KW 43: USA will Gesichtserkennung ausweiten, Polizeikontrolle bei autonomen Fahrzeugen, Sind Roboter die besseren Pfleger?

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NACHRICHTEN

USA will Gesichtserkennung ausweiten: US-Behörden wollen den Einsatz von Gesichtserkennung offenbar auch auf Inlandsflüge und bei US-Bürgern einsetzen. Bislang kommen die Kontrollen lediglich auf internationalen Flügen und bei ausländischen Reisenden zum Einsatz. Zudem testet die Verkehrsbehörde auch den Einsatz von Fingerabdruck-Scannern. Die biometrischen Kontrollen sollen den Flugverkehr sicherer und komfortabler machen, so die Behörde. Die Wichtigkeit von physischen Reisedokumenten und Identitätsnachweisen werde demnach künftig abnehmen. An den Flughäfen von Los Angeles und New York wird die dezidierte Gesichtserkennung bereits eingesetzt, in Atlanta und Denver testet man derzeit Fingerabdruck-Scanner.
futurezone.at

Polizeikontrolle bei autonomen Fahrzeugen: Das autonome Fahren stellt auch die Polizei zunehmend vor Probleme. Was tun, wenn ein autonomes Fahrzeug in eine Polizeikontrolle gerät? Die Google-Tochterfirma Waymo hilft nun mit einem Leitfaden nach, der erstmals für den Umgang von Verkehrspolizisten mit Roboterautos entwickelt wurde. Waymo gibt an, dass die Fahrzeuge Polizei und Feuerwehr erkennen würden. So lässt das Fahrzeug einen Polizeiwagen, der sich von hinten nähert, überholen und fährt dann rechts ran. Nähert sich ein Polizist, werden die Türen entriegelt und die Fenster heruntergefahren. Und wenn das Fahrzeug nicht tut, was verlangt wird? „Öffnen Sie eine Tür, um das Fahrzeug am autonomen Fahren zu hindern“, empfiehlt der Ratgeber, denn eine offene Tür würde den Autopiloten blockieren. Und wenn die Tür verschlossen ist? Dann heißt es: „Schlagen Sie eine Fensterscheibe ein.“
sueddeutsche.de

Sind Roboter die besseren Pfleger?: In einem Schweizer Altersheim wird eine Roboter-Robbe bei der Therapie von Demenz-Kranken eingesetzt. Die Robbe hört auf den Namen „Paro“, hat einen 32-Bit-Prozessor, Mikrofone, taktile Sensoren, spezielle Motoren, um Kopf und Flossen lautlos zu bewegen. Sie sucht aktiv Blickkontakt, wird zutraulicher, wenn sie Zuwendung bekommt, zieht sich zurück, wenn sie schlecht behandelt wird. Weil die Robbe den natürlichen menschlichen Fürsorgeinstinkt anspricht, werden bei den Patienten angenehme Gefühle und Gedanken aktiviert. In Japan ist Paro schon lange der Renner. In Europa wirbt man angesichts der Personalnot im Pflegebereich immer offener für digitale Alternativen. „Es wird in Zukunft immer höher entwickelte Roboter geben, die in Altenheimen ganz unterschiedliche Aufgaben übernehmen“, sagt etwa der Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel von der Fachhochschule Nordwestschweiz.
spiegel.de

Amazon Go ist in China schon längst Realität: Ein Supermarkt, bei dem man alle Informationen über die Produkte wie Haltbarkeit und Frische auf das Smartphone bekommt, bei dem man mit dem Smartphone oder der Gesichtserkennung zahlen kann – diesen Supermarkt will Amazon Go im kommenden Jahr auf den Markt bringen. Doch so innovativ ist das alles gar nicht, denn der chinesische Konzern Alibaba hat ein ähnliches Format bereits knapp 70 Mal eröffnet und in den kommenden fünf Jahren sollen noch 2.000 weitere Filialen in Betrieb gehen. Damit ist klar: die digitale Revolution im Lebensmittelhandel hat längst begonnen.
wiwo.de

Facebook nutzt Smart-Speaker-Daten möglicherweise doch für Werbung: Ein Facebook-Sprecher hatte offenbar gegenüber dem Recode-Redakteur Kurt Wagner erklärt, dass das Unternehmen nicht vorhabe, Daten, die mit dem neuen Smart Speaker Portal gesammelt werden, für Werbezwecke zu verwenden. Dies berichtete Wagner entsprechend in seinem Artikel, worauf sich Facebook nun zu einer Korrektur genötigt sah. Bei einem Video-Anruf mit Portal werden demnach dieselben Daten gesammelt wie bei Nutzung der Messanger-App, „zum Beispiel Nutzerdaten wie Länge des Anrufs, Häufigkeit der Anrufe“.  Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Wir nutzen diese Informationen vielleicht zur Schaltung von Anzeigen auf unseren Plattformen.“ Unter Umständen könnten zudem „auch aggregierte Daten zur App-Nutzung […] zum Anzeigen-Targeting verwendet werden“.
t3n.de

