KW 17: Hannover Messe eröffnet, Alexa gewinnt „Big Brother Award“, KI: Europäische Forscher wollen konkurrenzfähig bleibn

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NACHRICHTEN

Hannover Messe eröffnet: Seit Montag läuft in Hannover die weltgrößte Leistungsschau für Industrie 4.0. Bis zum 27. April stellen über 5.000 Aussteller aus 75 Ländern die neuesten Innovationen aus Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Robotik und E-Mobilität vor. Die Chefin von Microsoft Deutschland, Sabine Bendiek, ist neben vielen weiteren Experten der Meinung, die Hannover Messe habe inzwischen gar die Cebit überholt, was ihre Bedeutsamkeit für die Branche angeht: „Sie ist zu einem globalen Schaufenster der Digitalisierung geworden.“ Bei der Eröffnung ging es jedoch vorrangig um das diesjährige Partnerland Mexiko, und Präsident Enrique Peña Nietos Apell für freien Welthandel: „Wir haben viel Vertrauen, dass es uns gelingen wird, ein Freihandelsabkommen mit Nordamerika zu schließen und dass es zum Vorteil für alle Partner wird.“
wiwo.de, tagesspiegel.de

Alexa gewinnt „Big Brother Award“: Jährlich vergibt eine Jury aus Datenschutzexperten einen Preis für die schlimmsten Verstöße gegen Datenschutz und Privatsphäre. Als erste brachte den Negativpreis die britische Menschenrechtsorganisation „Privacy International“ in Umlauf, inzwischen gibt es Ableger in 14 Ländern. Einer der größten Namen unter den diesjährigen Gewinnern der deutschen Ausgabe ist Amazon. In der Kategorie „Verbraucherschutz“ erhielt das Unternehmen die Auszeichnung für sein „neugieriges, vorlautes, neunmalkluges und geschwätziges Lauschangriff-Döschen namens Alexa,“ wie es in der Begründung des Vereins Digitalcourage e.V. heißt. Das Gerät würde nicht nur Gespräche aufzeichnen, sondern sie auch in der Cloud abspeichern, wo sie noch nach Monaten abgerufen werden können. Weitere Preisträger waren unter anderem das Betriebssystem Windows 10, und der Entwurf für das neue Hessische Verfassungsschutzgesetz. Facebook erhielt hingegen keine neue Auszeichnung, die Kritik aus 2011 sei nach wie vor aktuell.
tagesschau.de, faz.net

KI: Europäische Forscher wollen konkurrenzfähig bleiben: Europas Spitzenforscher warnen davor, dass sie beim Thema Künstliche Intelligenz den Anschluss verlieren könnten. Amerikanische Unternehmen wie Google oder Facebook stellen internationale Experten ein, und betreiben eigene Forschung, die Volksrepublik China hat sich auf die Fahne geschrieben, führende KI-Nation zu werden. In einem offenen Schreiben schlagen die europäischen Experten angesichts dieser Konkurrenz einen länderübergreifenden Verbund vor, „der eine akademische Ausbildung und eine daran anknüpfende Wissenschaftskarriere auf allerhöchstem Niveau ermöglichen soll“. Einer der Unterzeichner, Matthias Bethge, Informatiker in Tübingen, sagt dazu: „Wir sind überrascht worden davon, wie sehr ein Unternehmen wie Google seinen Forschern echte Grundlagenarbeit inklusive freier Publikation der Ergebnisse ermöglicht.“ Die Forscher empfehlen deshalb die Gründung von Spitzenlabors in den unterschiedlichen Staaten, wo Studierende einen Master- und Doktorabschluss in maschinellem Lernen absolvieren können.
faz.net

Barley fordert mehr Datenschutz im Smart Home: Verbraucherschutzministerin Katarina Barley fordert, dass Hersteller von Smart-Home-Geräten sich verpflichten, ihre Kunden künftig besser vor Datenmissbrauch zu schützen. „Ich kann die Menschen nicht davor schützen, ein Gerät zu kaufen und dann einzustellen, dass es alle persönlichen Daten nutzen darf,“ so Barley. Doch sie möchte, dass als Werkseinstellung künftig lediglich die Grundfunktion des Geräts gegeben ist. Jede Verbindung zum Internet müsse der Verbraucher dann selbst und einzeln aktivieren. Dabei solle der Hersteller jeweils genau darüber informieren, was mit den persönlichen Daten geschehe, und an wen sie weitergegeben werden.
swr.de, morgenpost.de

