KW 39: Microsoft und Eon kooperieren für Smart-Home-Lösung, UPS setzt auf IoT, Amazon zeigt neue Alexa-Geräte

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NACHRICHTEN

Microsoft und Eon kooperieren für Smart-Home-Lösung: Im Rahmen der diesjährigen Entwicklerkonferenz „Microsoft Ignite“ kündigte das US-Unternehmen eine internationale Partnerschaft mit dem deutschen Energieversorger Eon an. Gemeinsam haben die Konzerne eine Software-Lösung entwickelt, die das smarte Energiemanagement in Privathaushalten revolutionieren soll. Das System soll die zentrale Steuerung aller Anlagen des Hauses ermöglichen, die Energie verbrauchen oder produzieren. Darunter fallen etwa Heizung, Waschmaschine, Solarzellen auf dem Dach oder auch ein Ladegerät für Elektrofahrzeuge. Unterstützt von künstlicher Intelligenz hilft das Energiemanagement-System, den Stromverbrauch zu reduzieren und sorgt für einen höheren Wohn-Komfort. Diese zentrale Plattform soll ab Anfang 2019 verfügbar sein und laut den Partner-Unternehmen die „nächsten Stufe des Smart Home“ darstellen.
handelsblatt.com

Logistik: UPS setzt auf IoT: Immer wieder greift Amazon mit disruptiven Neuerungen das Geschäftsfeld von Logistik-Unternehmen wie DHL, FedEx oder UPS an. Letzterer Versandriese hat jedoch einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil: Bereits seit einiger Zeit setzt UPS zunehmend auf das Internet der Dinge um seine Leistung zu optimieren. Die aktuellen Fahrzeuge des Konzerns sind mit über 200 Sensoren ausgestattet, die kontinuierlich Daten über den Fahrzeugbetrieb erfassen. Über Nacht werden die Informationen von der UPS Analyse-Software ausgewertet und im Rahmen der vorausschauend Wartung bestimmt, ob Fahrzeugteile ausgetauscht werden müssen. Zudem sorgen die Sensoren für die Sicherheit des Fahrers und berechnen beispielsweise auch Leerlaufzeiten. Doch zu den bedeutendsten Datenmanagement-Assets von UPS gehört „Orion“, eine Abkürzung für „On-Road Integrated Optimization and Navigation“. Das System enthält Informationen auf Paketebene, kundenspezifische Online-Kartendaten, Flottentelematik und fortschrittliche Algorithmen und erstellt daraus die effizienteste Route für jeden Lieferwagen. Dabei kooperiert es mit den Sensor-gestützten Handheld-Geräten der Fahrer. So soll Orion UPS jedes Jahr Hunderte von Millionen Dollar, oder 100 Millionen zurückgelegter Meilen, einsparen.
cio.de

Amazon zeigt neue Alexa-Geräte: Im Rahmen eines Events hat Dave Limp, der bei Amazon für die Entwicklung von Echo und Alexa zuständig ist, vergangene Woche eine Vielzahl neuer Geräte präsentiert. „Wir wollen, dass unsere Kunden überall Zugriff auf Alexa haben – in der Küche, im Wohnzimmer, im Büro oder wo immer sie möchten“, so Limp. Dafür sorgen soll etwa der „Echo Input“, ein tragbares Gerät das erstmals mobilen Zugriff auf die smarte Assistentin ermöglicht. Fahrzeuge ohne integrierte Alexa-Unterstützung können künftig mit „Alexa Auto“ nachgerüstet werden. Mit diesen beiden Geräten schließt Amazon die wichtigste Lücke zu Konkurrenten wie Google oder Apple, die ihre Assistenten über das eigene Smartphone mobil machen. Außerdem sollen neue Haushaltsgeräte Alexa weiter hin den Alltag der Nutzer integrieren, darunter etwa die smarte Steckdose „Amazon Smart Plug“, eine Mikrowelle, eine Wanduhr und auch die Überwachungskameras des kalifornischen Startups Ring, das Amazon im Frühling übernommen hatte.
handelsblatt.com

