KW 41: Neue Version von Windows 10 IoT, Kalifornien verbietet unsichere Passwörter, Alibaba setzt auf KI

Herzlich willkommen.

NACHRICHTEN

Microsoft veröffentlicht neue Version von Windows 10 IoT: Parallel zum regulären Windows-10-Update hat Microsoft auch eine neue Version des IoT-Betriebssystems herausgebracht. Insbesondere bringe das Update Support für Prozessoren und Sensoren des Partners NXP Semiconductors, wie das IT-Magazin Softpedia berichtet. Für Kunden dürfte aber besonders interessant sein, dass Microsoft mit der neuen Version zum ersten mal seit längerem wieder den Supportzeitraum ausweitet. Fünf Jahre lang soll das Update demnach standardmäßig unterstützt werden, fünf weitere sind für den Extended Support geplant. Zudem ist es Teil des Long-term Sevicing Channel LTSC. Außerdem soll die neue Version des Betriebssystems weitere Machine-Learning-Funktionen mitbringen und unterstützt dafür nun etwa das „Open Neural Network Exchange“-Format. Dieses macht diverse Tools verschiedener Partner wie IBM, Intel und Qualcomm miteinander kompatibel. Zudem bringt das Update bessere Verwaltungsmöglichkeiten für Sensor-Daten und eine tiefere Einbindung in Microsofts Cloud-Dienst Azure IoT mit.
golem.de

IoT-Sicherheit: Kalifornien verbietet unsichere Passwörter: Vor kurzem hat der kalifornische Senat ein Gesetz mit dem Namen „SB-327 Information privacy: connected devices“ verabschiedet. Darin wird unter anderem festgelegt, dass vernetzte Geräte ab 2020 nicht mehr mit Standard-Passwörter ausgeliefert werden dürfen. Hersteller müssen entweder jedes Gerät mit einem individuellen Passwort ausstatten, oder dafür sorgen, dass es bei Inbetriebnahme durch den Benutzer geändert werden muss. Ein Grund für die neue Regelung ist wohl das Mirai-Botnetz, das 2016 massenhaft Geräte wie Router oder IP-Kameras, die lediglich mit einem Standardpasswort gesichert waren, mit Malware infizierte.
golem.de

Alibaba setzt auf KI: Der chinesische Internetkonzern Alibaba hat laut Berichten des Technikmagazins „Technology Review“ eine eigene Chipfirma gegründet, die neben Computerchips für die eigene Rechenzentren des Unternehmens auch Lösungen für Drittfirmen entwickeln soll. Technikchef Jeff Zhang sagte dem Magazin: „Chips werden immer spezieller. Viele Firmen entwickeln eigene KI-Chips, doch jede Firma hat unterschiedliche Datenmengen und Geschäftsbedürfnisse, die es zu bearbeiten gilt.“ Die Tochterfirma „Pingtou Ge“, was „Honigdachs“ bedeutet, soll dem Unternehmen so einen Vorteil gegenüber Konkurrenten wie Amazon verschaffen. Zudem hat Alibaba mit einem Projekt zum Bau eines supraleitenden Quantencomputers begonnen.
faz.net

Ford patentiert Kontroll-App für autonome Fahrzeuge: In Form eines Patents beschreibt Ford zwei denkbare Steuerungs-Varianten für autonome Fahrzeuge per Smartphone. Die erste Methode ähnelt einem Rennspiel für das Smartphone, per Neigungssensor wird die Lenkbewegung dabei erkannt und entsprechend an das Auto weitergegeben. Bei der zweiten Variante ist auf dem Display ein Lenkrad zu sehen, über das die Lenkung des Fahrzeugs gesteuert wird. Laut Ford soll es jedoch nie möglich sein, Beschleunigung, Bremsen und Lenkung gleichzeitig per App zu steuern. So hat sie niemals die volle Kontrolle über das Fahrzeug, wichtige Fahrfunktionen werden weiterhin autonom gesteuert. Die App könnte dennoch ein Weg sein, auch beim vollautomatischen Fahren das Bedürfnis des Menschen nach einem gewissen Grad an Kontrolle zu befriedigen.
t3n.de

Großteil der WLAN-Router enthalten Sicherheitslücken: Das American Consumer Institute hat insgesamt 186 WLAN-Router von 14 gängigen Herstellern untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass 83 Prozent von ihnen bekannte Sicherheitslücken enthalten. In der Firmware von insgesamt 155 der kontrollierten Geräte entdeckten die Forscher entsprechende Schwachstellen. Diese betroffenen Router enthielten im Durchschnitt je 186 Lücken, von denen 7 Prozent als kritisches und 21 Prozent als hohes Risiko eingestuft werden. Die Autoren der Studie prangerten an, dass es oft schwer oder gar unmöglich ist, die Firmware der WLAN-Router zu aktualisieren. Firmen verlangen dafür häufig eine Anmeldung, oder liefern Aktualisierungen nur verspätet, oder gar nicht, an die Kunden aus.
golem.de

Dresden: Gestohlenes E-Bike durch IoT-Ortung wieder gefunden dnn.de
Autonomes Fahren: Toyota und Honda kooperierten mit Tech-Firmen handelsblatt.com
„Jarvish“: Smarter Motorrad-Helm mit Sprachassistenz futurezone.at

ZAHL DER WOCHE

Nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Research In China wird das Marktvolumen für Serviceroboter – also alles vom medizinischen Gerät bis hin zum Staubsauger-Rober – bis 2022 auf umgerechnet 4,16 Milliarden Euro wachsen. 2017 betrug es etwa 910 Millionen Euro.
badische-zeitung.de

