KW 42: Vodafones „Maschinennetz“ steht, Millionen IoT-Geräte weiterhin angreifbar, Amazons Bewerbungs-KI wegen Sexismus größtenteils eingestellt

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NACHRICHTEN

Vodafones „Maschinennetz“ stehtNach eigenen Angaben hat Vodafone die Ausbauziele für sein „Maschinennetz“ nach einem halben Jahr erreicht. Die neue Infrastruktur für das industrielle Internet der Dinge steht nun in etwa 90 Prozent des deutschen LTE-Netzes bereit, wie der Konzern am Freitag bekannt gab. Vodafone setzte dafür auf das sogenannte Narrowband, das dank einer niedrigen Sendefrequenz einen sehr geringen Energieverbrauch hat und zudem auch dicke Wände durchdringen kann. Unternehmen können darüber theoretisch bis zu vier Milliarden smarte Geräte vernetzen. Zu den ersten Kunden des Maschinennetzes gehören die Deutsche Bahn und der Elektronik-Hersteller Panasonic. Auch die Telekom arbeitet am Ausbau eines Narrowband-Netzes, konzentriert sich dabei jedoch auf die großen Ballungsräume.
t3n.de

Millionen IoT-Geräte weiterhin angreifbar: Nach wie vor können viele vernetzte Geräte leicht gehackt und von Angreifern für ihre Zwecke manipuliert werden. Insbesondere betroffen ist der chinesische Massenhersteller Xiongmai. Wie das österreichische Sicherheitsunternehmen SEC Consult herausfand, sind die Überwachungskameras des Herstellers, sowie auch Geräte wie digitale Videorekorder (DVR) und Netzwerk-Videorekorder (NVR) über die standardmäßig aktivierte Cloud-Funktion extrem angreifbar. Xiongmai produziert eine Vielzahl derartiger Geräte, die unter über 100 verschiedenen Markennamen auf der ganzen Welt vertrieben werden. Eine Hochrechnung der Sicherheitsforscher von SEC Consult habe ergeben, dass von den insgesamt 16 Millionen Geräten des Herstellers „zu diesem Zeitpunkt mindestens 9 Millionen“ online und damit angreifbar waren. Geschätzte 1.319.000 davon sollen sich in Deutschland und Europa befinden.
golem.de

Amazons Bewerbungs-KI wegen Sexismus größtenteils eingestelltWie aus Berichten der Nachrichtenagentur Reuters hervorgeht, arbeitete Amazon bereits sein 2014 an einer KI-Software, die automatisch die besten Bewerber für eine Stelle auswählen sollte. Die Software wurde dafür mit Datensätzen von angenommenen Mitarbeitern trainiert und sollte so lernen, den vielversprechendsten Kandidaten zu erkennen. Da in den vergangenen zehn Jahren jedoch deutlich mehr Männer eingestellt wurden, lernte das System so, Frauen automatisch schlechter zu bewerten. Die Software sei zwar angepasst worden, doch gebe es keine Garantie, dass das Kriterium „Geschlecht“ den Auswahlprozess nicht weiterhin beeinflusst. Laut Reuters kommt sie bei Amazon nun nur noch „in sehr eingeschränktem Maße“ zum Einsatz. Zu keinem Zeitpunkt habe das Unternehmen aber allein auf Basis der Empfehlung der künstlichen Intelligenz Bewerber eingestellt oder abgelehnt
heise.de

Huawei präsentiert neues Netzwerk fürs Smart HomeMit „Huawei WiFi Q2“ hat das Unternehmen die neue Generation der Heimnetzwerke vorgestellt. Das System besteht aus einem Gigabit-WLAN-System-Router und zwei Satellit-Einheiten. Laut Huawei reichen herkömmliche WLAN-Router oft nicht aus, um die Reichweite und Schnelligkeit, die für Smart-Home-Geräte benötigt werden, zu gewährleisten. Jede Einheit des Huawei WiFi Q2 ist mit vier unabhängigen Signalverstärkern versehen, so dass bis zu 360 Quadratmeter abgedeckt werden können. Dank Mesh-WLAN-Technologie bietet das System zudem eine Verbindungsgeschwindigkeit von bis zu 867 Mbit/s. Jede Einheit kann bis zu 64 Geräte verbinden. Das WiFi-Q2-System von Huawei ist seit dieser Woche im Handel erhältlich und kostet 299 Euro.
infosat.de

Gesichtserkennung soll Bordkarte beim Fliegen ersetzenDie Fluglinie AirAsia will den Boarding-Pass abschaffen und zukünftig Passagiere anhand von Gesichtserkennung identifizieren. Das würde auch die Kosten optimieren, sagt CEO Tony Fernandes. „Wir verfügen über viele Passagierdaten. Mithilfe der richtigen Werkzeuge – Stichwort Künstliche Intelligenz und Machine Learning – kann das gesamte Reiseerlebnis personalisiert und verbessert werden“, so Fernandes am Rande der Google-Cloud-Konferenz Next ’18 in London. Außerdem könnten in Zukunft auch Gates nach der kürzesten Umsteigezeit für Passagiere ausgewählt werden. Natürlich nur, wenn auch die Airlines mitspielen.
futurezone.at

