KW 11: USA erklären fünf chinesische Telekom-Anbieter zu Bedrohung für nationale Sicherheit, Interpol: Cyberkriminalität wird zur „Parallel-Pandemie“, SpaceX will Starlink-Zugänge für Fahrzeuge und Schiffe

NACHRICHTEN

USA erklären fünf chinesische Telekom-Anbieter zu Bedrohung für nationale Sicherheit: Auch unter US-Präsident Joe Biden scheint sich der eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und dem aufstrebenden Rivalen China fortzusetzen. In der vergangenen Woche erklärte die US-Telekommunikationsaufsicht fünf chinesische Unternehmen zur Bedrohung für Amerika, darunter den Marktführer für 5G, Huawei, sowie den Telekommunikationsausrüster ZTE. Des Weiteren sind die Firmen Hytera Communications sowie Hangzhou Hikvision Digital Technology und Dahua Technology betroffen, denen alle eine unzulässige Nähe zur Staatsführung in Peking vorgeworfen wird. Laut der US-Behörde seien von der Erklärung Telekommunikationsprodukte und -dienstleistungen betroffen, die von den Unternehmen angeboten werden, die „ein inakzeptables Risiko für die nationale Sicherheit der USA oder die Sicherheit von US-Bürgern“ darstellten.
scmp.com

Interpol: Cyberkriminalität wird zur „Parallel-Pandemie“: In der Corona-Pandemie nehmen Cyberangriffe und Hackerattacken weltweit in besorgniserregendem Ausmaß zu. Das ist der Befund von internationalen Sicherheitsbehörden wie Interpol. Für den deutschen Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock ist deshalb eine bessere Kooperation zwischen Unternehmen und Sicherheitsbehörden unabdingbar, um den zahlreichen Bedrohungen Herr zu werden. Die steigende Anzahl von Cyberangriffen verlaufe dabei parallel zur Corona-Pandemie. Schon im März habe es daher eine große koordinierte Interpol-Aktion gegen den Vertrieb gefälschter Medikamente gegeben – laut Stock nur der Auftakt für eine Reihe von Anstrengungen. In diesem Jahr sei besonders der Zugang zu Informationen und Daten über Impfstoffe „flüssiges Gold“ für Kriminelle.
wiwo.de

SpaceX will Starlink-Zugänge für Fahrzeuge und Schiffe: Das vom US-Raumfahrtunternehmen SpaceX betriebene Satellitennetzwerk Starlink hat einen Antrag auf eine Blankolizenz für den Betrieb von Earth Stations in Motion (ESIM) bei der US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) eingereicht. Die ESIM, also Satelliteninternet-Terminals für mobile Anwendungen, sollen künftig in Flugzeugen, Schiffen, großen Lastwagen und Wohnmobilen eingesetzt werden. Zudem sollen die ESIM nicht nur auf allen in den USA registrierten Flugzeugen zugelassen werden, sondern auch auf Maschinen ausländischer Fluggesellschaften, die im US-Luftraum unterwegs sind sowie Schiffen, die in internationalen Gewässern fahren. Über das Satellitennetzwerk Starlink soll schnelles Internet überall auf der Erde verfügbar werden.
golem.de

Nachfrage nach Cloud-Experten steigt rasant: Im vierten Quartal des Jahres 2020 wurden in Deutschland erstmals wieder mehr Digitalexperten per Stellenausschreibung gesucht als vor der Pandemie. Das ergeben Zahlen des vom „Handelsblatt“ herausgegebenen Job-Monitors, bei dem von der Berliner Index-Gruppe alle bei gedruckten Medien, Websites und Online-Stellenbörsen inserierten Stellenanzeigen geprüft werden. Demnach sind besonders Experten für Cloud-Computing heiß begehrt. Ursache für die gestiegene Nachfrage nach Fachkräften dürfte sowohl die steigende Verbreitung von „Multi-Cloud“- und „Hybrid-Cloud“-Modellen als auch Fortschritte bei der europäischen Cloud-Initiative „Gaia-X“ sein.
handelsblatt.com

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade, wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Elektroautos: Wieso IoT zur Schlüsseltechnologie der E-Mobilität aufgestiegen ist elektroauto-news.net
Veranstaltung: „Hackathon Handwerk“ zeigt, wie Handwerksbetriebe Sensoren gewinnbringend nutzen können deutsche-handwerks-zeitung.de
Testphase: Satelliten-Internet Starlink startet Betaprogramm in Deutschland sueddeutsche.de
Kooperation: Vodafone-Funkturmtochter Vantage Towers und Thüringen wollen gemeinsam Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur im Freistaat vorantreiben inside-digital.de
Überholmanöver: China will USA bei „Grenztechnologien“ überflügeln heise.de

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Berlin Bubble: Was bewegt Berlin-Mitte? In unserem wöchentlichen Podcast „Berlin Bubble“ diskutieren Matthias Bannas, Egon Huschitt und Stefan Mauer, was im politischen Berlin auf der Agenda steht. info-fm.de

ZAHL DER WOCHE

Laut einer Umfrage des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. und Deloitte unter rund 2.000 deutschen Verbrauchern haben 70 Prozent erklärt, bereits mindestens ein IoT-Endgerät zu nutzen.
it-daily.net

