KW 38: Autonomes Fahren bringt Umschwung in der Logistik, Amazon plant neue Alexa-Geräte, Globalfoundries und Fraunhofer vertiefen Kooperation

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NACHRICHTEN

Autonomes Fahren bringt Umschwung in der Logistik: Eine neue Studie hat herausgefunden, dass sich die Kosten der Logistik-Branche bis 2030 nahezu halbieren können – dank Roboterautos. „Strategy&“ der Strategieberatung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC zeigt auf, wie die Automatisierung von Logistikprozessen und Lastwagen Kosten um 47 Prozent senken kann. Allerdings bedeute dieser Wandel auch, dass sich „altbekannte Geschäftsmodelle und traditionelle Rollen von Spediteuren, Lkw-Unternehmern oder Fernfahrern“ verändern, so „Strategy&“-Partner Gerhard Nowak. Zudem geht die Studie von einer gewaltigen Effizienzsteigerung aus: Ab 2030 könnten autonome Lastwagen 78 Prozent der verfügbaren Zeit auf der Straße sein; aktuell liegt der Wert bei 29 Prozent. Dafür sind unter anderem die entfallenden Ruhepausen für die Fahrer verantwortlich. Zudem kann bei den Lastwagen auf die Fahrerkabine verzichtet werden, was eine Einsparung von 30.000 Euro pro Fahrzeug bedeutet. Im Gegensatz dazu ist die Technologie für autonomes Fahren jedoch teurer als herkömmliche Wagen, so dass der Preis der Laster insgesamt nur um etwa sieben Prozent sinken wird. Nowak ist sich sicher: „Schon in wenigen Jahren werden die Nutzfahrzeug- und die Logistikbranche zu einem Ökosystem verschmelzen, das digital und effizient gesteuert wird.“
faz.net

Amazon plant neue Alexa-Geräte: Nach dem durchschlagenden Erfolg von Amazons vernetztem Lautsprecher „Echo“ plant das Unternehmen nun offenbar, auch andere Geräte mit der Sprachassistenz Alexa auszustatten. Laut Berichten des amerikanische Nachrichtensender CNBC sollen noch in diesem Jahr acht neue Geräte mit Alexa auf den Markt kommen. Darunter seien unter anderem eine Mikrowelle, ein Verstärker und ein Subwoofer. Außerdem soll Alexa auch ins Auto kommen. Vorgestellt werden soll die neue Hardware noch in diesem Monat. Amazon begibt sich damit in direkte Konkurrenz mit Herstellern wie Sonos, der verschiedene Lautsprechermodelle mit Alexa-Unterstützung anbietet, oder Garmin, der bereits eine Alexa-kompatible Dashcam auf dem Markt hat. Im Juli verkündete Amazon-Chef Jeff Bezos: „Wir wollen, dass Kunden Alexa überall dort benutzen können, wo sie sich aufhalten.“ Die Zahl der Alexa-fähigen Geräte hätte sich allein im vergangenen Jahr „mehr als verdreifacht“. Verkaufszahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht, sprach aber in früheren Angaben von „tens of millions“ verkaufter Geräte.
faz.net

Globalfoundries und Fraunhofer vertiefen Kooperation: Der Dresdner Chipproduzent Globalfoundries und das Forschungsinstitut Fraunhofer IPMS bauen ihre bestehende Entwicklungskooperation aus. Schwerpunkt des gemeinsamen Forschungsvertrags sind verschiedene Aspekte der Energiespartechnologie FD-SOI, die das Internet der Dinge vorantreiben soll. Gemeinsam wollen die Partner innovative Materialien, Prozesse und Bauelemente für FD-SOI entwickeln. Dafür soll auch ein gemeinsames Doktorandenprogramm für bis zu 16 junge Wissenschaftler entstehen. Zudem wird das Gelände des Fraunhofer IPMS auf zirka 900 Quadratmeter erweitert und mit neuen Anlagen ausgestattet. Im Rahmen der Förderung für die Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland wird das Fraunhofer IPMS dabei vom Bundesforschungsministerium unterstützt.
sz-online.de, all-electronics.de

