KW 36: Panasonic setzt auf Vodafones „Maschinennetz“, Digitale Brücken-Überwachung per IoT, Munich Re übernimmt IIoT-Startup

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NACHRICHTEN

Panasonic setzt auf Vodafones „Maschinennetz“: Der japanische Elektronikkonzern Panasonic ist der nächste Großkunde von Vodafones schmalbandigem Netz für das Internet der Dinge. Auf der Ifa in Berlin kündigten die beiden Unternehmen an, dass sie aktuell in Frankfurt der Einsatz smarter Klimaanlagen testen würden, die über das Vodafone-Netz gesteuert und gewartet werden können. Für die Zukunft plane man auch weitere Tests mit anderen Haushaltsgeräten. Das sogenannte Maschinennetz wird als eigenständige Infrastruktur für das IoT ausgebaut, weil es kostengünstiger und energiesparender ist. Bis September soll es großflächig in Deutschland einsatzbereit sein und auf etwa 90 Prozent der LTE-Abdeckung zur Verfügung stehen. Das Narrowband (Schmalband) funkt über niedrige Frequenzen und kann dicke Wände durchdringen, was etwa auch in Keller und Grange für stabiles Netz sorgt. Auch die Deutsche Telekom baut ihr Narrowband für die industrielle Nutzung derzeit aus, setzt dabei aber vor allem auf Ballungsräume.
finanztreff.de, connect.de

Digitale Brücken-Überwachung per IoT: Am Düsseldorfer Flughafen hat die Telekom eine IoT-Lösung umgesetzt, die Betonbauten automatisch und ständig auf Materialschäden überwacht. So sollen etwa versteckte Risse, Korrosion oder Materialermüdung frühzeitig erkannt und repariert werden können. Am Flughafen in Düsseldorf besteht das Nadelöhr aus einer Betonbrücke, über die täglich 120 Tankwagen mit je 30.000 Litern Kerosin pendeln, um die Kraftstoffversorgung der Flugzeuge zu gewährleisten. Sie wird nun mit ingesamt 50 Sensoren in der Fahrbahnoberfläche und den Brückenkappen überwacht, um eine Beeinträchtigung des Flugverkehrs durch plötzlich auftretende Schäden zu vermeiden. Die Sensoren messen hierfür Temperatur, Feuchtigkeit und Korrosion, und übertragen die Daten per NarrowBand-IoT nahezu in Echtzeit. Michael Hohenecker, Leiter Datenmanagement und Bauwerksprüfung im Geschäftsbereich Real Estate Management des Düsseldorfer Flughafens, erklärt die Vorteile des neuen Verfahrens: „Bislang gaben Materialproben Aufschluss über den Gebäudezustand. Eine aufwendige und meist mit einer Zerstörung verbundene Methode.“
cio.de

Munich Re übernimmt IIoT-Startup: Über die Gruppengesellschaft Hartford Steam Boiler hat Munich Re 100 Prozent der Anteile an Relayr übernommen, einem führenden Software-Hersteller im Bereich des industriellen Internet der Dinge. Mit seinen End-to-End-Lösungen im Bereich der gewerblichen und industriellen IoT soll das Unternehmen die ausgeprägte IoT-Strategie von Munich Re vorantreiben. Dank der Akquise kann Relayr sein Finanz- und Versicherungsangebot weiter auszubauen und zudem auf den großen Kundenstamm der Gruppe zurückgreifen. „Diese Akquisition folgt klar unserer Strategie: Wir kombinieren eigenes Risikowissen, Fähigkeiten zur Datenanalyse und Finanzkraft mit der technologischen Expertise von relayr. Auf dieser Basis wollen wir neue Ideen für die Zukunft von Gewerbe und Industrie entwickeln“, so Torsten Jeworrek, Mitglied des Vorstands von Munich Re. Und auch Josef Brunner, CEO von relayr, freut sich über die Partnerschaft: „Der einzigartige Zusammenschluss unserer Unternehmen verdeutlicht, wie wichtig es ist, mit zukunftsweisenden Technologien und leistungsstarken Finanz- und Versicherungslösungen zum Geschäftserfolg der Kunden beizutragen. Die Transaktion bietet hervorragende Möglichkeiten in diesem Bereich weltweit führend zu werden.“ Der Unternehmenswert von Relayr wird auf 300 Millionen US-Dollar angesetzt.
presseportal.de

