KW 29: Google demonstriert “feindliche Umprogrammierung” von KI, Großbritannien entwickelt Kampfjet ohne Piloten, Videoüberwachung soll Situationen anstatt Gesichter erkennen

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NACHRICHTEN

Google demonstriert “feindliche Umprogrammierung” von KI: KI-Forscher von Google haben in einem Experiment nach eigenen Angaben eine “überraschende Schwachstelle neuronaler Netze” offen gelegt. Für den Versuch statteten die Forscher 100.000 Bilder ein typischen Datenbank, mit der KI-Systeme ihre Bilderkennungs-Fähigkeiten trainieren, mit sogenannten Täuschungsstickern aus. Diese enthielten alternative Arbeitsanweisungen, wie etwa weiße Quadrate oder eine Nummer zu zählen. Erwischte das System ein Bild mit diesem Sticker, führte es die entsprechende Aufgabe aus, anstatt das Bild wie vorgegeben zu analysieren. In 99 Prozent der Fälle war der Hack des Forschungsteams erfolgreich. Voraussetzung für eine derartige Attacke sei jedoch, dass „der Angreifer Parameter und Aufgabe des zu attackierenden neuronalen Netzes kennt“, ein willkürlicher Angriff gegen jede Art von KI-Netz ist nicht möglich. Theoretisch sei es aber denkbar, Sprachassistenten von Smartphones auf diese Weise umzuprogrammieren, und damit Zugriff auf die persönlichen Daten des Nutzers zu erlangen.
vrodo.de

Großbritannien entwickelt Kampfjet ohne Piloten: Tempest soll der „Kampfjet der nächsten Generation“ heißen, den die britische Luftwaffe derzeit entwickelt. Ein erster Prototyp wurde kürzlich auf der Farnborough Air Show präsentiert. Das Besondere: Tempest soll auch ohne Pilot fliegen können, und damit ähnlich wie eine Kampfdrohne funktionieren. Verteidigungsminister Gavin Williamson erklärt jedoch, dass der Jet im Normalfall weiterhin von einem menschlichen Piloten gelenkt werden solle. Zudem soll Tempest mit integrierten Laserwaffen ausgestattet sein, die zum Abschießen von Raketen, aber auch gegen feindliche Flugzeuge eingesetzt werden können. Der Tarnkappenflieger ist ein gemeinsames Projekt der Luftfahrt- und Rüstungskonzerne BAE Systems, Leonardo Company, Rolls-Royce und dem Waffenhersteller MBDA. Insgesamt will man 2,26 Milliarden Euro in das Projekt stecken, ab 2035 soll der Jet dann einsatzbereit sein.
wired.de

Videoüberwachung soll Situationen anstatt Gesichter erkennen: Im September endet das umstrittene Pilotprojekt „Gesichtserkennung“ am Berliner Südkreuz. Anschließend möchte die Bahn die Kameras für einen eigenen Test nutzen: Sie sollen „seltene oder gefährliche Abweichungen von der Normalität im Bahnhof“ erkennen. Konkret geht es dabei um vier Situationen: Wenn ein Mensch einen gesperrten Bereich betritt, wenn ein Mensch liegt anstatt zu stehen, wenn ein Gegenstand verdächtig lange allein gelassen wird, oder sich eine Menschenmasse ungewöhnlich verhält. Das Programm soll diese Abweichungen an Bahn-Mitarbeiter und die Polizei melden, um schnelle, zielgerichtete Hilfe zu gewährleisten. Der Test soll mindestens ein Jahr laufen, beteiligte Partner-Unternehmen stehen noch nicht fest.
golem.de

Googles smarter Lautsprecher legt jetzt Termine an: Der Google-Assistant-Lautsprecher kann nun endlich auch auf Zuruf Termine anlegen. Auf „Hey, Google, erstelle einen Termin“ hin fragt das System alle Details ab, anschließend taucht der Termin direkt im entsprechenden Google-Kalender auf. Das Unternehmen hat die langerwartete Funktion offenbar stillschweigend freigeschaltet, eine Ankündigung gab es nicht. Allerdings kann der smarte Speaker nach wie vor nur auf den Google-Kalender zugreifen, andere Anbieter werden nicht unterstützt. Außerdem können Nutzer des kostenpflichtigen Hi-Fi-Abos des Musik-Streamingdienstes Deezer dieses ab sofort uneingeschränkt über ihren Google-Lautsprecher nutzen. Das bedeutet, dass die Musik in verlustfreier Flac-Klangqualität in 16 Bit mit 44,1 kHz übertragen wird.
golem.de

Die ezGuard-Kamera für mehr Sicherheit im Smart Home: Als Hauptgründe für das vernetzte Zuhause nennen Nutzer vorrangig zwei Aspekte: Komfort und Sicherheit. Letzteres lässt sich mit dem ezGuard von EZVIZ eindeutig erreichen. Die WiFi-Kamera ist für den Außenbereich konzipiert, und somit vollständig staub- und wasserdicht. In wenigen Minuten lässt sich das Gerät per QR-Code mit der zugehörigen Smartphone-App verbinden, und ist dann sofort einsatzbereit. Per Smartphone kann der User jederzeit Fotos und Videos aufnehmen, sowie die Gegensprech-Funktion aktivieren. Erkennt der ezGuard verdächtige Aktivitäten, wird die Kamera automatisch aktiviert, zudem löst das Gerät einen optischen und akustischen Alarm aus. Tester loben insbesondere den großen Funktionsumfang, die hohe Bild-Auflösung selbst bei Nacht, und die unkomplizierte Installation.
basicthinking.de

