KW 32: Mozilla entwickelt Sprachassistent, ARM übernimmt Treasure Data, Conrads „Marketplace“ steht in den Startlöchern

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NACHRICHTEN

Mozilla entwickelt Sprachassistent: Der Open-Source-Spezialist arbeitet Berichten zufolge an einem eigenen Sprachassistenten, der Alexa und dem Google Assistant Konkurrenz machen soll, und vor allem für den Einsatz im Smart Home gedacht ist. Eine erste Variante kann bereits in Version 0.5 der freien IoT-Lösung „Things Gateway“ getestet werden, allerdings handle es sich dabei noch um ein Experiment. Standardmäßig ist der Assistent deshalb auch noch deaktiviert, kann aber über den Menüpunkt „Smart Assistant UI“ in Betrieb genommen werden. Einzelne Befehle, wie etwa das Anschalten von Lampen, kann das System bereits umsetzen. Wer Things Gateway selbst testen möchte, benötigt einen Raspberry Pi 3, sowie die jeweils erforderlichen Peripheriegeräten, wie etwa Mikrofon oder USB-Dongles.
intelligentes-haus.de, com-magazin.de

ARM übernimmt Treasure Data: Der Prozessor-IP-Lieferant ARM hat das Datenmanagement-Unternehmen Treasure Data gekauft, und sieht in der Übernahme das „letzte Puzzleteil“ seiner durchgängigen IoT-Strategie. Die Expertise von Treasure Data liegt nach eigenen Angaben darin, „große Mengen verstreuter Daten und Silodaten zu aggregieren, zu übersetzen und so nutzbar zu machen“. ARM möchte mit seiner „ARM-Pelion-IoT-Plattform“ die grundlegende IoT-Schwierigkeit beheben, dass Hardware und Software unterschiedlicher Anbieter für die Systeme zusammenspielen müssen.
elektronikpraxis-vogel.de

Conrads „Marketplace“ steht in den Startlöchern: Auf der IFA 2018 will Conrad Berichte zufolge seinen neuen Service Conrad Marketplace präsentieren. Auf der Plattform sollen Smart-Home-Dienstleister ihre Services anbieten können. Die smarten Geräte eines Haushalts sollen so direkt mit der entsprechenden Dienstleistung verknüpft werden können, so dass alltägliche Abläufe ohne Zutun des Nutzern vonstatten gehen können. Der Dienst ist sowohl für Privatkunden wie auch Gebäudeverwalter ausgerichtet. Conrad Connect sorgt bereits jetzt für die lückenlose Verknüpfung von Smart-Home-Geräten verschiedener Hersteller, mit der Marketplace-Plattform sollen künftig also auch reale Dienstleistungen dazu kommen. Ein Bespiel ist etwa der Dienst „Fresh Compare“ von Fresh Energy, der anhand von smarten Steckdosen den Stromverbrauch des Verbrauchers misst, und gegebenenfalls konkrete Tipps zum Energiesparen gibt.
channelpartner.de

Tesla plant Autopilot 9.0 mit automatischer Autobahn Auf- und Abfahrt: Noch diesen Herbst soll das Softwareupdate für Teslas Elektroautos Over-the-Air verbreitet werden. Version 9.0 der Autopilot-Software soll neben „kleinen Komfort-Features“ auch eine große Neuerung enthalten: Die Funktion „On-ramp to Off-ramp“ bestimmt autonom, wann das Fahrzeug in welcher Spur sein muss, und kann auch Autobahn Auf- und Abfahrten automatisch bewältigen. Der Vizepräsidenten für das Ingenieurwesen bei Tesla, Stuart Bowers, nennt das Feature einen der „bedeutenden Fortschritte in der Autonomie“. Allerdings wird die Autopilot-Software auch ein Hardware-Update fällig, der Bordcomputer für autonomes Fahren muss um einen eigens entwickelten KI-Chip von Tesla ergänzt werden. Das Upgrade wird den Fahrzeugbesitzern kostenfrei zur Verfügung gestellt.
golem.de

Google Assistant und Google Home bekommen Raumerkennung: Seit einigen Wochen gibt es Meldungen aus den USA, dass Googles Smart-Home-Systeme dort mit der sogenannten Room Awareness ausgestattet werden, nun ist das Feature auch in Deutschland angekommen. User mit mehreren Geräten müssen künftig also nicht mehr spezifizieren, in welchem Raum Google etwa das Licht anschalten soll. Stattdessen erkennt das System automatisch, in welchem Raum man sich befindet, und führt die Befehle nur für Geräte im selben Zimmer aus. Das Rollout der Funktion ist gerade erst gestartet, so dass es für einzelne Nutzer noch einige Tage dauern kann, bis die Raumerkennung bei ihnen angekommen ist.
stadt-bremerhaven.de

