KW 21: Amazon verkauft komplett vernetzte Smart Homes, Nvidia-Roboter lernt Handlungen zu beobachten, Microsoft kauft Semantic Machines

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NACHRICHTEN

Amazon verkauft komplett vernetzte Smart Homes: Die Sprachassistentin Alexa war der Anfang, dann folgten smarte Türschloss- und Sicherheitssysteme. Nun geht Amazon den konsequenten nächsten Schritt, und bietet vollständige Smart Homes an. Wie CEO Jeff Bezos bekannt gab, ist das Projekt eine Kooperation mit dem größten US-Häuserbau-Unternehmen Lennar Ventures. Erste vernetzte Modellhäuser können etwa in Atlanta, Dallas, Los Angeles, Miami, Orlando, San Francisco, Seattle und Washington DC. bereits besichtigt werden. Über Alexas Sprachsteuerung können sich darin nicht nur Entertainment und Online Shopping bedienen lassen, sondern unter anderem auch Licht, Temperatur, Jalousien und eine Sprinkleranlage geregelt werden. Zudem verfügen die Häuser über smarte Türschlässer, Klingeln, und natürlich Alexa-Geräte aus dem Hause Amazon. Das Unternehmen erklärt: „Die Musterhäuser zeigen, wie Kunden Alexa in ihrem Alltag nutzen können.“
noizz.de

Nvidia-Roboter lernt Handlungen zu beobachten: Forscher des KI-Unternehmens Nvidia suchen arbeiten an einer Methode, um das langwierige Trainieren von Robotern zu umgehen. Anstatt dass die Entwickler Handlungsmuster mühsam einprogrammieren, soll das System durch Beobachtungen lernen. Durch die Verknüpfung mehrerer neuronaler Netze soll die KI in diesem Fall etwa lernen, farbige Bauklötze zu stapeln. Laut den Forschen kann das System den Vorgang anhand einer einzigen Demonstration erlernen, und anschließend selbstständig umsetzen. Nun soll das Spektrum der erlernbaren Handlungen nach und nach erweitert werden.
vrodo.de

Microsoft kauft Semantic Machines: Das StartUp Semantic Machines ist auf konversationsfähige KI spezialisiert, und soll etwa der haueigenen Sprachassistenz Cortana helfen, sich wie ein Mensch zu unterhalten. Auch andere KI-Dienste von Microsoft sollen von der Technologie profitieren. Bei Semantic Machines arbeiten unter anderem einer der ehemaligen Chef-Entwickler von Apples Siri, Larry Gillick, und Percy Liang, der an der Entwicklung des Google Assistant beteiligt war. Das gesamte Team wurde ebenfalls übernommen. Ihre Experise soll Microsoft einen Vorsprung gegenüber Konkurrenten wie Google verschaffen, zudem plant das Unternehmen ein Forschungszentrum für konversationsfähige KI in Berkley, dem Sitz von Semantic Machines. Wie viel Microsoft sich die Übernahme des StartUps kosten lies, ist nicht bekannt.
heise.de, vrodo.de

Apples Homepod schwächelt weiterhin: Auch wenn Apple nach wie vor keine offiziellen Verkaufszahlen für den smarten Lautsprecher Homepod veröffentlichte, sind sich Analysten sicher: die Marktanteile bleiben weit hinter den Sprachassistenten von Amazon und Google zurück. Laut einer aktuellen Schätzung der Marktforscher von Strategy Analytics beanspruchen die Marktführer im ersten Quartal des Jahres etwa 70 Prozent des Weltmarktes für sich. Dahinter folgen Alibaba, und Apples Siri. Insgesamt wurden weltweit 9,2 Millionen smarte Lautsprecher ausgeliefert, 600.000 davon in Deutschland.
t3n.de

Microsoft präsentiert Controller für Menschen mit Behinderungen: Der sogenannte Xbox Adaptive Controller soll es Menschen mit temporären und dauerhaften Behinderungen erleichtern, Videospiele auf Windows 10 und Xbox One zu spielen. Das Gerät weist zwei Tasten auf, die so groß sind, dass sie nicht nur mit der Hand, sondern etwa auch dem Fuß oder dem Kopfe bedient werden können. In einer Pressemitteilung erklärt das Unternehmen: „Es ist eine große Herausforderung, einen Controller für Spieler mit eingeschränkter Mobilität zu entwickeln. Die heute existierenden Lösungen sind häufig teuer, schwer zu finden oder erfordern erhebliches technisches Geschick.“ Dieses Problem wolle man mit dem Xbox Adaptive Controller zumindest entschärfen. Der Controller soll „später in diesem Jahr“ zunächst exklusiv im Microsoft Store verfügbar sein.
spiegel.de

