deep Learning in IoT“, vom Forschungsinstitut für Kognition und Robotik der Universität Bielefeld. Dadurch will die EU-Kommission das Problem der immer noch sehr hohen benötigten Rechenleistung von IoT-Systemen angehen. Dafür werden Gelder in Höhe von 8 Millionen Euro bereitgestellt.
industry-of-things.de

Sicherheitsexperten entdecken gravierende Schwachstellen in IoT-Systemen: Forscher des kalifornischen Sicherheitsunternehmens Forescout haben eine Reihe von 33 Sicherheitslücken in vernetzen Industrie-Steueranlagen, Medizingeräten und anderen verbundenen Geräten aufgespürt. Den Experten zufolge seien Organisationen und Unternehmen weltweit betroffen. Unter dem Namen „Amnesia:33“ sind potenzielle Schwachstellen aufgeführt, die ausgenutzt werden könnten, um die volle Kontrolle über ein Zielgerät zu übernehmen, seine Funktionalität zu beeinträchtigen, Daten zu stehlen oder potenziell bösartige DNS-Einträge einzufügen. Der Fall erinnert an eine im vergangenen Sommer unter dem Namen Ripple20 bekannt gewordene Sicherheitslücke im IoT.
cio.de

Deutschland verliert bei 4. Industrieller Revolution an Boden: Zwar ist Deutschland weiter das europäische Land, welches am meisten Patente im Bereich der vierten industriellen Revolution (4IR) anmeldet, im internationalen Vergleich fällt man aber zurück. Das ergab eine Studie des Europäischen Patentamtes (EPA), die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Im rasant wachsenden Technologiefeld Internet der Dinge, Big Data, künstliche Intelligenz und 5G stammten im Jahr 2018 2.051 von 40.000 Patenten weltweit aus der Bundesrepublik. Damit liegt man auf Platz fünf hinter den USA, Japan, China und Südkorea.
heise.de

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ETL – Deutschlands führende Steuerberatungsgruppe mit Tipps zum Jahreswechsel: Ein turbulentes Jahr voller Herausforderungen geht zu Ende. Und egal ob Unternehmer, Selbstständige, Arbeitnehmer oder Familien – im neuen Jahr erwarten Sie zahlreiche steuerrechtliche Änderungen. Ob Soli-Wegfall, Wiedereinführung der degressiven AfA, Regelungen zum Investitionsabzugsbetrag oder Steuerrechtliche Fragen im Zusammenhang mit Corona-Hilfen und Home-Office: Mit den Ratschlägen der ETL umgehen Sie potenzielle Fallstricke und lernen Möglichkeiten kennen, zu einem zumindest in steuerlicher Hinsicht versöhnlichen Jahresausklang zu finden. youtube.com

Indien: Einführung eines satellitengestützten IoT-Gerätedienstes bekannt gegeben economictimes.indiatimes.com
Gesundheitswesen: Vorteile und Gefahren von IoT-Systemen im klinischen Netzwerk security-insider.de
IdD-Lösung: IDEMIA und Kudelski IoT stellen IoT-Safe vor basic-tutorials.de
2021: Das sind die IoT-Trends im kommenden Jahr iottechnews.com

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Wolfgang Kubicki trifft Deniz Yücel: Der Wert der Freiheit im Jahr 2020
LIVE vom Gendarmenmarkt‘ aus dem SKPlab von S-Kreditpartner

In Zeiten von Corona werden wesentliche Freiheiten infrage gestellt:
Was passiert mit unseren Freiheitsrechten in Zeiten einer Pandemie? In welchem Verhältnis stehen Sicherheit und Freiheit? Wieviel Freiheit genießt der gesellschaftliche Diskurs? Und wie kann eine offene und respektvolle Diskussion im Sinne unserer Demokratie stattfinden?

Wir freuen uns am Dienstag, 15. Dezember, ab 19 Uhr mit Wolfgang Kubicki und Deniz Yücel diskutieren zu können. Das Gespräch wird live aus dem SKPlab gestreamt. Ihre Fragen können Sie digital während des Events stellen.

skplab.de

ZAHL DER WOCHE

Laut einer Prognose von Juniper Research wird die weltweite Anzahl industrieller IoT-Verbindungen von 17,7 Milliarden im Jahr 2020 auf 36,8 Milliarden im Jahr 2025 steigen – was einen enorm anwachsenden Datenverkehr bedeuten würde.
ip-insider.de

