KW 30: EU-Kommission plant kartellrechtliche Untersuchung von IoT-Technologien, Telekom lagert IoT-Dienstleistungen aus, TeamViewer kauft Ubimax

NACHRICHTEN

EU-Kommission plant kartellrechtliche Untersuchung von IoT-Technologien: Wie die EU-Kommissarin für Wettbewerb, Margrethe Vestager, in der vergangenen Woche mitgeteilt hat, plant die Europäische Kommission eine wettbewerbsrechtliche Untersuchung von IoT-Verbraucherprodukten und damit verbundenen Dienstleistungen. Hauptgegenstand der Untersuchung ist die Frage, wie vernetzte Produkte die während der Verwendung gesammelten Daten speichern und gegebenenfalls monetarisieren. Auch soll die Untersuchung zur Durchsetzung des Wettbewerbsrechts durch die Kommission führen. Aktuell hegt die EU-Kommission Bedenken, dass der sich aktuell bildende Markt bereits schwere Wettbewerbsverzerrungen aufweist.
euractiv.de, elektro.at

Telekom lagert IoT-Dienstleistungen aus: Bereits zum 1. Juli hat die Deutsche Telekom ihr IoT-Business in eine selbstständige GmbH ausgelagert, welche alle Dienstleistungen im IoT-Bereich anbieten soll. Die Telekom möchte durch diese Ausgründung zu einem aktiveren Wettbewerber auf dem IoT-Markt werden. Noch in der zweiten Jahreshälfte soll eine eigene Plattform für Angebote und Partnerkösungen, der Telekom IoT Hub, an den Start gehen.
ip-insider.de

TeamViewer kauft Ubimax: Das Göppinger Unternehmen könnte mit der Übernahme von Ubimax in den Markt für Wearable-Computing-Technologien und Augmented-Reality(AR)-Lösungen einsteigen und seine IoT- und Industrie 4.0-Angebote für Großkunden erweitern. Für mehr als 130 Millionen Euro soll das Bremer-Datenbrillen-Unternehmen Ubimax nun den Besitzer wechseln. TeamViewer erwartet durch den Ankauf eine Steigerung ihres Zielmarkts auf rund 40 Milliarden Euro bis zum Jahr 2023.
gruenderszene.de, it-production.com

BSI-Studie zu IoT-Infrastruktur in Deutschland: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) untersucht momentan in einer Studie die IoT-Infrastrukturen acht deutscher Städte.
Konkret geht es um die Informationssicherheit der vier Modellprojekt-Smart-Cities des Bundesinnenministeriums Haßfurt, Kaiserslautern, Solingen und Wolfsburg. Außerdem sollen die Städte Delbrück, Dresden, Paderborn und Ulm bald bei der Entwicklung ihrer Smart-City-Infrastrukturen vom BSI begleitet werden und auf Basis der Untersuchungen schließlich Handlungsempfehlungen für die IT-Sicherheit künftiger Smart-City-Projekte formuliert werden. Die Studie wird noch mindestens ein Jahr lang weitergeführt werden.
kommune21.de

Mobilfunk : 99,9999 % – so verändern sich mit 5G die Erwartungen der Industrie industry-of-things.de
KMUs: IoT-Dienst anbieten, ohne eigene IoT-Plattform zu entwickeln elektroniknet.de
Machine Learning: Intelligent und autonom – das neue Gesicht der visuellen Qualitätssicherung industry-of-things.de
E-Autos: Volkswagen startet Ladeservice We Charge golem.de
Gesichtserkennung: Wo bleibt der Aufschrei? heise.de

ZAHL DER WOCHE

Rund 47 Prozent der deutschen Start-Ups setzen laut einer Bitkom-Umfrage KI in ihrem Unternehmen ein.
industrie.de