Cortana kommt ins Unternehmen: Im Privatkundenbereich hat Microsofts Cortana den Konkurrenzkampf mit den smarten Assistenten von Google und Amazon so gut wie verloren: Bislang ist nur ein einziger Cortana-Lautsprecher auf dem Markt, der in Deutschland nicht einmal zum Verkauf steht. Mit dem neuen Cortana Skills Kit for Enterprise will sich Microsoft nun offenbar auf den Unternehmensbereich spezialisieren. Das neue Werkzeug soll es Firmen ermöglichen, ihre eigenen Apps und Programme mit der Sprachsteuerung auszustatten. Als Beispiel nennt Microsoft ein IT-Helpdesk, bei dem der Mitarbeiter Support-Tickets per Sprachbefehl erstellen lassen kann. Cortana Skills Kit for Enterprise kann dafür auf das Microsoft Bot Framework und den Azure Language Understanding Service zurückgreifen, auch die Steuerung über das Azure Active Directory ist inkludiert. Zunächst wird das Tool nun ausgewählten Unternehmen zur Verfügung gestellt.
golem.de

Daimler eröffnet Teststrecke für autonomes Fahren: In Immendingen am Bodensee wird Daimler künftig auf einem 520 Hektar großen „Prüf- und Technologiezentrum“ die Mobilität der Zukunft erforschen. Vor allem in den Bereichen vernetztes und autonomes Fahren, flexible Nutzung beziehungsweise Carsharing und Elektromobilität will das Unternehmen auf den über 30 Teststrecken Versuche durchführen. Auf der nach Bertha Benz benannten „Bertha-Fläche“ werden etwa hochautomatisierte Fahr- und Sicherheitsfunktionen getestet, demnächst sollen dort auch vollständig autonome Fahrzeuge unterwegs sein. Im „Stadtquartier“ wird mit zahlreichen Ampeln und anderen Verkehrszeichen hingegen vorrangig die Kommunikation der Autos untereinander trainiert. Hier arbeiten die Forscher auch an einer intelligenten Infrastruktur, bei der die Fahrzeuge direkt mit allen beteiligten Verkehrs-Komponenten vernetzt sind.
heise.de

IBM erhält Patent für autonome Self-Servicing-Geräte in Blockchain-basiertem IoT-System cointelegraph.com
Ignite 2018: Microsoft, Adobe und SAP kündigen einheitliche Datenstruktur in Azure-Cloud an golem.de
Potsdam: weltweit erste fahrerlose Straßenbahn absolviert Jungfernfahrt futurezone.at
Microsoft: Office-Suite erhält KI-Unterstützung golem.de

ZAHL DER WOCHE

Laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums sind nur 46 Prozent der Mitarbeiter in deutschen Unternehmen ausreichend für die kommenden digitalen Herausforderungen gewappnet – im Vergleich zur weltweiten Ausbildungslage ein dürftiger Wert.
faz.net

HINTERGRUND

Kaspersky Lab warnt vor IoT-Malware: Bereits im ersten Halbjahr 2018 erfolgten nach Auswertungen der Sicherheitsexperten drei mal so viele Hacker-Angriffe auf IoT-Geräte wie im gesamten letzten Jahr: Mehr als 120.000 unterschiedliche Malware-Varianten attackierten demnach gezielt vernetzte Geräte. Auch wenn Kaspersky Lab sich voranging mit der Auswertung von Nutzer-Endgeräten befasst ist klar, dass dieser besorgniserregende Trend auch industrielle IoT-Systeme und vernetzte öffentliche Systeme betrifft. Mikhail Kuzin, Sicherheitsforscher bei Kaspersky Lab, befürchtet: „Selbst wenn Hersteller ihre Geräte ab sofort mit deutlich besserer Sicherheitstechnologie ausstatten, wird es lange dauern, bis die alten anfälligen Geräte verschwunden sind.“ Während Privatnutzer das Risiko durch Maßnahmen wie regelmäßige Firmware-Updates, das Ändern vorgegebener Passwörter und regelmäßige Neustarts immerhin senken können, ist dies für großflächige Industrie-Netze nicht praktikabel. Hier raten die Experten zu „Security-by-Design der IoT-Knoten und -Endgeräte, etwa durch den Einsatz von TPM-Modulen und dedizierten Security-Prozessoren“.
elektronikpraxis.vogel.de