HINTERGRUND

Das Potenzial von Edge Computing beim Verarbeiten großer Datenmengen: Die zunehmende Verbreitung und Inklusive von smarten Geräten ins Internet of Things wird zu einer rasant wachsenden Menge an Daten führen. Was verschärfte Probleme bei der Echtzeitverarbeitung dieser Daten nach sich zieht. Kann die gewonnen Datenmenge nicht sinnvoll und zeitsparend verarbeitet werden, droht der Sinn von IoT-Systemen für Unternehmen verloren zu gehen. An dieser Stelle setzen Edge-Computing-Geräte an, deren Anschaffung für Unternehmen eine sinnvolle Investition sein kann – insbesondere in den Bereichen Datenverwaltung, bei zeitnahen Analysen und Maschinenlernprozessen. Edge Computing beschreibt die Fähigkeit eines IoT-Systems, „an seinen Rändern“, also lokal statt nur zentral intelligent zu sein. Können Daten von „Mini-Rechenzentren“ lokal gesammelt und berechnet und auf dieser Grundlage selbstständig Entscheidungen getroffen werden, lassen sich enorme Zeit- und Kosteneinsparungen gewinnen.
industry-of-things.de

Wohnen im digitalen Zeitalter – eine kritische Untersuchung: Der Heise-Autor Florian Rötzer hat in seinem im Westend-Verlag erschienenen Buch „Sein und Wohnen“ eine an der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule orientierte Untersuchung der Bedeutung und Funktion des Wohnortes in der menschlichen Geschichte vorgenommen. Dabei kommt er zu dem Schluss, dass die digitalen Möglichkeiten und Versprechungen in modernen Smart-Home eben nicht zu mehr Freiheiten und führen, sondern die eigenen vier Wände vielmehr vom privaten Rückzugsort in einen von Maschinen überwachten und das Verhalten kontrollierenden Raum verwandeln. Über KI, so die kulturpessimistische Betrachtung Rötzers, würden sich Smart-Home und Smart-Cities zu umfassenden digitalen Gefängnissen verwandeln. Wobei im Gegensatz zu realen Gefängnissen die Bewohner in ihren privaten Räumen aktiv die Abschottung nach außen suchen und dennoch mit jedem smarten Gerät von jedem Ort der Welt aus potenziell steuerbar, einsehbar und hackbar wären. So zerstöre das moderne Wohnen zwar die Illusion von Privatheit früherer Zeiten, nicht aber das Abwehrbedürfnis der Bewohner gegenüber der Nahumgebung.
heise.de

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PROJEKT DER WOCHE

Start-up aus Bayreuth ist „IoT-Weltmeister“: Das Bayreuther Start-up „inContAlert“ hat den „IoT Innovation World Cup“ gewonnen. Die von den Gründern Jannik Lockl und Tristan Zürl entwickelte App kommt im Medizinbereich zur Anwendung. Sie soll mittels eines integrierten Sensors den Füllstand der Blase Harn in Echtzeit messen und an den Nutzer senden. Somit können Menschen mit Inkontinenz beim rechtzeitigen Aufsuchen der Toilette unterstützt werden. Darüber hinaus kann ein solches „Frühwarnsystem“ gravierende gesundheitliche Nierenschäden vermeiden helfen, die durch zu volle Blasen entstehen können. Schon in den vergangenen Jahren hat sich das Start-up mit der App „inContAlert“ renommierte Preise gesichert.
infranken.de

ZITAT

„Eine so kurze Frist ist der ministerielle Mittelfinger ins Gesicht der Zivilgesellschaft!“
Experten der AG Kritis üben scharfe Kritik an der Aufforderung des Innenministeriums, den Entwurf zum IT-Sicherheitsgesetz 2.0 trotz erheblicher inhaltlicher Änderungen im Vergleich zur Vorversion binnen 24 Stunden zu kommentieren.
heise.de

INTERRUPTED

Der Hacker unterm Weihnachtsbaum: Auch in diesem Jahr werden tausende IoT-fähige smarte Technologieprodukte unter den Weihnachtsbäumen der Deutschen liegen. Grund genug für die Sicherheitsanalyse-Plattform „IoT-Inspektor“, ausgewählte Produkte genau unter die Lupe zu nehmen. Dafür wurde ein fiktiver Geschenkkorb mit sechs Produkten renommierter Hersteller untersucht, darunter Drohnen, Smart-Speaker und Haustier-Überwachungskameras. Mit erschreckendem Ergebnis – so seien auch bei namhafter Ware gravierende Sicherheitslücken festgestellt worden. „Jedes dieser Produkte verfügt über Hunderte von Schwachstellen, die Angreifern im schlimmsten Fall Zugang zu den Geräten ermöglichen“, heißt es im Fazit der Untersuchung. Oft seien „nicht einmal grundlegende Sicherheitsmaßnahmen eingehalten“ worden, so die Untersucher.
datensicherheit.de

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