Bundesregierung führt KI-Workshops durch: Im Rahmen der KI-Strategie, die die Bundesregierung derzeit erarbeitet und die Deutschland zum „weltweit führenden Standort für KI“ machen soll, finden nun insgesamt sechs Workshops in verschiedenen Ministerien statt. Externe Experten sollen etwa am Montag im Bundeswirtschaftsministerium diskutieren, wie die Wirtschaft Forschungsergebnisse zur KI besser nutzen kann. Unter anderem sollen auch im Forschungsministerium, im Gesundheitsministerium und dem Verkehrsministerium entsprechende Experten-Runden stattfinden. Unklar ist jedoch weitgehend, welche Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft an den Veranstaltungen teilnehmen, alle finden hinter verschlossenen Türen statt. Lediglich das Arbeitsministerium veröffentlichte die Namen der Beteiligten. „Diese Heimlichtuerei ist unverständlich“, ärgert sich Manuel Höferlin, digitalpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion. „Grundsätzlich“ spreche nichts dagegen, dass sich die Bundesregierung Fachwissen von außen hole, aber „natürlich müssen dann die Einzelheiten transparent gemacht werden. Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein.“
tagesspiegel.de

Oneplus kündigt Smart-TV an: Bereits seit einigen Jahren sorgt der chinesische Hersteller Oneplus mit hochklassigen Smartphones zu günstigen Preisen für Aufruhr, nun will das Unternehmen auch im Smart-TV-Markt mitmischen. Firmengründer Pete Lau kündigte an, dass 2019 ein entsprechendes Gerät in den Handel kommen soll. Traditionelle Hersteller hätten „das Internet noch nicht wirklich gut in die Fernseherfahrung integriert“, so Lau weiter. Darüber, wie sein Unternehmen das konkret ändern will, weiß man jedoch noch nicht allzu viel. Bislang ist lediglich bekannt, dass Oneplus seinen Fernseher mit einem smarten Sprachassistenten und einer Kamera ausstatten möchte.
t3n.de

Retrofit: Nachträgliche „Smartifizierung“ alter Industrie-Geräte funkschau.de
Frankfurt: University of Applied Science startet Bachelor-Studengang „Elektro- und Informationstechnik“ faz.net
United Smart Cities: Telekom unterstützt UN-Initiative für Smart Cities energate-messenger.de
Digitalisierung: Chancen und Risiken auf dem Job-Markt wiwo.de

ZAHL DER WOCHE

In China hat der IoT-Markt im laufenden Jahr erstmals den Marktwert von einer Billion Yuan überschritten.
german.china.org

HINTERGRUND

Mobilität der Zukunft: Das sogenannte Level 5 gilt als höchste Stufe für autonome Fahrzeuge, der Punkt an dem sie vollkommen eigenständig unterwegs sind. Welt-Autor Michael Kemme argumentiert, dass es sich dabei jedoch nicht um den „Gipfel der Entwicklung“ handelt, sondern vielmehr das „Basislager“. Gemeinsam mit Elektromobilität bietet vollständig autonomes Fahren demnach den Grundstock neuer Mobilitätslösungen, die Städte für alle lebenswerter machen. So können etwa autonome Elektrofahrzeuge des Levels 5 eine voll-automatisierte intelligente Verkehrsflotte bilden, die Bedarfs- und Flottenplanung ebenso übernimmt, wie die selbstständige Ladung. Der einzelne Nutzer muss sich also kaum noch um die Energieversorgung kümmern. Verschiedene, ineinander greifende Verkehrssysteme und -angebote können zudem für mehr Komfort und kürzere Fahrzeiten sorgen. Für jede Route kann das vernetzte System automatisch das oder die richtigen Verkehrsmittel bestimmen. Auch Services wie etwa ein mobiler Shoppingdienst sind denkbar, bei dem der Kunde morgens per Smartphone bestellt und seine Ware auf dem Heimweg an einem praktisch gelegenen Ort abholt. Werde autonomes Fahren zu Ende gedacht, könne es „das Bild unserer Städte grundlegend zum Positiven verändern“, so Kemme. Darin sehe er das tatsächliche Potential der Technologie.
welt.de

