KW 40: RWTH Aachen eröffnet CERMcity, Iridium und Amazon planen IoT-Netz aus dem All, Botnetzwerk Torii bedroht IoT-Geräte

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NACHRICHTEN

RWTH Aachen eröffnet CERMcity: Auf dem Gelände des Aldenhoven Testing Center entstand mit CERMcity eine europaweit einzigartige Teststrecke für autonomes Fahren und vernetzte Fahrzeuge. Das Straßennetz der künstlichen Stadt hat insgesamt eine Länge von fast 1,5 Kilometern, zusätzlich bietet das Gelände Kreuzungen, Parkbereiche, Haltestellen, Kreisverkehre, Zebrastreifen und Häuserfronten. Die Testfahrzeuge sowie das gesamte Gelände sind über das 5G-Netz des Mobilfunanbieters Vodafone vernetzt. Die Erschaffung der CERMcity wurde mit 3,3 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst zeigte sich bei der offiziellen Eröffnung des Geländes am Montag beeindruckt: „CERMcity zeigt, wie NRW bei Innovationen ganz vorne mit dabei sein kann. Nur so werden wir zur Modellregion für Mobilität 4.0. In unserem Land sollen neue Technologien entwickelt, getestet und am besten auch produziert werden. Dazu gehören intelligente Verkehrsführung, moderne Mobilitätskonzepte und autonomes Fahren.“
focus.de, wdr.de

Iridium und Amazon planen IoT-Netz aus dem All: Der Satellitenbetreiber Iridium will gemeinsam mit Amazon Web Services ein Satelitennetzwerk entwickeln, das die gesamte Erde mit Internetverbindung versorgt. Im Gegensatz zu ähnlichen Projekten, wie etwa von SpaceX, soll das CloudConnect-Projekt jedoch nicht als DSL-Leitung oder LTE fungieren, sondern konzentriert sich auf die vergleichsweise datenarme Nutzung mit Alexa und anderen Cloud-Diensten von Amazon. Darunter fallen beispielsweise die Dash-Button-Bestellsysteme, vernetzte Klima-, Heiz-, Beleuchtungs- oder Alarmanlagen, die per App gesteuert werden, und auch professionelle Logistik- und Managementsysteme. Dank CloudConnect könnten diese Dienste in Gegenden bereitgestellt werden, die bislang kaum Netzabdeckung haben, was rund 80 Prozent der Erdoberfläche betrifft. Das geplante Netz beinhaltet aktuell 66 Satelliten, was bereits einen Großteil der Erde abdecken würde. Starten soll der Dienst kommendes Jahr, wie viel die Nutzung des CloudConnect-Netzes kosten soll, ist noch nicht bekannt.
wired.de

Botnetzwerk Torii bedroht IoT-Geräte: Mit Torii haben Sicherheitsforscher von Avast ein Botnetzwerk gefunden, das ihrer Meinung nach besonders ausgereift und damit bedrohlich ist. Die Schadsoftware enthält eine Vielzahl von Tools, die zum Ausspionieren und Übermitteln von sensiblen Nutzerdaten vorgesehen sind und ist aufgrund ihrer modularen Struktur darauf ausgelegt, eine Vielzahl von unterschiedlichen Kommandos auszuführen und Funktionen nachzuahmen. Das Botnetzwerk kann auf zahlreiche unterschiedliche IoT- und Smart-Home-Geräte zugreifen und hat sechs verschiedene Optionen, nach einem Geräte-Neustart wieder geladen zu werden. Nach Schätzungen von Avast ist es bereits seit Ende des vergangenen Jahres aktiv, was die Angreifer aber mit den bislang befallenen Geräten vorhaben ist aktuell noch nicht absehbar. Die Sicherheitsfirma will Torii weiterhin im Auge behalten und spricht bereits jetzt von einer „Evolution der IoT-Schadsoftware“.
golem.de