Regensburg: Deutschlands erstes öffentliches IoT-Netz gestartet industry-of-things.de
Plug and Play: Software AG und Dell vertiefen ihre Partnerschaft crn.de
Reply-Studie: IoT erobert den Consumer-Markt funkschau.de

ZAHL DER WOCHE

Eine Milliarde US-Dollar will das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT) in sein neues College mit Fokus auf KI investieren.
vrodo.de

HINTERGRUND

Hochschule Coburg testet den Umgang von Menschen mit Robotern: Die Hauptperson in einer neuen Studie der Hochschule Coburg ist der humanoide Roboter NAO. Seine Körperform ist zwar menschlich, doch er verfügt über keine Gesichtsmimik und spricht mit einer Computerstimme. Mit ihm wollen die Forscher herausfinden, unter welchen Umständen Menschen eine soziale oder emotionale Bindung mit einem Roboter eingehen. Hierfür platzierten sie NAO in einem Supermarkt, wo Passanten ihm die Namen von Gemüsesorten beibringen sollten. Das Ergebnis: Sprach der Roboter sie zunächst mit einigen Small-Talk-Fragen an, waren die Kunden mit 75-prozentiger Wahrscheinlichkeit eher bereit zu helfen, als wenn er direkt um Hilfe bat. Technik-affine Menschen waren zudem aufgeschlossener als solche, die kein technisches Interesse haben. In einem nächsten Experiment wollen die Wissenschaftler nun testen, ab wann Menschen bereit sind, Zivilcourage für einen Roboter zu zeigen und ihn beispielsweise vor einem Angriff zu schützen.
br.de

Studie: Interesse an autonomen Fahren wächst: Eine aktuelle Studie des Zentrums für empirische Kommunikationsforschung (ZEK) an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Ravensburg bringt interessante Ergebnisse zum öffentlichen Interesse am autonomen Fahren zu Tage. Demnach halten es zwar nur 38 Prozent der Befragten für „eher bis sehr wichtig“, dass die Autobauer sich mit dem Thema befassen, doch die Akzeptanz für autonomes Fahren ist seit einer Befragung im Februar um ganze zehn Prozentpunkte gestiegen. Allerdings: 67 Prozent der Befragten fehlt nach wie vor das Vertrauen in die Technologie. „Die Hersteller müssen im Marketing noch mehr unternehmen, um die Kunden von der Technologie zu überzeugen“, so Professor Simon Ottler, Leiter des ZEK. Er und sein Kollege Professor Udo Klaiber sind sich einig, dass persönliche Erfahrungen besonders wichtig sind, um die Kunden zu überzeugen. Dazu zählen beispielsweise Testfahrten auf entsprechenden Teststrecken, oder auch auf virtuellen Plattformen. „Die Autobauer müssen die Lust am Ausprobieren wecken“, meint Klaiber.
horizont.net

PROJEKT DER WOCHE

Nescafé É: Die IoT-Kaffeemaschine: Mit einem neuen Konzept will der Lebensmittel-Riese Nestlé seine traditionelle Rührkaffee-Marke Nescafé nun für Millennials interessant machen: Die vernetzte Kaffeemaschine Nescafé É wird per App gesteuert. Laut dem Unternehmen soll das Produkt so “Kaffeetrinkern völlig neue Möglichkeiten der Zubereitung bieten”. Per Bluetooth kann der Besitzer über die App Kaffee-Spezialitäten wie Americano, Flat White, Cappuccino oder auch Iced Coffee zubereiten, sowie Rezepte personalisieren und auch teilen. Besonders Wert legte Nestlé dabei auf Nachhaltigkeit, der Zubereitungsprozess soll besonders zeit- und energiesparend sein. Pro Getränk wird zudem immer nur die Menge an Wasser erwärmt, die tatsächlich benötigt wird. Außerdem enthält die Maschine einen integrierten To-Go-Becher, was die Verwendung von Einweg-Bechern senken soll. Nescafé É ist bereits in Griechenland erhältlich, weitere Märkte sollen folgen.
mobilbranche.de

ZITAT

„Künstliche Intelligenz wird voraussichtlich fast jeden Aspekt unserer Zivilisation erfassen und umgestalten. Menschen werden bald nicht mehr die wichtigsten Entscheidungsträger sein.“
Der umstrittene KI-Forscher Jürgen Schmidhuber hält künstliche Intelligenz für die nächste Stufe der Evolution.
gruenderszene.de

DISCONNECTED

Walmart will Gesundheit seiner Kunden überwachenDie US-Handelskette Walmart hat ein Patent eingereicht, mit dem über Sensoren am Einkaufswagen Puls, Blutdruck und Temperatur des schiebenden Kunden gemessen werden. So soll im Notfall schnell ein Mitarbeiter zur Verfügung stehen, wenn „persönliche Betreuung“ oder erste Hilfe nötig ist. Erste Medienberichte spekulieren jedoch bereits, dass mit derartigen Sensoren auch die Wirksamkeit von Marketing-Maßnahmen überwacht werden kann. Beispielsweise könnte der Supermarkt messen, wie schnell sich Kunden einem bestimmten Gegenstand nähern, der gezielt beworben wurde. Aktuell steht jedoch in jedem Fall noch eine Bestätigung durch das US-Patentamt aus.
futurezone.at