Wo bleibt das „Internet der User“?: Diese Frage stellt sich Autor Philipp Thesen von der Hochschule Darmstadt in einem lesenswerten, ausführlichen Artikel zum Thema Künstliche Intelligenz. Er argumentiert, dass die Diskussion über neue Technologien nicht nur technisch zu führen sei: „Sie ist auch eine politische und kulturelle Auseinandersetzung über die Frage, wie wir Menschen künftig leben und arbeiten wollen.“ Die großen Internetkonzerne hätten längst „digital twins“ ihrer User erstellt, die jedoch nur einen Teil des Menschen abbilden, da die Unternehmen lediglich am Konsumverhalten interessiert sind. Die Bevölkerung stehe dem zunehmenden Aufstieg von KI auch deshalb so kritisch gegenüber, da sie nicht in die Entwicklung eingebunden werden. Sie seien lediglich „passive Objekte, die unablässig gescannt, ausgewertet und berechnet werden“, was an dystopische Hollywood-Filme erinnere. Thesen fordert deshalb von den Entwicklern, den Mensch mit der Maschine zu „versöhnen“ und transparent mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Gesellschaft umzugehen.
horizont.net

PROJEKT DER WOCHE

Facebooks neuronales Netzwerk „Rosetta“ soll Memes analysieren: In Echtzeit soll Facebooks neues KI-System „Rosetta“ künftig Inhalte analysieren, in denen Texte und Bilder vermengt werden. Dies betrifft beispielsweise Memes, über die viele Nutzer auf Facebook und auch Instagram kommunizieren. Sie konnten von den automatisierten Systemen zum Erkennen von illegalen Inhalten bislang nicht eingeordnet werden. Rosetta kann laut dem Unternehmen jedoch Text von beliebigen Fotos erfassen und auch den Kontext dahinter erkennen. Trainiert wurde die KI direkt mit Daten von Facebook sowie synthetisch generierten Memes. Aktuell hat das System jedoch noch Probleme mit Text in Videos, der aufgrund der hohen Bildanzahl noch schwieriger zu erfassen ist.
heise.de

ZITAT

„Die Versicherungsexperten wagen auch einen für die Sicherheitsbranche hoffentlich hilfreichen Ausblick in die Zukunft – und fordern ihre Mitglieder in Europa auf, zu verhindern, dass sich bei den Versicherungsnehmern eine Scheinsicherheit einstellt. Wichtig für qualifizierte Errichter: Gerade vor Do-it-yourself-Einbau wird gewarnt.“
Sebastian Brose ist bei der VdS Schadenverhütung GmbH als Leiter des Produktmanagements im Geschäftsbereich Produkte und Unternehmen tätig. Gemeinsam mit dem europäischen Versichererverband IE und der Polizei warnt das Unternehmen in einem Positionspapier vor Sicherheitslücken in vielen aktuellen Smart-Home-Angeboten, insbesondere wenn die Geräte vom Benutzer selbst installiert werden.
fenster-tueren-technik.de

DISCONNECTED

Tesla-Klau per Smartphone: Einem Dieb ist es gelungen, ein Tesla Model 3 von einem Autoverleih zu entwenden – per Smartphone. Nachträglich konnte ein Computer-Forensiker das Vorgehen des Verbrechers rekonstruieren: Offenbar hatte der Mann zunächst beim Tesla-Kundenservice angerufen und das Auto zu seinem Account hinzufügen lassen. Hierfür lag ihm anscheinend die Identifikationsnummer des Wagens vor. Anschließend konnte er ihn per App entsperren und damit wegfahren. Obwohl der Mann das GPS-Signal des Autos deaktiviert hatte, konnte er nur zwei Tage später gefasst werden. Per App verfolgte der Besitzer dafür, an welchen Orten der Dieb den Wagen per Supercharging auflud.
wired.de