HINTERGRUND

Ruhrpott wird zum Tech-Standort: Lange Zeit galt der Ruhrpott, einst Hochburg der Industrie und des Bergbaus, als Verlierer des Strukturwandels. Heimlich, still und leise hat sich die Region aber zum Tech-Standort entwickelt. Nahe der Stadt Bochum entstand jetzt ein Zentrum für Cyber-Sicherheit, dass etablierte Unternehmen, Startups und Forschungsinstitute anlockt. Eines der Startups, die sich am Standort gegründet haben, ist das auf IoT-Security spezialisierte Unternehmen Physec. Seine Wurzeln liegen beim in Bochum ansässigen Horst-Görtz Institut, der größten Ausbildungsstätte für IT-Sicherheitskräfte in Europa. Heute gilt das Institut als Sprungbrett in die Selbstständigkeit und hat bereits mehrere Neugründungen hervorgebracht, die später von Google, Bosch oder dem TÜV Rheinland übernommen wurden.
dw.com

So wird das IoT zum Einfallstor für Kriminelle: Trotz allgegenwärtiger Warnungen vor Sicherheitsrisiken durch das mangelhafte Integrieren von Geräten ins Internet der Dinge sorgen viele Nutzer immer wieder für traumhafte Bedingungen für Cyberkriminelle. Neben schlechter Konfiguration einzelner Geräte ist vor allem das leidige Thema Passwortsicherheit ein akutes Sicherheitsrisiko. Oft verändern Nutzer das voreingestellte Admin-Passwort des übers Internet erreichbaren IoT-Endgeräts nicht oder ersetzen es durch einen einfach zu erratenden Code. Solche Lücken wurden und werden gnadenlos ausgenutzt und können nicht nur für hohe finanzielle Schäden sorgen, sondern im Extremfall auch Menschenleben gefährden. Zudem kommen viele IoT-Komponenten vom Hersteller bereits mit löchriger Firmware auf den Markt. Umso gravierender, dass viele IoT-Nutzer selten oder nie Sicherheitsupdates vollziehen und das Eindringen von Schädlingen so enorm erleichtern.
heise.de

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Safety and Security: Microsoft Exchange Hack, EU-Arzneimittelbehörde im Visier vermeintlich russischer Hacker, Reformiertes Jugendschutzgesetz safety-security-ticker.net
Smartlife: Smart Home setzt sich in Deutschland nicht so schnell durch, Huawei-Flagshipstore in Berlin eröffnet, Gericht in NRW stoppt Smartmeter-Zwangs-Rollout smartlife-ticker.net
AI: China will USA bei „Grenztechnologien“ überholen, Ministerien in Deutschland lassen Millionen an KI-Fördergeldern liegen, Bosch setzt KI-System in Fertigung ein ai-ticker.net
Blockchain: IBM und Ubirch entwickeln digitalen Covid-Impfpass, Christie’s versteigert Kryptokunst, Mehr Krypto-Handel an der Frankfurter Börse geplant blockchain-ticker.net

PROJEKT DER WOCHE

IoT-Projekt will CO2-Emissionen von schottischen Gebäuden reduzieren: Der potenzielle Nutzen von IoT-Technologie für den Klimawandel wird von Befürwortern des Internets der Dinge seit Langem betont. Ein Projekt in den schottischen Highlands stellt dies nun praktisch unter Beweis. So kündigte Schottlands führender IoT-Dienstleistungs- und Lösungsanbieter, North, an, im Verwaltungsbezirk intelligente IoT-Sensoren zu nutzen, um bei Gebäuden Daten über das verbrauchte CO2-Gehalt, Temperatur und Luftfeuchtigkeit, Belüftung, Stromverbrauch und Lichtpegel zu sammeln. Die Informationen sollen auf einer vom Unternehmen eigens eingerichteten Plattform bereitgestellt werden und der lokalen Politik dabei helfen, Kosten und Kohlenstoffemissionen zu reduzieren.
pressandjournal.co.uk

ZITAT

„Cyberkriminalität hat sich zur Parallel-Pandemie entwickelt. Niemals zuvor in meiner Polizeikarriere habe ich eine solch dynamische Situation erlebt: Eine Welle Covid-19-spezifischer Straftaten folgt dem Virus um die Welt.“
Interpol-Chef Jürgen Stock warnt vor einer Zunahme der Cyberkriminalität während der Coronakrise. Besonders das Internet der Dinge würde „nie dagewesene Tatgelegenheiten für sich weiter professionalisierende und spezialisierende Täter“ schaffen, so Stock in einem Gastbeitrag in der „Wirtschaftswoche“.
wiwo.de

INTERRUPTED

Smartes Sexspielzeug im IoT wird zur Sicherheitsfalle: Nicht zufällig häuften sich vor allem seit dem Ausbruch des Corona-Virus die Pannenmeldungen bei smartem Sexspielzeug. Einerseits wächst der Markt kontinuierlich und hat durch die Pandemie, die viele Bürger zum Verweilen in den eigenen vier Wänden zwingt, einen weiteren Auftrieb erfahren. Andererseits lassen sich immer mehr Tools mit dem Internet der Dinge vernetzen. Dadurch steigt die Zahl potenziell sensibler Daten, die von Angreifern für Erpressungsversuche genutzt werden können. Aber nicht nur das: Wie ein Fall Ende vergangenen Jahres zeigt, können Angreifer auch die Kontrolle über einzelne Geräte übernehmen. Eine Studie des Unternehmens für Sicherheitssoftware ESET hat sich nun schwerpunktmäßig mit zwei Gefahren von „intelligentem“ Sexspielzeug beschäftigt: Der Bluetooth-Verbindung und der Fernsteuerung-Funktion.
welivesecurity.com

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