Azure Sphere: Microsoft setzt beim IoT auf Linux: Microsofts Azure Sphere soll als Hard- und Software-Plattform für die Entwicklung von Internet-der-Dinge-Systemen funktionieren, und sowohl im Smart-Home- als auch im Industriebereich einsetzbar sein. Als Betriebssystem entwickelte das Unternehmen eine Linux-Distribution namens Azure Sphere OS, die auch unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht werden soll. Entsprechend können User auch Cloud-Dienste der Konkurrenz mit Azure Sphere nutzen, etwa die Google Cloud. Microsofts eigene Azure-Cloud ist jedoch mit einer Sicherheitslösung ausgestattet, die IoT-Systeme vor möglichen Hacker-Angriffen schützt.
t3n.de, crn.de

TÜV für autonome Fahr-Systeme: Der TÜV Süd und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz arbeiten gemeinsam an einem „TÜV für Algorithmen“. Hauptsächlich geht es bei der Kooperation um eine Plattform, auf die Hersteller ihre Daten hochladen können. Ebenso sollen sie darüber nach einer erfolgreichen Prüfung ihre TÜV-Zertifizierung erhalten. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im autonomen Fahren werden das Kerngeschäft von TÜV Süd künftig verändern, so der Vorstandsvorsitzende Axel Stepken. Deshalb habe man im vergangenen Jahr insgesamt 17 Millionen Euro für die Förderung von Innovation ausgegeben: „Wenn wir verstehen, welche Rückschlüsse die Systeme ziehen, können wir eingreifen und das Lernen gezielt steuern.“
sueddeutsche.de

Facebook: Künstliche Intelligenz als Allheilmittel sueddeutsche.de
Neues Geschäftsfeld: Amazon arbeitet an Heimroboter golem.de
Studie: Rund die Hälfte der Deutschen befürchtet Lauschangriffe von Sprachassistenten industry-of-things.de
KI: Google und Pentagon arbeiten an Drohnen-Kriegsführung tagesschau.de
Trend: Smart Home auch im Freien nwzonline.de

ZAHL DER WOCHE

Im Auftrag des Digitalverbands Bitkom wurden 553 deutsche Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern zum Thema Industrie 4.0 befragt. Das Ergebnis: Bereits 24 Prozent der Maschinen und Anlagen in den Unternehmen sind smart.
it-daily.net

HINTERGRUND

Roboter baut IKEA-Stuhl: In Singapur ist es Forschern erstmals gelungen, einen Roboter zu entwickeln, der den Stuhl „Stefan“ des schwedischen Möbelhauses selbstständig zusammenbauen kann. Professor Pham Quang Cuong von der NTU School of Mechanical and Aerospace Engineering erklärt, dass das Unterfangen für einen Roboter wesentlich schwieriger ist, als für einen Menschen: „Die Aufgabe der Montage, die für den Menschen natürlich sein kann, muss in verschiedene Schritte aufgeteilt werden, wie z.B. das Erkennen, wo sich die verschiedenen Stuhlteile befinden, die zum Greifen der Teile erforderliche Kraft und die Sicherstellung, dass sich die Roboterarme bewegen, ohne zu kollidieren.“ Der Roboter imitiere die „menschliche Hardware“, die für die Aufgabe nötig ist, und besteht aus zwei 3D-Kameras als Augen, sowie zwei Armen mit Greifern. Einige Sekunden lang scannt das Gerät alle zugehörigen Teile, anschließend braucht das KI-System fast elf Minuten, um einen Plan für den Bau zu erstellen. Das eigentliche Zusammensetzen ist dann in exakt acht Minuten und 55 Minuten geschehen. Ein (etwas beschleunigtes) Video des Vorgangs gibt es hier zu sehen: youtube.com
faz.net, industry-of-things.de

