KW 44: Zalando testet Logistikroboter, Microsoft kündigt mögliche KI-Kooperation mit US-Militär an, Siemens testet autonomes Fahren in München

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NACHRICHTEN

Zalando testet Logistikroboter: In einer Logistikzentrum in Erfurt erprobt Zalando derzeit den Einsatz eines autonomen Logistikroboters des Münchner Startups Magazino. Er kann gezielt Schuhkartons aus dem Regal entnehmen oder auch einräumen und soll die menschlichen Mitarbeiter entlasten: „Die Idee ist, dass er den Logistikmitarbeitern unergonomische Tätigkeiten wie das Herunterbeugen und weit nach oben Strecken beim Kommissionieren von Produkten aus den höchsten oder niedrigsten Regalebenen abnimmt“, erklärt Carl-Friedrich zu Knyphausen, der als Manager für die Weiterentwicklung der Intralogistik des Unternehmens zuständig ist. Noch bearbeitet der Roboter Turo lediglich Testbestellungen. Anhand einer selbst erstellten Route fährt er durchs Lager, um seine Pickliste abzuarbeiten und navigiert dabei mit einer Kamera. Die entnommenen Kartons trägt er in einem integrierten Regal umher. Aktuell konzentriert sich Hersteller Magazino explizit auf Schuhkartons, Pläne für Greifarme für anderes Gut liegen derzeit auf Eis.
t3n.de

Microsoft kündigt mögliche KI-Kooperation mit US-Militär an: Nachdem Google aufgrund ethischer Bedenken ausgestiegen war, kündigte Microsoft-Präsident Brad Smith nun in einem Blog Post an, dass der Konzern sich entgegen interner Proteste der Mitarbeiter an dem Bieterwettbewerb „JEDI“ des US-Militärs beteiligen wird. JEDI steht für „Joint Enterprise Defense Infrastructure“, eine KI-gestützte Cloud Anwendung für militärische Zwecke. Auch Amazon, IBM und Oracle bieten um den Vertrag, der einen Wert von bis zu zehn Milliarden US-Dollar haben soll. Smith machte in seiner Ankündigung deutlich, dass sein Unternehmen das US-Militär kompromisslos unterstützen wolle: „Wir wollen, dass US-Bürger und speziell die Soldaten wissen, dass sie auf Microsoft zählen können. Wir geben ihnen unsere beste Technologie.“ Bezüglich autonomer Waffen habe man sich verständigt, dass „kein Militär der Welt eine Zukunft will, in der Maschinen einen Krieg beginnen“. Es sei jedoch nicht hilfreich für die öffentliche Debatte, wenn Tech-Konzerne sich komplett daraus zurückziehen. Microsoft-Mitarbeiter haben die Möglichkeit, zwischen Projekten zu wechseln, wenn sie nicht an militärischen Entwicklungen beteiligt sein wollen.
vrodo.de

Siemens testet autonomes Fahren in München: Auf dem Siemens-Campus in München-Perlach hat das Unternehmen diese Woche ein Testgelände für autonome Fahrzeuge eröffnet. Die Strecke soll das „Simulieren verschiedener Verkehrssituationen unter realtypischen Bedingungen“ ermöglichen, wie der Konzern mitteilte. Die Teststrecke ist mit Laserscanner-, Radar- und Kameratechnik ausgestattet, die eine „hochgenaue Lokalisierung der Fahrzeuge“ ermöglichen. Unter anderem will die Sparte Siemens Mobility dort mit Partnern wie der Berliner IAV-Gruppe und der Technischen Universität München das Fahren mit dem höchsten Autonomie-Level 5 erproben, bei dem das Auto komplett ohne Fahrer auskommt.
wired.de, t3n.de

Tim Cook an der virtuellen Berliner Mauer: Apple-Chef Tim Cook hat der Startup-Szene in Berlin einen Besuch abgestattet und verschiedene Projekte besichtigt. Dabei standen Augmented Reality-Anwendungen fürs iPhone im Zentrum. Er lobte die Yoga-App Asana Rebel als ein Beispiel, wie Technologie Menschen helfen könne, ein besseres Leben zu führen. Und auch der Berliner Mauer stattete Cook einen Besuch ab. Die App „MauAR“, die zum Jahrestag des Mauerfalls am 09. November präsentiert werden soll, lässt auf dem Smartphone die Mauer wiederauferstehen – zumindest wird sie auf dem Display am realen Ort wieder sichtbar. Cook lobte das Projekt, als einen Beitrag, das Menschen helfe, Zeitgeschichte besser zu verstehen.
faz.net

Smart-Home-Display aus Holz: Um Nutzern eine Alternative zu den bunten Screens anderer Geräte zu geben, hat das japanische Startup Mui Labs ihr Mui-Display entwickelt. Dabei handelt es sich um ein relativ kleines Holzbrett, dass per Berührung ein minimalistisch gestaltetes Menü offenbart. Direkt können damit Funktionen wie eine Uhr inklusive Wecker und Timer, Wettervorhersage, Sprach- und Textnachrichten und ein „Bitte nicht stören“-Modus verwendet werden. Für andere Features wie etwa Musik hören sind externe Geräte nötig. Mui ist in verschiedenen Holz-Designs verfügbar und kostet im Rahmen der Kickstarter-Kampagne derzeit 499 US-Dollar. Im Handel soll der Preis später bei 999 Dollar liegen.
notebookcheck.com

Bosch und Huawei: Gemeinsame IoT-Softwarelösungen kommen nach China all-electronics.de
Regensburg: Flächendeckendes IoT-Netz gestartet ip-insider.de
München: „Munich School of Robotics and Machine Intelligence“ offiziell eröffnet faz.net