Chaos Computer Club warnt vor Sicherheitslücken im Smart Home: Laut einer aktuellen Studie des Branchenverbands Bitkom hat bereits jeder vierte Deutsche mindestens ein vernetztes Haushaltsgerät zu Hause. Für den Verbraucher bieten sie Komfort und Sicherheit, doch der Chaos Computer Club hat im Rahmen der Ifa erneut vor Sicherheitslücken in den Geräten gewarnt. „Der Preisdruck in der Branche geht oft zu Lasten der Sicherheit, im Speziellen zu Lasten der Softwarequalität und der Nachsorge“, so Sprecher Linus Neumann. Der Chaos Computer Club fordert deshalb strengere rechtliche Vorgaben, insbesondere was Sicherheitsupdates betrifft. Sinnvoll sei etwa eine Kennzeichnungspflicht für ein Art Verfallsdatum, das angibt, wie lange das entsprechende Gerät mit Software-Updates versorgt wird. Nutzer sollen sich zudem stets im Klaren sein, dass die Gadgets zum Sammeln und Versenden von Daten genutzt werden.
faz.net

Samsung setzt komplett auf smarte Haushaltsgeräte: In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters kündigte der in diesem Bereich für Deutschland zuständige Manager von Samsung an, dass man bis 2020 nur noch vernetzte Haushaltsgeräte verkaufen will. Das Unternehmen liefert zudem eine Plattform, über die alle intelligenten Geräte miteinander kommunizieren können. Vierzig Prozent der angebotenen Waschmaschinen seien bereits smart, so Manager Alexander Zeeh weiter. Sie können etwa per Sprachsteuerung bedient werden und Ratschläge zum Energiesparen geben. Zudem will der südkoreanische Konzern sein Geschäft im Bereich der Küchen-Einbaugeräte ausbauen, und strebt dafür Kooperationen mit Möbel-Herstellern an. Die Küche „löst das Auto als Statussymbol ab“, so Zeeh.
futurezone.at

„Magenta Connected Life“: Telekom plant zahlreiche IoT-Lösungen für Privatkunden it-zoom.de
Digitalisierung: Cybersicherheit so wichtig wie nie focus.de
Kabelnetz: Unitiymedia und Conrad Connect starten „Lora“ golem.de

ZAHL DER WOCHE

35,5 Prozent der Smart-Home-Netzwerke weltweit enthalten mindestens ein Gerät, das nicht ausreichend vor Cyberattacken geschützt ist und damit das ganze System gefährdet. Das geht aus einer aktuellen Forschungsstudie von Avast hervor.
it-daily.net

HINTERGRUND

IoT als „Game Changer“ im stationären Handel: Das IIHD-Institut der Hochschule Worms und die Management- und Technologieberatung BearingPoint haben in einer Analyse untersucht, wie künftig auch der stationäre Handel von der digitalisierten Ära von „Retail 4.0“ profitieren kann. Elementar ist dabei das Smartphone als sogenannter „Connector“ zwischen Kunde und Händler. Vernetzte Geräte können darüber die Verhaltensweisen und Bedürfnisse der Konsumenten analysieren und erlernen, wodurch neue Produkte und Dienstleistungen entstehen können. Laut den Experten findet die Datenverarbeitung dabei direkt beim Kunden statt, so kann eine deutlich höhere Handlungsgeschwindigkeit erreicht werden. Letztendlich könnten beispielsweise Routinekäufe so komplett automatisiert ablaufen – auch auf Händlerseite. Allerdings resümiert Kay Manke, Partner bei BearingPoint, auch: „Bei der Umsetzung von IoT- und Smart Store-Konzepten befindet sich der deutsche Handel aktuell noch inmitten einer Konzeptionsphase – der Automatisierungsgrad ist Stand heute noch sehr gering. Eine der zentralen Hürden für die Implementierung von IoT sind die Skalierbarkeit von IT-Strukturen sowie die Notwendigkeit hoher Investitionen. Handelsunternehmen sollten jedoch bereits frühzeitig die Grundlagen schaffen, um das volle Potenzial von IoT realisieren zu können.“
gfm-nachrichten.de

