KW 15: Regierung plant millionenschwere Förderung des 6G-Ausbaus, Vodafone beendet „Mogel-5G“, USA verbieten weitere chinesische IoT-Hersteller

NACHRICHTEN

Regierung plant millionenschwere Förderung des 6G-Ausbaus: Forschungsministerin Anja Karliczek hat in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ Fördergelder in Höhe von 700 Millionen Euro für das Mobilfunknetz der nächsten Generation in Aussicht gestellt. Das Geld soll dazu beitragen, dass der 6G Mobilfunkstandard seinen Vorläufer 5G bereits 2030 ablösen kann. Mit ihm könnten Daten mehr als 100 Mal schneller übertragen werden als mit 5G. Das biete zahlreichen Branchen enorme Vorteile, von der Industrie über die Landwirtschaft bis zur Medizin, sagte Karliczek. Die Fördersumme von mehreren hundert Millionen Euro sei auch nötig, um langfristig die technologische Souveränität Deutschlands und Europas zu stärken.
handelsblatt.com

Vodafone beendet „Mogel-5G“: Der breit beworbene 5G Mobilfunkstandard ist in Deutschland derzeit noch mehr Schein als Sein. Denn noch greifen die drei großen 5G Anbieter Vodafone, Telekom und Telefónica noch auf die Infrastruktur des LTE-Vorgängernetzes zurück. Viele Kunden spüren daher kaum einen Unterschied bei der Übertragungsgeschwindigkeit. Das ändert der britische Telekommunikationsanbieter Vodafone jetzt. Wie das Unternehmen am Montag bekannt gab, schaltet es zum Start 1.000 Mobilfunkantennen mit dem neuen Netz 5G Standalone frei. Laut Vodafone-Technikchef Gerhard Mack erreiche man nun Antwortzeiten im Netz „so schnell wie das menschliche Nervensystem“.
welt.de

USA verbieten weitere chinesische IoT-Hersteller: Der nach wie vor schwelende Handelskrieg zwischen den USA und China fordert neue Opfer. Nach der Verbannung von Huawei und ZTE haben die USA nun drei weitere chinesische Elektronikhersteller für die Anwendung in US-Behörden verboten. Dies betrifft die Unternehmen Hytera, Hikvision und Dahua, die als OEM-Hersteller auch für bekannte Unternehmen arbeiten, deren Produkte in großer Stückzahl auch in Deutschland und Europa zum Einsatz kommen. Grund für den Bann sei die durch die Unternehmen dargestellte Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten. Laut Rainer Richter, Geschäftsführer von IoT Inspect, sollten deutsche Unternehmen die Maßnahme als „Warnschuss“ verstehen, schließlich sei jede dieser Einrichtungen in einem IT-Netzwerk eingebunden, welches als trojanisches Pferd missbraucht werden könne.
industry-of-things.de

Microsoft übernimmt Sprachsoftware-Spezialisten Nuance: Für 19,7 Milliarden US-Dollar hat Microsoft den Hersteller von Sprachsoftware Nuance übernommen. Das berichteten übereinstimmend mehrere Medien. Die Übernahme des Sprachtechnologiespezialisten ist der zweitgrößte Kauf in der Geschichte des Software-Giganten. Nur die etwa 24 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Jobnetzwerkes LinkedIn im Jahr 2016 war teurer. Die beiden Unternehmen kooperieren seit Jahren in den Bereichen Spracherkennung und Gesundheitsversorgung. Gemeinsam wollen sie die Verbreitung von Ambient Clinical Intelligence (ACI)-Technologien beschleunigen.
golem.de

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Continental: Zulieferer stattet Nutzfahrzeughersteller mit 5G V2X-Telematikplattform aus verkehrsrundschau.de
Industrie 4.0: Bosch-Geschäftsführer Najork zieht nach zehn Jahren Bilanz wiwo.de
Telekom: Limitierter IoT-Einsteiger-Tarif für KMU und Start-ups onlinekosten.de
Kritik: IoT macht Autos smarter, aber nicht umweltfreundlicher derstandard.at

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Berlin Bubble: Was bewegt Berlin-Mitte? In unserem wöchentlichen Podcast „Berlin Bubble“ diskutieren Matthias Bannas, Egon Huschitt und Stefan Mauer, was im politischen Berlin auf der Agenda steht. info-fm.de

ZAHL DER WOCHE

Mit 130 Millionen Tonnen Kohlendioxidemissionen allein aus dem eigenen Bitcoin-Markt wird die chinesische Kryptowährungsindustrie schon 2024 die klimaschädlichen Emissionen von Ländern wie Spanien oder Tschechien übertreffen, so eine Studie Pekinger Forscher.
faz.net