HINTERGRUND

IoT im Weinberg: Auch Winzer setzen zunehmend auf IoT und Big Data, um das Beste aus ihren Reben herauszuholen: Sensoren im Boden können beispielsweise die äußeren Bedingungen und den Zustand der Reben überwachen und dem Weinbauer so dabei helfen, effizienter und auch nachhaltiger zu arbeiten. Strom erhalten sie entweder über eine Batterie oder ein integriertes Solar-Panel, dank Low-Power Netzwerken wie LoRaWAN können sie extrem stromsparend ans Internet angebunden werden. Die Panels messen beispielsweise Wettereinflüsse wie Sonneneinstrahlung, Niederschlag und den PH-Wert des Bodens. Mit den gewonnenen Daten kann der Weinbauer Routine-Maßnahmen wie Bewässern oder Düngen optimal timen. Die Auswertungen der Sensoren werden in Echtzeit auf das Smartphone des Bauers übertragen, so dass er etwa auch im Falle eines plötzlichen Frostes schnell reagieren kann. Und auch im Weinkeller sind die Sensoren eine wertvolle Hilfe: Sie messen etwa Temperatur-, Sauerstoff- oder Zuckergehalt und können so errechnen, wie lange noch fermentiert werden muss, oder ob etwa die Temperatur angepasst werden sollte.
cio.de

Tetris per Gedankenübertragung: Für ihr „BrainNet“ ist es US-amerikanischen Forschern erstmals gelungen, die Hirnsignale mehrerer Menschen über das Internet zu verbinden. In einem Tetris-ähnlichen Spiel entscheiden zwei Personen jeweils, ob ein fallender Pixelblock gedreht werden soll. Für ja blicken sie in ein mit 17 Hertz blinkendes Licht, „nicht drehen“ wird durch ein mit 15 Hertz blinkendes Licht an der anderen Seite des Bildschirms signalisiert. Mit einem Elektroenzephalografie (EEG) werden über eine Elektrodenkappe ihre Hirnströme aufgezeichnet und über das Internet an einen dritten Spieler in einem separaten Raum übertragen. Per transkranieller Magnetstimulation werden seine Occipitallappen, die im menschlichen Gehirn für das Sehen verantwortlich sind, entsprechend angeregt. Für Drehen wurde die Stimulation so hoch angesetzt, dass er sie als Lichtblitz wahrnimmt und entsprechend handelt. Laut den Forschern handelt es sich bei BrainNet um die „erste nicht-invasive Gehirn-zu-Gehirn-Schnittstelle für mehrere Personen zur kollaborativen Problemlösung“ – auch wenn das Experiment derzeit noch stark limitiert ist. „Das ist noch kein Facebook, aber es ist ein Anfang“, so Linxing Jiang, einer der Autoren des Papers.
spiegel.de

PROJEKT DER WOCHE

Weltweit erster Roboter-Bauernhof startet: In der Nähe von San Francisco hat diese Woche der wohl erste autonome Bauernhof der Welt den Betrieb aufgenommen. Das Startup Iron Ox will damit dem Landarbeitermangel entgegen wirken. In einer etwa 8.000 Quadratmeter großen Halle sollen jährlich 26.000 Salatköpfe in Hydrokulturschalen heranwachsen; in der traditionellen Landwirtschaft wäre für diese Menge eine wesentlich größere Fläche nötig. Kultiviert wird der Salat durch ein Robotersystem mit zwei Greifarmen, das die Pflanzen entsprechend ihrer Wachstumsphase von einer Hydrokulturschale in die nächste setzt. Überwacht wird es dabei von einer Software, die „The Brain“ getauft wurde. Sie kontrolliert Messwerte wie Stickstoffgehalt oder Raumtemperatur und steuert die Roboter entsprechend. Momentan ist das System etwa beim Anpflanzen und Ernten noch auf menschliche Hilfe angewiesen, bald soll es aber komplett autonom arbeiten.
futurezone.at

ZITAT

„Wir sind schon spät dran. Noch können wir den Fehler korrigieren.“
Ralph Dommermuth ist Vorstandsvorsitzender der United Internet AG und der diesjährige Gewinner des Preises Soziale Marktwirtschaft der Konrad-Adenauer-Stiftung. Er warb für Investitionen in das zukunftsweisende schnelle 5G-Netz und warnte, dass Deutschland ansonsten bei der Entwicklung von IoT-Technologien den Anschluss verpassen könnte.
kas.de

DISCONNECTED

Texas: „Roboter-Bordell“ verboten: Das kanadische Unternehmen Kinkysdolls wollte in Houston im US-Bundesstaat Texas eine Filiale eröffnen, in der Kunden Sex-Roboter nicht nur kaufen, sondern auch vor Ort testen können. Es wäre der erste Kinkysdolls-Laden in den USA. Von den Medien wurde das Geschäft „Roboter-Bordell“ getauft, ein Name den ein Unternehmenssprecher jedoch zurückwies: „Wir sind ein Geschäft und wir wollen Puppen verkaufen.“ Die Stadt war dennoch wenig begeistert von dem Geschäftsmodell und änderte ein bestehendes Gesetz zum gewerblichen Sex, um die Verwendung der Roboter im Shop zu verbieten. Der Verkauf ist jedoch weiterhin gestattet: „Man darf keine sexuelle Aktivität mit einem leblosen Objekt in einem Geschäft ausüben“, erklärt Houstons Bürgermeister Sylvester Turner. Kinkysdolls prüfe derzeit seine Optionen, möglicherweise will man gegen die Entscheidung klagen.
spiegel.de