Kooperation: Michelin, Sigfox und Argon bringen IoT-Tracking für Seefahrts-Container logistik-heute.de
Sigfox: Vernetzte Verpackungen dank IoT neue-verpackung.de
Großbritannien: Straßenschild erkennt Telefon am Steuer futurezone.at
David Bowie: Virtuelle Ausstellung mit Virtual und Augmented Reality geplant vrodo.de

ZAHL DER WOCHE

Rund 3.000 Euro soll das Nachrüst-Set des StartUps Kopernikus Automotive kosten, mit dem Autofahrer ihren Gebrauchtwagen eigenmächtig in ein autonomes Fahrtzeug umrüsten können.
wired.de

HINTERGRUND

Microsoft-Präsident warnt vor Gesichtserkennung: Microsoft-Präsident Brad Smith hat in einem Blog-Eintrag vor den Gefahren durch Gesichtserkennungs-Software gewarnt. „Gesichtserkennungs-Technologien werfen Fragen auf, die den Schutz grundlegender Menschenrechte berühren wie die Privatsphäre und die freie Meinungsäußerung“, so Smith. Den Kongress ruft er auf „zu einer durchdachten staatlichen Regulierung und dazu, Normen zu entwickeln für den akzeptablen Einsatz.“ Microsoft selbst setzt Gesichtserkennung zum Beispiel beim eigenen Cloud-Dienstes Azure ein. Er warnt aber vor Zuständen die an „1984“ oder „Minority Report“ erinnern.
faz.net

Sonos Beam: Alexa-Soundbar im Test: Die neue Soundbar des US-Herstellers Sonos ist mit 449 Euro vergleichsweise günstig, und zudem eine der ersten, die mit Amazons Sprachassistentin Alexa ausgestattet ist. Trotz seiner relativ kompakten Maße kann der Lautsprecher mit überraschend klarem Klang und guten Bässen aufwarten. Dank Alexa kann beispielsweise der Fernseher per Sprachbefehl angeschaltet, oder die Lautstärke angepasst werden. Allerdings wird die Funktion relativ häufig versehentlich aktiviert, was dazu führt dass der Fernseh-Ton leiser wird. Per Update soll demnächst auch Googles Assistant für den Beam verfügbar sein. Als Pluspunkt werteten die Tester zudem, dass der Lautsprecher im gegensatz zu vielen Konkurrenz-Produkten mit fast allen Musik-Streamingdiensten kompatibel ist, und als eine der ersten Soundbars Apples neuen Funkstandard AirPlay 2 unterstützt.
stern.de

PROJEKT DER WOCHE

Französisches Unternehmen präsentiert Konzept für fliegenden Zug: Akka Technologies hat mit „Link & Fly“ das Konzept für einen fliegenden Zug vorgestellt. Die Grundidee: Fluggäste fahren mit dem Zug direkt auf Rollfeld, wo er an ein riesiges Modul mit Flügeln und Triebwerken angedockt wird. Der Transport-Untersatz bleibt auf den Schienen zurück. Bereits auf der Fahrt zum Flughafen werden die Passagiere per Augen-Scan eingecheckt. Am Ziel wird der Flugzug wieder auf die Schienen gesetzt, und bringt die Reisenden direkt an einen oder mehrere Bahnhöfe. So soll der lästige Transfer zum und vom Flughafen optimiert werden. Dass das Konzept in dieser Form jemals umgesetzt wird, ist unwahrscheinlich, der CEO von Akka Technologies, Maurice Ricci, hofft aber, dass zumindest einzelne Teile davon realisiert werden können.
t3n.de, wired.de

ZITAT

„Alle Industrieunternehmen werden früher oder später erkennen, dass IoT-Plattformen von strategischer Bedeutung für ihre zukünftigen Geschäftsmodelle sind. Unternehmen, die frühzeitig auf eine IoT-Plattform setzen und damit Erfahrungen sammeln, können sich einen wichtigen Wettbewerbsvorteil sichern.“
Bitkom-Präsident Achim Berg kommentiert eine neue Studie des Digitalverbands, nach der aktuell bereits fast die Hälfte aller Industrieunternehmen eine IoT-Plattform nutzen.
crn.de

DISCONNECTED

Smarter Blumentopf geht in die Sonne: Der Entwickler Sun Tianqi hat einen sechsbeinigen Roboter der Firma Vincross so modifiziert, dass ein smarter Pflanzentopf entstanden ist. Auf der Oberseite des Roboters befindet sich ein Blumentopf, dank Sensoren und einer entsprechenden Programmierung bringt er die Pflanze in die Sonne, und dreht sich so, dass sie optimal Licht abbekommt. Wird es zu warm, wandert er zurück in den Schatten. Tianqi erklärt, „Pflanzen seien die passivsten Lebewesen der Erde, die auch am wenigsten Freiheit unter allen Kreaturen der Natur haben“. Mit Hilfe von Robotern könne man ihnen mehr Freiheit verschaffen, ähnlich wie es den Menschen mit verschiedenen Verkehrsmitteln gelungen sei. Zu kaufen gibt es den Pflanzen-Roboter jedoch nicht, für 949 US-Dollar kann man aber den HEXA-Roboter erwerben, auf dem die Entwicklung beruht.
futurezone.at