KW 28: Siemens und Alibaba schließen IoT-Partnerschaft, IoT-Sicherheit auf dem Prüfstand, BMW und Baidu kooperieren für autonomes Fahren

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NACHRICHTEN

Siemens und Alibaba schließen IoT-Partnerschaft: Im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem chinesischen Premierminister Li Keqiang haben Siemens und Alibaba in Berlin ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, das ihre Kooperation besiegelt. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen den Einsatz von IoT-Technologie in der chinesischen Wirtschaft voran treiben. Dafür soll das IoT-Betriebssystem Mindsphere von Siemens ab nächstem Jahr in der Alibaba-Cloud verfügbar sein. Diese Lösung soll laut einer gemeinsamen Pressemitteilung „zur Modernisierung und Transformation der chinesischen Industrie“ beitragen. Beide Partner freuen sich auf die Kooperation, Siemens-Chef Joe Kaeser sagte etwa: „Unsere Kunden können das Potenzial des industriellen Internets der Dinge mit Mindsphere jetzt auch auf der führenden chinesischen Cloud-Plattform erschließen.“
it.markt.ch

IoT-Sicherheit auf dem Prüfstand: Das Forward Looking Threat Research Team (FTR) von Trend Micro hat den aktuellen Stand der IoT-Security untersucht, und geht davon aus, dass insbesondere Industrial IoT in Kürze das beliebteste Ziel für Angreifer sein wird. Eine Analyse ergab, dass die Software von Industrie-Robotern „häufig veraltet ist, auf angreifbaren Betriebssystemen basiert, teilweise auf obsoleten kryptografischen Bibliotheken aufbaut und schwache Authentifizierungssysteme mit Standard- oder nicht modifizierbaren Login-Informationen nutzt“. Die Forscher zeigten, wie ein Angreifer diese Schwachstellen etwa nutzen kann, um per Remote-Zugriff nicht nur Betriebsgeheimnisse zu erlangen, oder den Roboter selbst zu beschädigen. Theoretisch sind auch das bewusste Einschleusen von Defekten in das produzierte Produkt, oder sogar das Verletzen von menschlichen Mitarbeitern möglich.
heise.de

BMW und Baidu kooperieren für autonomes Fahren: Der Tech-Konzern Baidu ist das chinesische Pendant zu Google, und prüft offenbar aktuell zusammen mit BMW die Option gemeinsamer Projekte im Bereich des autonomen Fahrens. Zudem wird der Autobauer Vorstandsmitglied in Baidus offener Technologieplattform Apollo. „Wir streben nach weltweit einheitlichen Technologiestandards, um die regionalen Unterschiede bei Umsetzungstempo und Regulatorik zu beseitigen,“ erklärt Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich. Gemeinsam mit dem US-Unternehmen Intel, dessen Tochter Mobileye, sowie diversen Zulieferern, entwickelt BMW bereits Technologien für das autonome Fahren. Mit Baidu könnte der Autobauer möglicherweise in den Bereichen Datenanalyse und Sprachsteuerung kooperieren wollen. focus.de

Velux präsentiert smartes Dachfenster mit Hitzeschutz: Der Fensterspezialist Velux und Apple kündigte diese Woche gemeinsam ein Steuersystem für Dachfenster, Jalousien und Rollläden an, das mit Apples HomeKit kompatibel ist, und per iPhone, Siri, und Co. gesteuert werden kann. Die Anlage ist die erste ihrer Art. Unter anderem kann das System per Raumluft-Sensor erkennen, wenn Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder der CO2-Gehalt über einem festgelegten Wert liegt, und öffnet dann automatisch ein Fenster. Ein integrierter Hitzeschutz bewahrt die Räume vor zu hoher Sonneneinstrahlung, zudem kann die Fenstersteuerung in HomeKit-Szenen eingebaut werden, so dass sich etwa die Jalousien zu vorgegeben Zeiten öffnen und schließen. Die Grundausstattung des „VELUX ACTIVE with NETATMO“-Sets kostet 250 Euro, passende Fenster sind Voraussetzung. Die zugehörige App ist im App Store verfügbar.
heise.de

Daimler testet selbstfahrende Autos in Peking: Seit Kurzem dürfen Autohersteller ihre autonomen Fahrzeuge auf einem Teil des öffentlichen Straßennetzes in Peking testen. Nach Berichten von chinesischen Medien umfasst die Teststrecke 33 Straßenabschnitte, und insgesamt etwa 105 Kilometer – damit ist sie die Längst der Welt. Als erster deutscher Hersteller hat nun auch Daimler eine entsprechende Genehmigung erhalten, in Kürze will das Stuttgarter Unternehmen erste Versuche starten. In einer Mitteilung hieß es, damit werde es möglich die Technologie „in einer Metropole mit einzigartigen und komplexen urbanen Verkehrssituationen“ weiterzuentwickeln. Daimler-Fahrzeuge sind hochautomatisiert, das System übernimmt Steuerung, Beschleunigung und Bremsen, überwacht die Umgebung, und reagiert entsprechend auf die Verkehrslage. Ein Sicherheitsfahrer sitzt immer zusätzlich hinter dem Steuer.
faz.net