London: Mediziner präsentieren „KI-Doktor“ tagesspiegel.de
ProGlove: IoT-Handschuh eines Startups erobert die Industrie manager-magazin.de
ADAC-Prognose: Autonomes Fahren ab 2020 t3n.de

ZAHL DER WOCHE

Laut einer internationalen Umfrage unter 10.000 Verbrauchern nutzen 52 Prozent IoT-Geräte, 67 Prozent von ihnen hätten jedoch Performance-Probleme festgestellt.
huffingtonpost.de

HINTERGRUND

Informationsfreiheitsbeauftragte fordern Transparenz zu KI in der Verwaltung: In einem Positionspapier fordern die Informationsfreiheitsbeauftragten von Bund und Ländern, dass algorithmische Entscheidungsverfahren in der öffentlichen Verwaltung eindeutig und für jeden nachvollziehbar zu sein haben. Zudem unterbreiten sie Vorschläge für den Umgang mit der Technologie. So drängen sie etwa auf strenge Kontrollen, nicht nur bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten, sondern ebenfalls bei Sachdaten. Die eingesetzte Technik müsse hohen qualitativen Standards entsprechen, um grundrechtskonform zum Einsatz kommen zu können. Insgesamt sind es sieben Anforderungen an die öffentlichen Stellen, mit denen die Informationsfreiheitsbeauftragten den rechtskonformen Einsatz von KI in der öffentlichen Verwaltung sicherstellen wollen.
netzpolitik.org

Die Roboter-Lüge: Wenn Roboter beispielsweise wie kürzlich in Großbritannien mit Abgeordneten diskutieren, oder in den Videos von Herstellern wie Boston Dynamics beeindruckende Hinternisse überwinden, weckt dies den Anschein, dass die Maschinen kurz vor der Weltherrschaft stehen. Allerdings täuscht das Bild: In beiden Fällen wurde das Verhalten des Roboters genauestens geplant und per Smartphone gesteuert. Der Gründer der ehemaligen Google-Tochter Boston Dynamics gab kürzlich zu, die gefeierten Aufnahmen zeigen das „typischerweise beste Verhalten“. Tatsächlich bedeutet das: Die Roboter werden ferngesteuert und benötigen dennoch bis zu zwanzig Versuche, bis das Video im Kasten ist. Der Entwicklungsstand der Automatisierung ist also weitaus weniger imposant – oder furchteinflößend – wie die Öffentlichkeit oft glauben gemacht wird.
sueddeutsche.de

PROJEKT DER WOCHE

Smarter Kaffeebecher mit iPhone-Anbindung: Das US-amerikanische Startup Ember hat mit der Vermarktung eines Travel Mugs begonnen, der erfasst wie viel Kaffee sein Besitzer trinkt. Die Daten werden per HealthKit an das iPhone oder andere iOS-Geräte gesendet. Der „Ember Temperature Control Travel Mug“ enthält einen Bluetooth-4.0-Funkchip sowie einen Lithium-Ionen-Akku, der zwei Stunden lang die „präzise Trinktemparatur“ unterschiedlicher Getränke halten kann. Per App kann der User verschiedene Präferenzen für beispielsweise Kaffee, Tee oder Kakao festlegen. Sensoren erkennen, wie viel Flüssigkeit noch im Thermobecher ist, so dass der tägliche Kaffee-Konsum über das iPhone getrackt werden kann. Den weißen Becher gibt es zunächst exklusiv über Apple, eine schwarze Version ist unter anderem bei dem Startup selbst erhältlich. Der Preis liegt bei 150 US-Dollar.
heise.de

ZITAT

„Ich hasse sie.“
Berichten zufolge sind die Einwohner von Phoenix wenig begeistert von den autonomen Test-Fahrzeugen von Waymo, die dort auf den öffentlichen Straßen unterwegs sind.
golem.de

DISCONNECTED

Hacker sichert Router ohne Zustimmung: Bereits im März wurde eine gravierende Sicherheitslücke in Mikrotik Routern entdeckt und per Softwareupdate behoben. Allerdings haben Tausende Benutzer das Update bislang nicht eingespielt. Der Hacker Alexey hat deshalb nun bekannt gegeben, dass er bereits 100.000 Router gehackt habe und ohne das Wissen der Besitzer Firewall-Regeln gesetzt habe, mit denen böswillige Angreifer das Leck nicht mehr ausnutzen können. Zudem hinterlässt er Kommentare, in denen er sein Verfahren beschreibt und einen Telegram-Channel angibt, über den Betroffene ihn kontaktieren können. Nach Alexeys Angeben haben dies bislang etwa 50 Betroffene getan, die meisten seien wütend gewesen. Nur wenige hätten sich bei ihm bedankt. In den meisten Ländern dürfte seine gut gemeinte Aktion strafbar sein.
golem.de