Tradfri: IKEA bringt smarte Steckdose hardwareluxx.de
Trend Micro: Sicherheitsexperten warnen vor mangelnder IoT-Security channelpartner.de
LiDAR-Sensoren: Fraunhofer will Kinder vor Mäh-Robotern schützen industry-of-things.de
Moskau: Dank KI zur Smart City wallstreet-online.de

ZAHL DER WOCHE

Europas erste Datenflat für IoT-Geschäftskunden ist da: Das Angebot „1NCE Lifetime Fee“ von Telekom und 1NCE kostet einmalig 10 Euro, und ist zehn Jahre lang nutzbar – dies sollte der Lebensdauer eines IoT-Geräts entsprechen.
socialon.de

HINTERGRUND

IoT World Solutions Congress: Vom 16. bis 18. Oktober findet in Barcelona wieder einer der bedeutendsten Kongresse der industriellen IoT-Szene statt. Etwa 250 internationale Experten werden in Vorträgen die neuesten Trends der Branche präsentieren, zudem wird es über 100 Panel-Sessions geben. Veranstalter Fira Barcelona erwartetet über „10.000 Entscheider und Führungskräfte aus über 70 Ländern“. Der IoTSWC ist in drei Workshops unterteilt, die sich mit den Themen Künstliche Intelligenz, StartUps, und Digital Twin befassen. Wer dabei sein will, hat auf Industry of Things noch die Chance, eine Eintrittskarte zu gewinnen:
industry-of-things.de

„Durchbruch des Smart Home“: Aus einer neuen Studie des Branchenverbands Bitkom geht hervor, dass das Smart Home endgültig in Deutschland angekommen ist. Bereits 20 Millionen Bundesbürger besitzen mindestens ein smartes Gerät. Am beliebtesten sind intelligente Beleuchtungssysteme, Video-Überwachung, und Sprachassistenten. Mehr als ein Drittel der Befragten planen zudem, in den kommenden 12 Monaten eine neue vernetzte Anwendung anzuschaffen. Bitkom-Präsident Achim Berg ist sich sicher: „Künftig werden sie in deutschen Haushalten so selbstverständlich sein, wie Strom, Licht und fließendes Wasser.“ Bei diesem „Durchbruch des Smart Home“ gehe es aber nicht um „Technikspielereien“, sondern vielmehr um „um gesellschaftliche Veränderungen“. Die neuen Technologien könnten etwa älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Heim ermöglichen.
faz.net

PROJEKT DER WOCHE

Künstliche Intelligenz gegen das Bienensterben: Die Imkerin Katharina Schmidt hat ein StartUp ins Leben gerufen, das per KI die Gesundheit ihres Bienenvolks überwacht. In einem kleinen Holzkasten am Eingang des Bienenstocks wird jedes Tier beim Hineinfliegen gefilmt und analysiert. Das KI-System erkennt etwa, ob die Biene von einem Schädling befallen oder durch Pestizide beeinträchtigt ist, und ob sie Pollen bei sich trägt. Gerade diese Information ist nicht nur für den Imker relevant, sondern auch für andere Unternehmer, die indirekt von der Bienen-Population abhängig sind. Dazu zählen beispielsweise Landwirte. Aktuell arbeitet das Team von apic.ai noch an den technischen Details des Systems, künftig soll aber vorerst die komplette Region um Karlsruhe mit dem smarten Bienenstock ausgestattet werden.
swr.de

ZITAT

„Letztendlich sollen die Systeme bei Störungen und Ausfällen automatisch in einen festgelegten Zustand fahren. Und in diesem Zustand soll noch etwas Funktionalität vorhanden sein, damit nicht direkt bei Ausfall einer Komponente ein Totalausfall des gesamten IoT-Systems entsteht.“
Die Doktorandin Theresa Bettmann forscht an der FH Münster an einem Sicherheitskonzept für das Internet der Dinge.
focus.de

DISCONNECTED

Kaum Einkäufe über Alexa: Das dürfte sich Amazon etwa anders vorgestellt haben: Von den rund 50 Millionen Alexa-Usern nutzen nur zwei Prozent die Sprachassistentin zum Bestellen von Waren. Das entspricht 100.000 Nutzern. Immerhin eine Million soll zwar einen Einkauf per Alexa starten, den Vorgang aber abbrechen. Der Grund für die geringen Zahlen dürfte darin liegen, dass die meisten User gerne im Internet recherchieren und Preisvergleiche anstellen, bevor sie eine Bestellung auslösen.
golem.de