KI-Übersetzung sorgt für mehr Umsatz: Die Ökonomen Erik Brynjolfsson, Xiang Hui und Meng Liu haben die Korrelation zwischen einer gleichen Landessprache und erhöhtem Handelsaufkommen zwischen zwei Partnern untersucht. Dieser Zusammenhang war bislang nur empirisch belegt, konnte aber nicht kausal auf den Faktor Sprache zurückgeführt werden. Die Forscher nutzen dafür nun die Einführung von maschinellem Übersetzen auf der Handelsplattform eBay als natürliches Experiment. Seit dem Sommer 2014 werden Artikelnamen und -beschreibungen auf der Seite durch ein selbstlernendes KI-System übersetzt, das sich selbst beständig korrigiert und so besser wird. Zuvor erfolgte die Übersetzung durch ein Tool der Suchmaschine Bing. Tatsächlich konnten die Ökonomen anhand der sogenannten Differenz-von-Differenz-Methode nachweisen, dass die maschinelle Übersetzung zu mehr eBay-Exporten aus den USA nach Südamerika geführt hat. Der Anstieg betrug zwischen 17,5 und 20,9 Prozent. Besonders positiv war der Effekt bei Artikeln mit langem Namen sowie bei billigen Produkten, die überdurchschnittlich oft von unerfahrenen Käufern erworben werden. Die vergleichsweise geringe Verbesserung in der Qualität der Übersetzungen sei „äquivalent zu einer 37,3 Prozent geringeren Entfernung zwischen den Handelspartnern“. Die Forscher resümieren: „Maschinelles Übersetzen hat die Welt signifikant kleiner gemacht.“
wiwo.de

PROJEKT DER WOCHE

Deutscher Hersteller entwickelt autonomen Lieferwagen: Der Zulieferer ZF Friedrichshafen AG hat einen autonomen Lieferwagen vorgestellt, der insbesondere das in der Logistik als „letzte Meile“ bekannte Problem lösen soll. Dabei handelt es sich um den letzten Schritt der Transport-Kette zum Endkunden. Der „ZF Innovation Van“ soll diesen Schritt komplett selbstständig erledigen, er soll „eigenständig durch Innenstädte manövrieren, Ampeln und Verkehrszeichen erkennen, die Spur auch ohne Markierung halten und Hindernisse wie Baustellen oder andere in der zweiten Reihe geparkte Autos umfahren können“. Mit Hilfe der „Follow-me-Funktion“ können Paketzusteller den Wagen bereits die nächste Adresse ansteuern lassen, wenn ist für sie beispielsweise sinnvoller ist, zu Fuß zu gehen. In den kommenden zwei Jahren soll der ZF Innovation Van zur Serienreife gebracht werden und die letzte Meile „revolutionieren“, so ZF-Vorstandsvorsitzende Wolf-Henning Scheider.
faz.net

ZITAT

„Wir benötigen Regeln und Institutionen, welche ich am einfachsten als eine Art KI-TÜV beschreiben kann. Wir müssen KI-Systeme genauso warten wie heute schon die Bremsen eines Autos.“
Damian Borth von der Hochschule St. Gallen ist Experte für Maschinelles Lernen und fordert ein Prüfsiegel für KI-Systeme.
heise.de

DISCONNECTED

Chat-Roboter fallen bei Stiftung Warentest durch: Die Tester von Stiftung Warentest haben Chat-Angebote und Hotlines von Telekommunikationsfirmen wie Vodafone, Congstar oder O2 unter die Lupe genommen. Das vernichtende Urteil: Die Bots fielen allesamt durch. „Von künstlicher Intelligenz keine Spur“, resümieren die Prüfer. Die Chat-Roboter wie Julia von Vodafone, Lisa von O2 oder Ubo von Unitymedia seien „dumm, überfordert und zickig“. Häufig verstehen sie Anfragen nicht korrekt, gehen mit ihren Antworten komplett am Thema vorbei und reagieren launisch. Als ein Tester etwa Vodafone-Julia mitteilte, er wolle seinem Patenkind ein Smartphone schenken, antwortete sie mit „Sie glauben doch nicht, dass ich mich von Ihnen derart beschimpfen lasse!? Bitte unterlassen Sie es, so mit mir zu reden.“ Immerhin: Die Live-Chats mit menschlichen Mitarbeiter schnitten nahezu genauso schlecht ab, alle wurden mit „mangelhaft“ bewertet.
welt.de