HINTERGRUND

Hannover Messe erstmals digital gestartet: Am Montag eröffnete Wirtschaftsminister Peter Altmaier die Hannover Messe unter dem Leitthema „Industrial Transformation“. Die Messe, bei der Aussteller aus der Industrie Technologien und Ideen für die Fabriken, Energiesysteme und Lieferketten der Zukunft vorführen, findet in diesem Jahr zum ersten Mal rein digital statt. Im vergangenen Jahr war sie wegen des Corona-Virus noch vollständig abgesagt worden. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen steht dabei das Thema Energieeffizienz und Technologien gegen den Klimawandel. Doch auch IoT-Innovationen werden einen zentralen Platz einnehmen. Auf der Messe, die noch bis Freitag online zu besuchen ist, werden über 1800 Aussteller ihre Produkte präsentieren.
dw.com

Chinesische Technologiemetropole Shenzhen mit mehr 5G Stationen als ganz Europa: In welchem Maße die Volksrepublik China dabei ist, Europa in Sachen Fortschrittstechnologien den Rang abzulaufen, lässt sich womöglich am deutlichsten an dieser Statistik ablesen: Die Millionenmetropole Shenzhen, explizit als Technologiezentrum konzipiert, besitzt heute mehr als 46.000 Basisstationen für den neuen Mobilfunkstandard 5G. Es ist das größte 5G Netz der Welt. Zum Vergleich: In Deutschland existieren nur einige hundert Stationen, die auf den vollwertigen 5G Standalone Mobilfunk setzen. Global Player wie Huawei und Tencent, die ganz in der Nähe Shenzhens ihren Firmensitz haben, profitieren enorm von bis zu 100-mal höherer Geschwindigkeit als bei der Vorgängergeneration 4G.
handelsblatt.com

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Safety and Security: Hunderte Millionen Facebook-Nutzerdaten frei im Netz, Hamburgs Datenschutzbeauftragter kritisiert Luca-App, Ransomware-Erpresser fordern immer mehr Lösegeld safety-security-ticker.net
Smartlife: Casio bringt die G-Shock als Smartwatch raus, Google Wifi weicht Google Home, Spotify startet Sprachassistenten smartlife-ticker.net
AI: NRW fördert KI-Forschende, Regionales Kompetenzzentrum KARL startet in Karlsruhe, HAW Hamburg forscht zu immer mehr Einsatzbereichen von KI ai-ticker.net
Blockchain: Signal integriert Bezahlfunktion auf Blockchain-Basis, Marktwert aller Kryptowährungen knackt Zwei-Billionen-Dollar-Marke, JP Morgan erhöht langfristiges Bitcoin-Kursziel auf 130.000 Dollar blockchain-ticker.net

PROJEKT DER WOCHE

Produktionsprozesse per Mitarbeiter-Smartwatch verbessern: Die Optimierung der Produktionsprozesse ist einer der treibenden Hoffnungen hinter dem Internet der Dinge. Das Münchener Start-up Workerbase verspricht eine innovative Lösung. Laut den Gründern gehe es beim IoT viel zu oft um Maschinen, Kommunikation und der Auswertung von Daten, während die Mitarbeiter hinten anfallen. Um die Belegschaft effektiver in die eigenen Arbeitsprozesse einzubinden, haben die Münchener eine Plattform entwickelt, die zur Steuerung der Produktion in Echtzeit beitragen soll. Die Software läuft dabei auf Mitarbeiter-Smartwatches und kann so jederzeit eingesetzt werden.
handelsblatt.com

ZITAT

„6G wird die mobile Datentechnologie der Zukunft sein und unsere Kommunikation im nächsten Jahrzehnt revolutionieren“
Bildungsministerin Anja Karliczek im Interview mit dem „Handelsblatt“ über den mit 700 Millionen Euro geförderten neuen Mobilfunkstandard 6G.
handelsblatt.com

INTERRUPTED

Start des Vodafone 5G Standalone bringt Nutzern langsameres Internet: 5G wird die Übertragungsraten im Internet erheblich beschleunigen. Das ist das zentrale Versprechen des neuen Mobilfunkstandards. Das Kunden davon in Deutschland noch nicht so viel mitbekommen haben liegt daran, dass die großen Anbieter bislang hauptsächlich noch auf die Infrastruktur des LTE-Vorgängernetzes zurückgreifen. Am Montag verkündete Vodafone nun den Start des 5g Standalone-Standards im Live-Netz von Vodafone Deutschland. Allerdings, so der Konzern, gehe das erst einmal mit einen Rückgang bei der Datenübertragungsrate einher. Wurden bislang Übertragungsraten von 1 GBit/s und mehr aggregiert, sind es nun 600 bis 700 MBit/s. Und auch für Sprachtelefonie müssten Kunden weiterhin das 5G Netz verlassen und auf 4G zurückgreifen.
golem.de

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