ZAHL DER WOCHE

Über 10 Millionen Euro stecken die bisherigen Investoren Rocket Internet, Vattenfall und Seven Ventures, der Investment-Arm von Pro Sieben Sat 1, in das Berliner Smart-Home-Startup Tink.
handelsblatt.com

HINTERGRUND

Anwender unterschätzen Smart-Home-Sicherheit: Am Rande des Broadband World Forums in Berlin hat der finnische Sicherheitsexperte Mikko Hypponen von F-Secure eindringlich vor Hacker-Angriffen auf Smart-Home-Geräte gewarnt. Diese würden sich oft nicht gegen einzelne Geräte richten, sondern haben das Ziel, ganze Netzwerke zu kapern. Anwender würden oft nicht verstehen, dass ein Angriff auf etwa die smarte Türklingel nur als Einfallstor dient, um die vernetzten Rechner beispielsweise mit Ransomware zu infizieren. Hypponen befürchtet: „Wir haben den Weckruf noch nicht gehört.“ Er plädiert jedoch dafür, dass Anwender nicht etwa Angst vor Angriffen bekommen sollen, sondern Verantwortung für ihre Daten und ihre digitale Sicherheit übernehmen.
lead-digital.de

Smart Speaker nun doch mit Display: Ursprünglich sollten sprachgesteuerte Lautsprecher Bildschirme überflüssig machen, nun sind die neuen Generationen der Geräte von Amazon, Google und Co. doch wieder mit Displays ausgestattet. Die Hersteller erklären dies mit einem vermeintlich riesigen Mehrwert für den Nutzer; die Steuerung des Smart Homes soll damit etwa erleichtert werden, zudem können Videotelefonate geführt und etwa Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Kochrezepte gestreamt werden. Der Facebook Portal sowie sein größerer Bruder Portal+ verfügen sogar über eine Kamera für Videotelefonie, die dem Nutzer durch den Raum folgt, so dass er für seinen Gesprächspartner stets sichtbar bleibt. Zur Präsentation des Amazon Echo Spot 2017 schrieb das Technikmagazin The Verge, das Gerät sei „ein heimtückischer Versuch, Nutzer an Kameras im Schlafzimmer zu gewöhnen“. Sicher ist in jedem Fall, dass Hersteller wie Amazon, Google oder Facebook allesamt an Technologien zur automatischen Bilderkennung und maschinellem Sehen arbeiten, die durch mehr Daten-Input schneller und besser lernen können. Datenschützer warnen bereits seit Jahren vor Lauschangriffen durch smarte Assistenten, möglicherweise sind bald auch Schauangriffe zu befürchten.
zeit.de

PROJEKT DER WOCHE

Startup will die Autoversicherung digitalisieren: Das Unternehmen „Emil“ aus Berlin hat ein neues Versicherungsmodell für Autos vorgestellt, das vergangene Woche auf den Markt kam. Damit sollen Autofahrer anstatt eines festen Jahresbetrags nur für tatsächlich zurückgelegte Kilometer bezahlen. In Zusammenarbeit mit dem Versicherer Gothaer bietet das Startup ein Modell an, bei dem Versicherte nur einen kleinen Grundbetrag sowie flexible Monatsbeiträge bezahlen. Nutzen sie ihre Auto nicht, fallen auch keine Kosten an. Insbesondere Fahrer, die weniger als 200 Kilometer pro Woche zurücklegen, sollen davon profitieren. Technisch umgesetzt wird dies mit einem kleinen Stecker, der im Auto die zurückgelegten Kilometer zählt und daraus den entsprechenden Betrag berechnet. Über die zugehörige App sehen Versicherte den zu zahlenden Beitrag.
faz.net

ZITAT

„Unsere Kunden können damit die Arbeit, die ihre Stapler leisten, genau messen. Sie erlangen Transparenz über die Fahrerauslastung und können Einflüsse und die Effizienz in Schlüsselbereichen wie dem Batteriemanagement steuern. Ziel ist es, die Auslastung der Geräteflotte zu maximieren und Verschwendung im Zusammenhang mit ungenutzten Staplern zu vermeiden sowie Fehler und damit verbundene Schäden zu reduzieren.“
Ralph Cox, Senior Vice President für Marketing und Vertrieb bei Toyota Material Handling Europe erklärt, warum der Konzern seit Anfang des Monats alle Aufträge serienmäßig mit der „Smart-Trucks“-Technologie ausstattet.
mm-logistik.vogel.de

DISCONNECTED

Erstes KI-Kunstwerk unter dem Hammer: Mit „Edmond de Belamy“ hat das bekannte New Yorker Auktionshaus Christie’s vergangene Woche das erste Werk versteigert, das von einem Algorithmus erstellt wurde. Das verschwommene Bild zeigt einen Mann in schwarzer Kleidung, bei dem es sich um einen Geistlichen handeln könnte. Bei dem Urheber handelt es sich um ein neuronales Netzwerk des Pariser Kollektiv Obvious, bei dem zwei Teile des Algorithmus gegeneinander konkurrieren. Der „Generator“ erzeugt auf Basis eines riesigen Datensatzes so lange Gemälde, bis der „Discriminator“ das Ergebnis für das Werk eines Menschen hält. Bei Christie’s freute man sich über einen erzielten Preis von „unglaublichen“ 432.500 US-Dollar, sowie die „Ankunft von KI auf der weltweiten Auktionsbühne“.
spiegel.de, tagesspiegel.de