VW und Microsoft bestätigen strategische Partnerschaft: Gemeinsam wollen VW und Microsoft eine zentrale Rolle dabei spielen, die Zukunft der Auto-Mobilität zu gestalten und das Fahrerlebnis für Menschen auf der ganzen Welt neu definieren, so die beiden Partner. Dafür wollen sie Dienste und Mobilitätsangebote entwickeln, die über ein Cloud-System angeboten werden, das Microsofts Azure-Technologie basiert. Ab 2020 sollen jährlich fünf Millionen VW-Autos vollvernetzt auf den Markt kommen, wie der Wolfsburger Autobauer mitteilte. Im Rahmen der neuen Zusammenarbeit soll nun die Grundlage für eine umfassende Automotive Cloud geschaffen werden, mit der VW seine digitalen Dienste weiter ausweiten kann. Langfristig sollen die gemeinsam entwickelten Lösungen auch anderen Marken des Konzerns weltweit zur Verfügung stehen.
faz.net

Tesla lässt Autopilot von Mitarbeitern testen: Um das autonome Fahren schneller in seine Fahrzeuge zu bringen, setzt Tesla nun offenbar auf Hilfe seiner Mitarbeiter. In einer E-Mail forderte CEO Elon Musk sie Berichten zufolge auf, an entsprechenden Tests teilzunehmen. Man suche 100 bis 200 Freiwillige, die ihre privaten Tesla-Wagen mit den Software-Paketen „Enhanced Autopilot“ und „Full Self-Driving Capability“ aufrüsten wollen. Diese haben einen Wert von 5.000 bis 10.000 US-Dollar und werden den Mitarbeitern kostenfrei zur Verfügung gestellt; zudem bekommen sie beim Kauf eines Neuwagens mit den Paketen eine Premium-Innenausstattung gratis dazu. Im Gegenzug sollen sie dem Unternehmen Daten zu mehreren hundert Fahrtstunden zur Verfügung stellen. Die Entwicklung des Tesla-Autopiloten hinkt Berichten zufolge bereits seit 2016 den veranschlagten Zeitplänen hinterher.
heise.de

Sprachassistenten: IT-Forscher aus Bochum finden Sicherheitslücke bszonline.de
Moskau: Smart City ohne Datenschutz fr.de
Logistik: MAN sucht IT-Personal faz.net
Smart Home: Tado bessert bei Abo-Angebot nach golem.de

ZAHL DER WOCHE

Bis zum Jahre 2020 erwartet das Marktforschungsunternehmen Gartner weltweit 20 Milliarden vernetzte Medizingeräte.
industry-of-things.de

HINTERGRUND

Smart-Home-System spart Heizkosten: Im Rahmen eines zweijährigen Forschungsprojekt haben das Cologne Institute for Renewable Energy der TH Köln zusammen mit dem Energieversorger RheinEnergie untersucht, ob mit vernetzten Systemen tatsächlich Heizkosten eingespart werden können. Dafür statteten die Forscher 120 Einfamilienhäusern mit zentraler Gasheizung mit handelsüblichen Smart-Home-Systemen aus, den Teilnehmer wurde lediglich die Anleitung des entsprechenden Herstellers zur Verfügung gestellt. Insgesamt konnten 57 Prozent der Haushalte damit ihren Gasverbrauch senken, 14 Prozent konnten sogar sehr hohe Einsparungen vermelden. Dabei handelte es sich um technikversierte Nutzer, die sich intensiv mit dem System befasst hatten. Bei den restlichen 43 Prozent sei der erhöhte Energiebedarf nicht auf das Smart-Home-System zurückzuführen, dort hätte sich „häufig die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner bzw. die Anwesenheitsdauer erhöht“, so Projektleiter Tobias Rehm.
housecontrollers.de

