KW5: LoRa-Technologie ebnet den Weg zur Smart City, Deutschland hinkt bei IoT- und KI-Nutzung hinterher, Japanische Behörde soll IoT-Geräte hacken

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NACHRICHTEN

LoRa-Technologie ebnet den Weg zur Smart City: Die Verstädterung der Welt nimmt stetig zu. In den USA leben mittlerweile rund 82 % der Bevölkerung in Städten. Das Internet der Dinge hält viele Einsatzmöglichkeiten bereit, die versprechen, das urbane Leben effizienter, angenehmer, einfacher oder kostengünstiger zu gestalten. Laut einer aktuellen Studie können Smart Cities mithilfe der neuen Technologien bis 2022 bis zu 5 Billionen US-Dollar Kosten einsparen. Eine der Technologien, die in der Smart City zur Anwendung kommen kann, ist LoRa. LoRa steht für Long Range Radio (Langstreckenfunk) und wurde von Semtech entwickelt. Mit Halbleiter-ICs wird drahtlose Datenkommunikation über lange Strecken mit sehr wenig Energieverbrauch möglich. Laufzeiten von bis zu 20 Jahren ohne Batteriewechsel werden so denkbar. Das reduziert den Wartungsaufwand enorm. Im Gegensatz zu 4G oder 5G arbeiten LoRa-Netzwerke in einem nicht lizenzierten Spektrum, was eine bidirektionale Kommunikation ermöglicht, ohne staatliche Regulierungs- und Auktionskosten. Städte können Daten von Tausenden von vernetzten Geräten und Systemen auf rationelle Weise sammeln und analysieren. LoRa kommt bereits an den rund 67.000 Straßenlaternen Bostons zum Einsatz.
elektronikpraxis.vogel.de

Deutschland hinkt bei IoT- und KI-Nutzung hinterher: Laut der Global CIO Studie von Logicalis, für die rund 840 CIOs zur Nutzung neuer Technologien und deren Umsetzung befragt wurden, hinkt Deutschland im internationalen Vergleich bei neuen Technologien wie Business Intelligence und Analytics deutlich hinterher. Zwar werden neue Technologien wie BI und Analytics schon jetzt erfolgreich und gewinnbringend eingesetzt, doch das Potenzial wird noch nicht vollkommen ausgeschöpft. Im Durchschnitt gaben fast 50 % der CIOs an, dass in ihrem Unternehmen IoT-Technologien zum Einsatz kommen. In Deutschland ist dies dagegen nur bei rund 27 % der Unternehmen der Fall. Aktuell arbeiten 54 Prozent der CIOs mit den verschiedenen Geschäftsbereichen zusammen, um deren Anforderungen zu erfüllen. 39 Prozent befassen sich mit den Herausforderungen rund um Daten und 38 Prozent setzen Arbeitsgruppen ein, um die Komplexität aufzulösen.
it-business.de

Japanische Behörde soll IoT-Geräte hacken: Die japanische Regierung will im Hinblick auf die kommenden Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio die IT-Sicherheit der Japaner verbessern. Dazu bedient sich das Land allerdings ungewöhnlicher Methoden. Erst kürzlich verabschiedete die japanische Regierung ein Gesetz, das es Behördenmitarbeitern erlaubt, sich Zugang zu IoT-Geräten von Privatpersonen und Firmen in Japan zu verschaffen. Das National Institute of Information and Communications Technology (NICT) soll sich mithilfe von Standardpasswörtern und Passwortlisten Zugang zu IoT-Geräten verschaffen und den Nutzern dann über einen Hinweis mitteilen, dass diese ihr Passwort überdenken sollten. Rund 200 Millionen Geräte sollen auf diese Weise getestet werden. Laut dem japanischen Innenministerium richteten sich 2016 in Japan zwei Drittel der Angriffe aus dem Internet gegen IoT-Geräte. Viele IoT-Geräte sind über Telnet oder SSH erreichbar – diese sind oft schlecht abgesichert.
golem.de

Die Menge an ungesicherten IoT-Geräten wird zum Problem: Durch die inzwischen Milliarden durch das Internet der Dinge vernetzten Geräte im privaten und öffentlichen Bereich entsteht ein zunehmendes Sicherheitsrisiko. Die Absicherung von IoT-Devices ist oft unzureichend, der Fokus von Hackern hat sich daher mittlerweile auf IoT-Geräte verlagert. Zugunsten des Preises der Geräte wird die Sicherheit oft vernachlässigt, einfach zu erratende Admin-Zugänge sind oft fest in den Systemcode implementiert. Hat ein Hacker einmal Zugriff auf solche Informationen, kann er sich bei jedem Gerät des selben Typs weltweit anmelden. Der Besitzer bemerkt davon in den meisten Fällen überhaupt nichts. 2016 haben es drei Teenager in den USA geschafft, Amazon, Netflix und PayPal lahmzulegen, indem sie sich Zugang zu deren IoT-Geräten verschafft hatten. Es obliegt somit den Herstellern, für zusätzliche Sicherheit ihrer Geräte zu sorgen und im Zweifelsfall höhere Preise für sicherere Geräte zu verlangen.
mobilegeeks.de