HINTERGRUND

Amazon stellt smarten Einkaufswagen vor: Mit der Vorstellung des neuen Smarten Einkaufswagen von Amazon, wird der Gang zur Kasse künftig Geschichte sein. In den USA gibt es bereits seit 2018 kassenlose Go-Supermärkte von Amazon, bei denen Kameras und Sensoren erkennen, welche Waren Kunden aus den Regalen nehmen und setzen diese automatisch auf die Rechnung. Bei dem Amazon Dash Card Dash identifizieren Sensoren automatisch den Einkaufswagen. Der Einkauf wird dann wird mit der Kreditkarte abgewickelt, die man auf Amazon-Konto hinterlegt hat.
techcrunch.com, computerbild.de

Klage: Uber soll Algorithmus aufdecken: Zwei Britische Uber-Fahrer haben gegen die Plattform gegklagt, um zu erfahren, welche Daten über sie gesammelt werden und wie Uber diese verwendet. Die Fahrer hatten Sorge, dass der Algorithmus die Fahrten nicht völlig neutral unter den Fahrern verteil sondern, dass in diese Entscheidung gesammelte Informationen einfließen. Wenn Uber seinen Algorithmus offenlegen muss, könnte damit ein Beweis angestrengt werden, dass sich das Portal seinen Fahrern gegenüber wie ein Arbeitgeber verhält, also Informationen sammelt, aber auch Strafen für Vergehen oder Lob für aus Unternehmenssicht besonders gute Mitarbeiter verteilt.
Bisher ist bekannt, dass der Uber-Algorithmus nicht nur über die Verteilung der Fahrten, sondern auch über den jeweiligen Fahrpreis entscheidet. Absurde bis pietätlose Züge nahm dies in der Vergangenheit zum Beispiel nach Terroranschlägen in Metropolen an, als der Fahrpreis aufgrund der plötzlich enorm gestiegenen Nachfrage in die Höhe schnellte.
Da Uber seinen europäischen Firmensitz in Amsterdam hat, haben die Fahrer in den Niederlanden geklagt. Das Urteil, welches die Arbeitsweise des US-amerikanischen Fahrdienstes grundlegend verändern könnte, wird Ende der Woche erwartet.
iottechnews.com

PROJEKT DER WOCHE

Abwehrgerät gegen ungewollte Abhöraktionen entwickelt: Viele Geräte mit integrierter Sprachassistenz können unabsichtlich Gespräche mithören. Daher hat Forschungsteam an der TU Darmstadt hat Partnern aus den USA und Frankreich ein Gerät entwickelt, das erkennen kann, wann Sprachassistenzen ohne Zustimmung der Nutzenden aufgezeichnete Audioaufnahmen ins Internet streamen. Zahlreiche englische Wörter wurden identifiziert, die bspw. Alexa fälschlicherweise als Weckwort interpretiert hatte. Dadurch werde der Sprachassistenz aktiviert, was zu einer unerwarteten Audioübertragung führe. Um diesem entgegenzuwirken, haben die Forscher einen funktionstüchtigen Prototypen gebaut.
com-magazin.de

ZITAT

“Wenn meine Tabellenkalkulation abstürzt, verliere ich vielleicht meine Daten. Aber wenn mein Herzfrequenz-Messgerät crasht oder die Bremsen meines autonom fahrenden Autos versagen, kann ich vielleicht dabei sterben.”
Computersicherheitsexperte Bruce Schneier bei der Fachkonferenz “Cyber Security Nordic” 2019 in Helsinki.
link.de

INTERRUPTED

Rettet die Bienen: Der Anbieter von Analytics- und KI-Lösungen SAS begleitet drei Projekte zur Bekämpfung des Bienensterbens. Gesunde Bienenpopulationen sind auch für die Bestäubung von Pflanzen und damit auch für unsere Lebensmittelversorgung wichtig. Mit Machine Learning soll eine Methode zur Echtzeit-Überprüfung des Zustands von Bienenstöcken entwickelt werden, während ein Visual Analytics Projekt die Verteilung von Bienenpopulationen weltweit abbilden soll.
industry-of-things.de

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