Robotaxis in Las Vegas: Seit Mai sind in Las Vegas 30 selbstfahrende Taxis im Einsatz, die über die App des Mobilitätsdienstes Lyft bestellt werden können. Dabei handelt es sich um umgebaute BMW 5er des Zulieferers Aptiv. Aktuell ist immer auch noch ein Sicherheitsfahrer an Bord, nötig wäre dies nach den Ergebnissen der ersten Test-Monate jedoch nicht: Nach Angaben von Michael Gassen, Europachef von Aptiv, wurden bislang über 5.000 Fahrten durchgeführt, von denen 99 Prozent komplett autonom abliefen. Griff der Fahrer ein, gab es meistens dennoch kein Sicherheitsproblem; einige Hotels der Stadt gestatten auf ihrem Gelände keine autonomen Fahrten. Die Fahrzeuge sind 20 Stunden pro Tag aktiv und kommen nach Angaben von Aptiv gut an. Über 90 Prozent der Fahrgäste würden erneut mitfahren. Gassen gibt jedoch auch zu: „Wer noch nie in einem autonomen Auto gesessen hat, geht natürlich mit einer gewissen Skepsis heran, da ist schon ein bisschen Nervenkitzel dabei.“ Allerdings würden die natürlichen Bewegungen und das sicherer Erkennen von Fußgängern und Ampeln schnell Vertrauen aufbauen. Trotz der positiven Erfahrungen unterscheidet der Avid-Chef jedoch zwischen kommerziellem und privatem Einsatz der Technologie: „Bei den privat genutzten Autos wird es wohl noch bis 2024 oder 2025 dauern, bis sie wirklich völlig autonom fahren werden.“
welt.de

PROJEKT DER WOCHE

Algorithmus klassifiziert Lernschwierigkeiten bei Kindern: Wissenschaftler der University of Cambridge nutzten einen Algorithmus, um die Gründe für Lernschwierigkeiten von verschiedenen Schülern aufzudecken. Dafür untersuchten sie ingesamt 560 Kinder, die in der Vergangenheit Diagnosen wie Legasthenie, Rechenschwäche oder ADHS erhalten hatten, oder einfach nur schlechte Fortschritte in der Schule machten. Das System analysierte die Ergebnisse verschiedener kognitiver Tests und teilte die Betroffenen in vier Cluster von Lernschwierigkeiten ein, die jedoch kaum mit den klassischen Diagnosen der Experten übereinstimmten. So kam der Computer zu dem Ergebnis, dass sich die Vielfalt an Störungsbilder in vier Gruppen klassifizieren lassen. Er unterschied bei den untersuchten Kindern zwischen solchen, die „breit gefächerten kognitiven Einschränkungen und gravierenden Problemen im Lesen, Buchstabieren und Rechnen“, „Schwierigkeiten mit ihrem Arbeitsgedächtnis“ oder „Probleme damit hatten, die einzelnen Laute in Wörtern zu verarbeiten“. In der vierten Kategorie landeten Schüler, die keine nennenswerten Abweichungen aufwiesen. Die Wissenschaftler hoffen nun, dass die Studie zu besseren und individuelleren Hilfsangeboten für betroffene Kinder und Eltern führen wird.
spektrum.de

DISCONNECTED

VR-Startup lässt Besucher ins historische Köln reisen: Vor etwa einem Jahr eröffnete das Startup Timeride sein Reisebüro der besonderen Art: Interessierte können mithilfe eines VR-Headsets das Köln der Kaiserzeit besuchen. In einer historischen Straßenbahn fahren sie virtuell in die Vergangenheit und sehen etwa 600 Gebäude der Altstadt, die für das VR-Erlebnis originalgetreu rekonstruiert wurden. Zudem bevölkern etwa 3.000 animierte Einwohner die Szene; einige von ihnen erzählen auf Wunsch von ihrem Alltag. Vibrationen und Fahrtwind machen das Erlebnis zusätzlich realistischer. Im ersten Jahr konnte Timeride rund 100.000 Besucher verzeichnen und wurde für das Konzept mit dem Bayerischen Gründerpreis 2018 ausgezeichnet. Nun ist eine zweite Filiale in Dresden geplant, die eine virtuelle Reise in das barocke Elbflorenz ermöglicht. Zudem gibt es im Virtual-Reality-Themenpark der chinesischen Stadt Nanchang einen lizensierten Nachbau des Cöln-Erlebnisses.
vrodo.de