Jaguar präsentiert autonomes Auto mit Riesenaugen: Als ein Nachteil von autonomen Fahrzeugen wird oft aufgeführt, dass Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer keinen Blickkontakt aufnehmen und so bestätigen können, dass sie wahrgenommen wurden. Um diese Interaktion auch mit selbstfahrenden Autos zu ermöglichen, hat Jaguar Land Rover nun riesige Augen am Fahrzeug vorgestellt. Der Computer kann damit den Blickkontakt von Fußgängern erwidern und sie beispielsweise beim Überqueren der Straße im Auge behalten. Erste Tests sollen die psychologische Wirkung der Augen auf Menschen untersuchen. Laut dem Unternehmen laufen sie noch, allerdings würden sich bereits positive Ergebnisse abzeichnen. In der Tat wären Riesenaugen wohl leichter und intuitiver zu verstehen, als etwa Piktogramme oder Displayanzeigen.
wired.de

PROJEKT DER WOCHE

Digitaler Beifahrer für mehr Sicherheit im Straßenverkehr: 37 Prozent der befragten Autofahrer zwischen 18 und 22 Jahren greifen laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov auch hinterm Steuer ab und an zum Smartphone. Das Startup „German Autolabs“ hat mit seinem digitalen Beifahrer „Chris“ nun ein System vorgestellt, das Autofahrten sicherer und unterhaltsamer machen soll. Wie ein Navi wird das Gerät an der Windschutzscheibe befestigt und kann per Sprache und Gestik gesteuert werden. Chris dient als Navigationsgerät, kann Musik abspielen, Textnachrichten vorlesen oder per Spracheingabe verfassen und per Freisprechfunktion Telefonate durchführen. Das Gadget ist mit fünf Mikrofonen, zwei Bluetooth-Empfängern und einem Gestensensor ausgestattet und soll im Handel etwa 300 Euro kosten.
wired.de

ZITAT

„In jedem Smart-Home-System hängt die Verwundbarkeit vom schwächsten Glied ab.“
Im Rahmen eines Live-Experiments auf der Ifa demonstrierte Ondrej Vlcek, Technikvorstand des Softwareanbieters Avast, wie leicht er sich Zugriff auf die verschiedenen vernetzten Geräte der Zuschauer verschaffen kann.
welt.de

DISCONNECTED

China: Kommunistischer Smart Speaker auf dem Markt: Ximalaya FM ist die größte Audioplattform Chinas und versorgt über 40 Millionen registrierte Nutzer mit Podcasts, Radiosendungen, Musik, Hörbüchern oder auch Vorlesungen. Bereits seit vergangenem Jahr hat der Dienst auch einen eigenen vernetzten Lautsprecher im Repertoire, der per Sprachbefehl Audioinhalte abspielt, den Wetterbericht ansagt oder den Kalender organisiert. Nun wurde bekannt, dass es seit Juli diesen Jahres eine Sonderedition des Gerät gibt: Sie ist knallrot und mit einem Hammer- und Sichelemblem versehen. Zusätzlich zu den regulären Funktionen ist der Speaker mit extra produzierte Inhalten bestückt, darunter etwa Audio-Informationen zur Geschichte, den Strukturen, der Philosophie und auch den hierarchischen Strukturen der Kommunistischen Partei Chinas. Die „rote Edition“ ist exklusiv für Partei-Organisationen und nachgewiesenen Partei-Mitglieder bestimmt, und soll auch gestressten Anhängern ermöglichen, „nebenbei zu lernen“, so Ximalaya FM.
wired.de