KW 31: Smartes Verkehrsmanagement in Asien, Googles smarte Brille ist zurück, Comdirect ermöglicht Überweisungen per Google Assistant

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NACHRICHTEN

Smartes Verkehrsmanagement in Asien: Laut einer Statistik der Vereinten Nationen sind Tokio, Delhi und Shanghai die einwohnerstärksten Metropolen der Welt. Das rapide Wirtschaftswachstum zieht immer mehr Menschen in die Städte, mit fatalen Folgen für die Infrastruktur. In Asien setzt man deshalb zunehmend auf intelligente Leit- und Fahrzeugerkennungssysteme, um gegen Staus, Smog und Unfälle vorzugehen. Ein RFID-basiertes System des deutschen Herstellers Tönnjes E.A.S.T. etwa identifiziert Fahrzeuge im stehenden und laufenden Verkehr kontaktlos und automatisch, und kann so „für eine eindeutige Fahrzeugerkennung sorgen und den Weg für digitales Verkehrsmanagement ebnen“. Bestehend aus dem Kfz-Kennzeichen IDePLATE und dem Windschutzscheibenaufkleber IDeSTIX ermöglicht es autorisierten Lesegeräten das Empfangen einer verschlüsselten Identifikationsnummer, die mit dem Halteregister abgeglichen werden kann. Diese eindeutige Fahrzeugerkennung kann überlaufenden Metropolen beispielsweise helfen festzulegen, wann welcher Wagen auf die Straße darf.
industry-of-things.de

Googles smarte Brille ist zurück: Nach nur einem Jahr hatte Google den Verkauf seiner Datenbrille 2015 eingestellt, das Gadget war gefloppt. Ein Großteil der Kunden empfand es als unangenehm, wenn der Gegenüber im Alltag ein derartiges Gerät trug. Nun stellte das Unternehmen im Rahmen einer Konferenz in San Francisco die „Google Glass Enterprise Edition“ vor. Die zugehörige App stammt von der israelische Software-Firma Plataine, dank der die Google-Brille nun erstmals mit einer sprachgesteuerten künstlichen Intelligenz ausgestattet ist. Glass soll zudem nicht mehr den Massenmarkt ansprechen, sondern in Fabriken eingesetzt werden. Dort kann sie den Arbeitern etwa auf Zuruf helfen, Materialien im Lager zu finden. Bei der Spracherkennung arbeitete Plataine mit Googles Dialogflow-Service zusammen, zudem soll die Brille mit einer Bilderkennungs-Software ausgestattet werden, die das Unternehmen mit Partnern wie Airbus entwickelt. Auch Auto-ML, der Bilderkennungs-Service aus der Google-Cloud, soll zu einem späteren Zeitpunkt in die App integriert werden.
t3n.de

Comdirect ermöglicht Überweisungen per Google Assistant: Die etwa zwei Millionen Privatkunden des Commerzbank-Ablegers Comdirect können Überweisungen künftig per Sprachbefehl über Google Home oder den Google Assistant tätigen. Matthias Hach ist Vertriebsvorstand der Comdirect, und betont: „Die Zugangsdaten für das Online-Banking bleiben bei Comdirect und gelangen nicht in die Hände von Google.“ Transaktionen müssen außerdem zusätzlich über die Comdirect-App freigegeben werden. Dies ist eine der Sicherheitsvorkehrungen, die den Vorgang nicht nur schnell, sondern auch sicher machen sollen. Auch die Sparkasse sowie die Volks- und Raiffeisenbanken arbeiten Berichten zufolge an Lösungen, mit denen Kunden Kontostände oder Umsätze per Sprachassistent erfragen können. Überweisungen seien bislang jedoch nicht geplant.
faz.net

Stiftung Warentest: Smart-Home-Systeme kein uneingeschränkter Einbruchsschutz: Tester der Stiftung Warentest haben vier gängige Smart-Home-Systeme mit besonderem Fokus auf das Thema Heimsicherung untersucht. Das Ergebnis fiel enttäuschend aus: Immerhin eines der Einbruchsschutz-Systeme bekam die Note „befriedigend“, die drei anderen wurden mit „ausreichend“ bewertet. Zwar sei das Montieren und die Inbetriebnahme aller vier Systeme einfach und komfortabel, jedoch kritisierten die Tester bei allen den Punkt „Alarmfunktion“. Die Steuerungszentralen seien zudem nicht gegen einen Stromausfall oder auch nur das versehentliche Ziehen des Netzsteckers gewappnet, so ein weiterer Schwachpunkt. Insgesamt raten die Tester, auch in gute Schlösser sowie in Tür- und Fenstersicherungen zu investieren.
spiegel.de

Uber testet wieder autonome Fahrzeuge: Nach einem tödlichen Unfall im Frühling hatte der US-Fahrdienst seine Tests zunächst eingestellt, nun kündigte Uber an, dass seine autonom fahrenden Autos wieder auf die Straße kommen werden. Die Testfahrten sollen im US-Bundesstaat Pennsylvania stattfinden. Ein menschlicher Fahrer wird die Autos lenken, und die Technik überwachen. Dabei sollen nach Angaben des Unternehmens Daten gesammelt, und die Karte aktualisiert werden. Zudem wolle man ein neues System testen, das den Sicherheitsfahrer überwacht, und für mehr Verkehrssicherheit sorgen soll. Im Bundesstaat Arizona wurde Uber nach dem Unfall, bei dem eine Passantin ums Leben kam, die Genehmigung für derartige Testfahrten entzogen.
golem.de