China: IoT-gesteuertes Logistikzentrum eröffnet in Nanjing german.china.org.cn
Chip-Start-up Wiliot: Erstes batterieloses Bluetooth-basiertes Sensor-Tag elektronikpraxis.vogel.net
IoT-Plattform ThingsPro Suite: Kaspersky schließt sieben Sicherheitslücken trojaner-info.de
IoT-Aktien: Welche man im Auge behalten sollte ig.com
Trend-Dossier 2019: Physische und virtuelle Welten nähern sich weiter an industry-of-things.de

ZAHL DER WOCHE

104 Millionen US-Dollar hat die Robert Bosch Venture Capital in die chinesische Plattform für vernetzte Fahrzeuge „AutoAI“ investiert. Die Lösungen von AutoAI basieren auf Big Data und einem intelligenten Cloud-Portal. Ziel ist es, vielfältige Inhalte und personalisierte Services des Internets ins Auto zu bringen.
vc-magazin.de

HINTERGRUND

Ein Rundgang im BMW Werk Regensburg: Die BMW Group setzt in der Produktionslogistik zunehmend IoT-Technologien ein. Das weltweite Produktionsnetzwerk wird so in seiner Just-In-Time-Produktion rechtzeitig mit den nötigen Bauteilen versorgt. Mithilfe der Connected Supply Chain (CSC) werden die Lieferungen der täglich rund 31 Millionen Bauteile zu den weltweit 30 Produktionsstandorten koordiniert. Das CSC-System erlaubt es, die Lieferung der zahlreichen Bauteile im 15 Minutentakt zu verfolgen. Sollte sich ein Bauteil verspäten, kann sofort für Ersatz gesorgt werden – die Produktionskosten werden auf diese Weise so gering wie möglich gehalten. Darüber hinaus sind autonome Systeme wie Routenzüge und Smart Transport Roboter in den BMW-Werken im Einsatz. Mensch und Technologie ergänzen sich hier gegenseitig. Die BMW Group setzt auf eine cloudbasierte Betriebsplattform namens BMW Services.
mobilegeeks.de

Bessere Finanzdienstleistungen dank Smart Data: Das Internet der Dinge sowie die Blockchain erlauben es Nutzern, zahlreiche Finanzdienstleistungen auf smarte Weise abzurechnen. Vor allem junge Finanz-Startups (FinTechs) nutzen die Technologien, um effizienter zu werden und um das Kundenerlebnis zu optimieren, und auch etablierte Konzerne liebäugeln immer mehr mit den neuen Technologien. Bisher existiert aber wenig vergleichbares am Markt und aus diesem Grund sind viele Unternehmen noch zurückhaltend. Eine einer aktuelle Umfrage der Bitkom unter rund 1000 Unternehmen zeigt, dass aus diesem Grund die Wirtschaft in Deutschland noch verhalten auf die neue Technologie reagiert. Vor allem rechtliche Unsicherheiten spielen eine Rolle.
industry-of-things.de

PROJEKT DER WOCHE

Thüga SmartService macht Nürnberg und Braunschweig zur Smart City: Der IoT-Spezialist Thüga SmartService erhielt den Zuschlag, um Nürnberg und Braunschweig mit flächendeckenden LoRaWAN-Netzen auszustatten. So sollen mit der Technologie in Nürnberg Schachtwasserzähler schnell ablesbar gemacht werden, in Braunschweig soll die Fernauslung von digitalen Zählern für Strom, Gas oder Wasser ermöglicht werden. Dazu sollen in den beiden Städten nun Basisstationen für die Funktechnik LoRaWAN installiert werden. So entstehe eine IoT-Infrastruktur, die sowohl für eigene Aufgaben der Stadtwerke als auch für flexible Smart City-Lösungen genutzt werden könne.
euwid-energie.de

ZITAT

„Die IoT- Plattformen werden das Internet der Dinge entscheiden. Hier sind Wettbewerbe und massive Investitionen in Bildungseinrichtungen notwendig, um die weltweiten Spitzenkräfte anzuziehen und neue Ansätze zu kreieren.“
Für Ulrich Dietz, Gründer von GFT Technologies, hat Deutschland noch viel Aufholbedarf im Bereich der digitalen Infrastruktur. Innovationen im Internet der Dinge müssen gezielt gefördert werden.
handelsblatt.com

INTERRUPTED

Wenn die Lampe zum Trojaner wird: Den meisten Anwendern von IoT-Technologie dürfte eine einfache Glühbirne als relativ harmlos erscheinen. Der Sicherheitsforscher Michael Steigerwald zeigt allerdings, dass auch von solch vermeintlich unschuldigen Gegenständen große Sicherheitsrisiken ausgehen können. Anhand einer Glühbirne des chinesischen Herstellers Tuya, die über IoT-Module mit Cloud verbunden ist, macht Steigerwald deutlich, dass die Daten im Leuchtmittel kaum gesichert sind. In dem etwa 1 MByte großen Speicher fand er die unverschlüsselten Zugangsdaten zu seinem Wi-Fi. So könne jeder, der Zugriff auf die Lampen hat, mit wenig Arbeit Passwörter herausfinden. Mit „military grade security“ hat das wenig zu tun – damit wirbt jedoch der Hersteller.
golem.de

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