Logistik: IoT im Warehouse-Management mm-logistik.vogel.de
Smart Speaker: Google Home Max kommt anscheinend nach Deutschland areamobile.de
Medizin: Patienten sind kritisch gegenüber KI golem.de
Sonos Lautsprecher: Audible-Hörbücher können nun über Alexa gesteuert werden pcwelt.de

ZAHL DER WOCHE

80 Prozent der Besitzer von smarten Lautsprechern sind sich sicher, dass sie heimlich vom entsprechenden Hersteller belauscht werden.
stern.de

HINTERGRUND

Fensterputz-Roboter im Test: Nach autonomen Staubsaugern sollen Fensterputz-Roboter nun eine weitere lästige Haushalts-Aufgabe übernehmen. Im Test von zwei unterschiedlichen Geräten zeigt sich jedoch: Richtig autonom sind sie nicht. Zunächst benötigen beide ständige Stromzufuhr, um sich an der Scheibe festzusaugen. Zudem muss der Benutzer ein zusätzliches Sicherheits-Seil befestigen, damit der Roboter im Fall eines Absturzes weder Menschen verletzt noch Möbel beschädigt. Das verwendete Microfaser-Tuch muss ebenfalls von Hand gewechselt und gereinigt werden, Zeitersparnis bringen die Gadgets also kaum. Und auch von der Reinigungsleistung ist der professionelle Fensterputzer Joachim Hasler nicht begeistert: „Die Geräte fühlen sich an wie ein richtig schlechter Azubi. Aber dem Azubi könnte ich das richtige Putzen wenigstens beibringen.“
faz.net

Deutsche Skepsis gegenüber Robotern: Autonome Maschinen werden immer mehr Teil unseres Alltags, doch besonders hierzulande fällt den Menschen die Akzeptanz oft schwer. Insbesondere wenn die Roboter Aufgaben übernehmen, die ein Mensch nicht erledigen kann, weckt das Unsicherheit und Ängste. Der Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, Frank Kirchner, hält dies aber für unbegründet, ein Roboter werde nie klüger als ein Mensch werden: „Das wird nicht passieren.“ Er plädiert für gute Computer-Bildung für Kinder, um Ängste abzubauen. Dennoch hat die Skepsis auch wirtschaftliche Folgen: Deutschland ist im KI-Bereich deutlich hinter die USA und China zurückgefallen. Kanzlerin Merken plant deshalb nun die Entwicklung einer „Strategie Künstliche Intelligenz“ bis Herbst diesen Jahres.
zdf.de

PROJEKT DER WOCHE

Kirche patentiert digitalen Klingelbeutel: Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) hat ihren neuen Kollektenbeutel vorgestellt, der auf den ersten Blick sehr klassisch aussieht. Jedoch wurde der Prototyp mit einem 3D-Drucker erstellt, und enthält ein Display am Griff. Per Drehrad können die Gläubigen eine Spendensumme von bis zu 25 Euro einstellen, und direkt bargeldlos begleichen. Dank kontaktlosem Bezahlen ist eine PIN-Eingabe nicht nötig. Der Vorgang ist nicht nur praktisch, sondern erspart der Kirche auch die Kosten für die Bargeldeinzahlung, die viele Banken erheben. Die EKBO hat das Gerät zum Patent angemeldet, und Antrag auf Gebrauchsmusterschutz gestellt. Zudem seien Kartenterminals am Kirchen-Ausgang sowie eine Smartphone-App geplant.
wiwo.de

ZITAT

„VR ist nicht so erfolgreich, wie wir hofften. Aber es ist dennoch eine interessante Erfahrung, wenn man mittendrin ist im Inhalt.“
Jason Kingsley vom Entwicklerstudio Rebellion (Battlezone, Arca’s Path VR) glaubt, dass sich Menschen erst an die Technologie gewöhnen müssen. Die VR-Brille werde aber auch in Zukunft zumindest eine Nische besetzen.
vrodo.de

DISCONNECTED

Wie Menschen ihre Sprachassistenten nutzen: Smarte Lautsprecher wie der Amazon Echo oder Google Home verbreiten sich rasant, doch wie nutzen die Besitzer ihre Geräte tatsächlich? „Code Computerlove“ befragte gemeinsam mit dem Umfrageunternehmen OnePoll 1.000 britische User dazu. Das wenig überraschende Ergebnis: Zwei Drittel von ihnen nutzen die Lautsprecher zum Musikhören, etwa die Hälfte lässt sich Nachrichten und Wetterlage ansagen. Der drittbeliebteste Einsatz ist jedoch verblüffend spezifisch: Jeder fünfte Nutzer fragt seinen Sprachassistenten, wie lange man ein Ei kocht. Interessant ist ebenfalls, worauf die Besitzer von Alexa und Co. besonders großen Wert legen: 21 Prozent mögen etwa die Witze der Geräte, und 10 Prozent erhoffen sich gar Hilfe beim Dating.
stern.de