Hue Adore: Philips bringt Smart Home ins Badezimmer golem.de
KI-Assistenten: Google liegt vor Siri und Alexa vrodo.de
Thing Technologies: Branchenspezifische Lösungen ohne Programmierung homeandsmart.de
Smart Home: Immer mehr Patentklagen um vernetzte Geräte handelsblatt.com

ZAHL DER WOCHE

Die Serviceplan-Tochter Facit Digital hat 1.000 deutsche Fußball- und Eishockeyfans zwischen 16 bis 59 Jahren zum Thema „Smart Stadion“ befragt, und herausgefunden: 68 Prozent hätten Interesse daran, die beschriebene App für mehr Komfort im Stadion zu nutzen. Als wichtigste Funktionen nannten die Befragten eine Möglichkeit zur Parkplatz-Reservierung, mobiles Ticketing, sowie eine schnelle und stabile WLAN-Verbindung.
wuv.de

HINTERGRUND

Studie: Unternehmen vernachlässigen IoT-Sicherheit: Das japanische IT-Sicherheitsunternehmen Trend Micro hat weltweit über 1.150 Entscheider aus IT und IT-Sicherheit zum Thema IoT befragt, und Erschreckendes herausgefunden: Obwohl das Internet der Dinge Unternehmen allgemein anfälliger für verschiedene Cyber-Bedrohungen macht, sagten fast die Hälfte der Befragten, dass „IT-Sicherheit bei der Umsetzung von IoT-Projekten nur eine Nebenrolle spielt“. Nur 38 Prozent der Firmen, die dabei sind IoT-Lösungen umzusetzen, haben mit IT-Sicherheitsexperten daran gearbeitet, während jedes Unternehmen im vergangenen Jahr durchschnittlich drei Angriffen auf vernetzte Geräte ausgesetzt war. Die Befragten sehen den Verlust von Kundenvertrauen dabei als bedeutendste Konsequenz eines „sicherheitsrelevanten IoT-Vorfalls“, gefolgt von wirtschaftlichen Schäden und dem Verlust personenbezogener Daten.
presseportal.de

Die Nachhaltigkeit von Smart Cities: Als einer der großen Vorteile von vernetzten Städten werden immer auch Energieeffizienz und Nachhaltigkeit genannt. Da Ressourcen bedarfsgerecht eingesetzt werden, kann ein Teil davon eingespart werden. Immer mehr Studien belegen nun aber, dass es so einfach auch nicht ist: Oft wird nämlich vergessen, dass auch die eingesetzten Systeme Energie benötigen. Insgesamt sei es realistischer, dass smarte Städte energieneutral wären – der eingesparte Strom wird benötigt, um die vernetzte Infrastruktur am Laufen zu halten. Vor allem die zahlreichen benötigten Sensoren sind zudem meist billige Hardware, mit einer nicht austauschbaren Batterie. Nachhaltigkeit geht anders.
mobilegeeks.de

PROJEKT DER WOCHE

Colgate startet Verkauf seiner IoT-Zahnbürste: Ab sofort kann man die elektrische „Smart E1“-Zahnpflege von Colgate erwerben – zunächst exklusiv im Apple Store. Der Grund dafür sei, dass die Geräte eng mit iPhone und Apple Watch vernetzt sind. Die Zahnbürste kommt mit im Griff „integrierter KI-Technologie“, die laut dem Hersteller helfen soll, „Dich effektiver um Deine Mundgesundheit zu kümmern“. Mit Echtheitssensoren erkennt das Gerät 16 unterschiedliche Zonen im Mund, per Bluetooth ist es in Echtzeit mit den iOS-Geräten verbunden. „Im Laufe der Zeit entwickelt der Lernalgorithmus Empfehlungen basierend auf deinen individuellen Putzmustern und teilt sie dir über die App mit, um deine Putzleistung zu verbessern,“ erklärt Colgate das Prinzip. Putzt man fehlerhaft, schlagen App oder Smart Watch Alarm.
heise.de

ZITAT

„Viele Unternehmen sehen in IoT-Systemen die Zukunft und setzen daher neue Arten vernetzter Geräte in ihren Netzwerkumgebungen ein. Das verbessert zwar ihre Geschäftsprozesse, stellt jedoch auch ein großes Problem hinsichtlich neuer Cyber-Risiken dar, da die eingebauten Betriebssysteme normalerweise nicht ohne weiteres gepatcht werden können. Die Investitionen in IT-Sicherheitsmaßnahmen sollten sich daher an den Investitionen in den Ausbau von Systemen orientieren. Nur so kann das Risiko eines Datenverlustes verringert werden, der große Auswirkungen auf den Umsatz und das Vertrauen der Kunden haben kann.“
Udo Schneider ist Security Evangelist bei Trend Micro, und warnt davor, dass die IoT-Sicherheit in vielen Unternehmen zu kurz kommt.
presseportal.de

DISCONNECTED

Tommy Hilfigers smarte Klamotten belohnen Markentreue: Die US-Modemarke Tommy Hilfiger setzt bei ihrer smarten Jeans-Xplore-Kollektion nicht etwa auf praktische Features für die Kunden. Stattdessen registrieren die Kleidungsstücke, wie oft sie vom Käufer getragen werden. In der zugehörigen App können die entsprechenden Daten in Gutscheine getauscht werden. „Nie zuvor war eine Marke dazu in der Lage, wirklich zu erfahren, wie die Konsumenten ihr Produkt nach Verlassen des Ladens nutzen,“ sagt der CEO vom Awear Solutions, Liron Slonimsky. Das israelische StartUp steckt hinter der Technik der Kollektion. Datenschützer dürften von dem Konzept wenig begeistert sein, wie viele Kunden dem Label tatsächlich einen derart tiefen Einblick in ihr Leben gestatten möchten, bleibt abzuwarten.
t3n.de