Industrielle Anwendungen: NetComm Wireless und Ericsson verkünden IoT-Partnerschaft wallstreet-online.de
Neuron Creative Lab Kit: Makeblock präsentiert programmierbare, elektronische IoT- und AI-Plattform finanzen.net
Smart Home: Google Assistent steuert bald auch Badewanne und Toilette googlewatchblog.de
Versicherungswesen: Wie Künstliche Intelligenz haftbar gemacht werden kann versicherungswirtschaft-heute.de

ZAHL DER WOCHE

Insgesamt 74 Prozent der Deutschen wünscht sich, dass ihr Auto zumindest in bestimmten Situationen autonom fahren könnte. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Branchenverbands Bitkom hervor.
bitkom.org

HINTERGRUND

Künstliche Intelligenz und Moral: Autonomes Fahren ist keine Utopie mehr, und erst kürzlich kam in Arizona das erste Mal eine Frau bei einem Unfall mit einem selbstfahrenden Auto ums Leben. In Anbetracht dessen ist die Frage nach Moral und Ethik im Bereich der künstlichen Intelligenz aktuell wie nie. Knapp 40.000 Menschen haben bereits an einer Befragung teilgenommen, die schon seit 2016 läuft: die Online-Umfrage „Moral Machine“ des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Darin werden den Teilnehmern dramatische Entscheidungs-Szenarien vorgestellt, die sie anhand ihrer „moralischen Intuition“ bewerten sollen. Was etwa tun, wenn ein autonomes Fahrzeug auf eine Mauer zurast, und entweder alle Insassen oder drei unbeteiligte Passaten töten wird?  Was, wenn die Passanten Kinder sind, oder sich ein Baby an Bord befindet? Und wären Passagiere überhaupt bereit in ein Auto zu steigen, das sie möglicherweise zugunsten anderer Menschen umbringt? Die moralischen uns psychologischen Fragen sind vielschichtig, und nicht zwingend eindeutig zu beantworten. Zeit-Reporter Alexandre Lacroix hat sich in einem ausführlichen Artikel mit der Thematik befasst: zeit.de

HTC bringt Förderprogramm für VR-/AR-/KI-StartUps nach Europa: Das Vive-X-Förderprogramm ist nun auch für StartUps aus Europa geöffnet, wie der Direktor des Londoner Standorts, Dave Haynes, in einem Blog-Post bekannt gab. Vive X richtet sich insbesondere an Entwickler von B2B-Anwendungen, und befindet sich nun in der vierten Förderungsphase. Ende März war bekannt geworden, dass HTC das Programm nach Europa bringen will, und ein Standort in London eröffnet wird. Nun ist eine Tour durch die Hauptstädte geplant, bei der interessierte Firmengründer die Gelegenheit haben sollen, dem Unternehmen ihre Projekte vorzustellen. Insgesamt will HTC über Vive X rund 100 Millionen US-Dollar in StartUps mit interessanten Virtual- und Augmented-Reality-Projekten investieren. Im Juni finden die Termine in Paris, Madrid, Berlin und Amsterdam statt, alle Informationen und die Links zur Anmeldung gibt es hier: vrodo.de

PROJEKT DER WOCHE

Uber stellt Lufttaxi-Prototyp vor: Der Fahrdienstservice Uber hat gemeinsam mit NASA einen Prototyp für das angekündigte, autonom fliegende, Lufttaxi entwickelt. 2023 soll der Dienst namens Uber-Air offiziell den Betrieb aufnehmen, Testläufe in Dallas und Los Angeles sind bereits für 2020 geplant. Die sogenannten VTOL-Fluggeräte (Vertical Take-Off and Landing), sollen auf hohen Gebäuden landen und abheben können, und eine Geschwindigkeit von bis zu 320 Stundenkilometer erreichen. Bis zu vier Passagiere kann ein Taxi befördern, zudem soll in der Anfangsphase immer noch ein Pilot an Bord sein. Später sollen die Lufttaxis dann vollkommen autonom unterwegs sein.
t3n.de, handelsblatt.de

ZITAT

„Künftig werden immer mehr Dienste und immer mehr Produkte auf Maschinenintelligenz setzen, weil die Verbraucher diesen Komfort ganz selbstverständlich erwarten.“
Der Geschäftsleiter des Branchenverbands Bitkom, Christian Kulick, ist sich sicher dass KI-Technologie auf dem Vormarsch ist.
industry-of-things.de

DISCONNECTED

Sprechender Spiegel bei H&M: In einer New Yorker Filiale des Modehändlers H&M sorgt derzeit ein sprachgesteuerter Spiegel für Aufsehen. Via Sprach- und Gesichtserkennung interagiert das Gerät mit dem User, und macht etwa Vorschläge für Outfits in verschiedenen Stilen. Diese kann der Konsument per QR-Code auf sein Smartphone laden, und als Shopping-Guide verwenden. Zudem können mit dem Gadget unterhaltsame Selfies inszeniert, oder das eigene Foto auf das Cover des H&M-Kundenmagazins geschnitten werden.
wuv.de