Studie: Smart Home muss anwenderfreundlicher werden: Ein  Forscherteam des Cologne Institute for Renewable Energy (CIRE) der Technischen Hochschule Köln und des Kölner Energieversorgers RheinEnergie hat ein Projekt zum Thema Smart Home durchgeführt, und empfiehlt: Die Systeme müssen benutzerfreundlicher werden. 120 Haushalte mit zentraler Gasheizung in der Stadt Rösrath wurden 2016 mit einem handelsüblichen Smart-Home-System ausgestattet, mit dem sich Statistiken zufolge bis zu 30 Prozent der Energiekosten einsparen lassen. Um die Benutzerfreundlichkeit der Systeme zu testen, hatten die Teilnehmer lediglich die reguläre Bedienungsanleitung zur Verfügung, auch die individuellen Einstellungen sollten sie selbst vornehmen.  Projektleiter Tobias Rehm erläutert die ersten Ergebnisse der Versuchs: „In unseren monatlichen Befragungen zeigte sich sehr schnell, dass nur technisch versierte Nutzer mit einer hohen Eigenmotivation mit den Systemen gut zurechtkamen. Viele andere waren mit der Komplexität schnell überfordert.“ Nach einem halben Jahr erhielten die Nutzer zusätzliche Workshops und Anleitungen, dennoch können die hohen Spar-Ergebnisse nur von jenen vermeldet werden, die „sich intensiv mit dem System beschäftigt und viele Automatisierungen programmiert“ hatten. Die Forscher appellieren deshalb an die Hersteller: „Die Nutzer wünschen sich ein einfacher und intuitiv zu nutzendes Smart Home, das sie ohne technische Vorkenntnisse auf ihre eigenen Bedürfnisse für Energieeinsparung, Komfort und mehr einstellen können.“
enbausa.de

PROJEKT DER WOCHE

StartUp präsentiert Flugtaxi-Konzept: Das StartUp Volocopter aus der Nähe von Karlsruhe, hat diese Woche ein brandneues Konzept für die künftig mögliche Infrastruktur in Städten vorgestellt. „Unsere Ambitionen beschränken sich nicht darauf, nur das Fluggerät zu entwickeln. Wir arbeiten am ganzen Ökosystem, denn wir wollen urbane Lufttaxidienste auf der ganzen Welt etablieren,“ erklärt Geschäftsführer Florian Reuter. Das Unternehmen schlägt dafür sogenannte Hubs auf den Dächern von Hochhäusern vor; die Flugtaxis landen dort auf einer vorgelagerten Plattform, und werden dann per Förderbänder nach innen transportiert, wo die Passagiere warten. Zusätzlich zu diesen Hubs sollen „Landeplätze etwa an Straßenbahnhaltestellen oder auf den Dächern von Geschäftshäusern“ eingerichtet werden. Volocopter ist sich sicher, dass ein Flug nicht teurer sein würde als eine Taxifahrt – wohl aber wesentlich schneller.
gruender.wiwo.de

ZITAT

„Was das Produkt angeht, muss man sich von der Idee verabschieden, zwischen Produkten Künstlicher Intelligenz und Menschenwerken unterscheiden zu können.“
Die Philosophin Manuela Lenzen sieht Parallelen in der Kreativität von Menschen und KI.
deutschlandfunk.de

DISCONNECTED

42 Stunden in der virtuellen Realität: Der Kölner Virtual-Reality-Entwickler und Start-Up-Gründer Andreas Hauber verbrachte 42 Stunden am Stück in der virtuellen Welt, und stellte damit einen neuen Rekord auf. In der Gaming-Bar Meltdown Cologne spielte er fast zwei Tage lang über ein VR-Headset das Game „The Elder Scrolls V: Skyrim VR“, nur kurze Pausen waren erlaubt. Online konnten Fans den Weltrekords-Versuch über die Streamingplattform Twitch verfolgen. Der 28-Jährige wollte mit der Aktion zeigen, dass er und die beiden Co-Gründer seiner VR-Firma „N-Gon Entertainment“ noch immer an das Potential von Virtual Reality glauben. Nun landete er mit dem PR-Stunt sogar im Guiness Buch der Rekorde.
lead-digital.de

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