KW 14: Ikea: Vorreiter im AR-Bereich, Predictive Maintenance dank Big Data und KI, Die Gefahren der künstlichen Intelligenz

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NACHRICHTEN

Ikea: Vorreiter im AR-Bereich: Bereits 2012 setzte das schwedische Möbelhaus erstmals auf Augmented Reality in seinen Katalogen, und entwickelt die Lösungen seitdem kontinuierlich weiter. In einem neuen Interview sprach der Head of Digital Transformation, Michael Valdsgaard, mit dem Onlinemagazin Co.Design über Ikeas Zukunftspläne. So wolle man das Angebot via App auch Kunden verfügbar machen, die keinen Zugang zu einer Filiale hätten. Dabei spielen neben Augmented Reality und Virtual Reality auch Sprachassistenten wie Alexa eine bedeutende Rolle. „In Zukunft werden Sie entweder verbal oder visuell suchen,“ prognostiziert Valdsgaard. Dennoch gibt er auch zu, dass Menschen Augmented-Reality-Lösungen zwar „lieben“, aber momentan noch kaum verwenden, da sie „nicht daran gewöhnt“ seien: „Es wird wahrscheinlich ein paar Jahre dauern, bis es etwas wird, das täglich genutzt wird.“
invidis.de, fastcodesign.com

Predictive Maintenance dank Big Data und KI: Die sogenannte vorausschauende Wartung beschreibt ein Vorgehen, bei dem Firmen bei ihren Maschinen nicht mehr auf starre Wartungs-Zyklen setzen, sondern Geräte und Anlagen ständig per Sensoren überwachen. Daten wie etwa Temperatur, Druck oder Feuchtigkeit werden kontinuierlich erfasst, und Unregelmäßigkeiten sofort gemeldet und analysiert. Damit sollen Ausfälle langfristig minimiert oder sogar komplett verhindert werden, da kritische Bestandteile repariert oder ausgetauscht werden können, bevor er zum Schaden kommt. Insight Engines ist ein derartiges System, das auf KI-Lösungen basiert, und die gewaltigen Datenmengen nicht nur analysieren kann, sondern auch „zum entsprechenden Zeitpunkt im richtigen Kontext“ bereitstellt. Deshalb kann das System in allen Abteilungen und zu vielerlei Zwecken genutzt werden. Diese Art intelligenter Datenanalyse gewinnt in der Wirtschaft zunehmend an Bedeutung, und hat das Potential die Branche zu revolutionieren.
industrie.de

Die Gefahren der künstlichen Intelligenz: Der erste Unfall eines selbstfahrenden Autos mit tödlichen Ausgang, der sich kürzlich in Arizona ereignete, schlägt auch in Deutschland Wellen. So steht zwar ein „Masterplan künstliche Intelligenz auf nationaler Ebene“ im Koalitionsvertrag, doch Datenschützer wie der Hamburger Johannes Caspar warnen vor unregulierten Fortschritten. „Trotz der unbestreitbaren positiven Potentiale, die der Einsatz selbstlernender Systeme, etwa für die Verkehrssicherheit, mit sich bringen kann, stellt die Künstliche Intelligenz dennoch eine Risikotechnologie ersten Ranges dar,“ sagte er dem Handelsblatt. Immerhin werde die „menschliche Entscheidungsfreiheit“ durch „intransparente Maschinenlogik“ ersetzt. Er fordert deshalb eine „staatlichen Zulassung und einer Kontrolle durch unabhängige Stellen“ für die selbstlernende Steuerungssoftware. Auch der ehemalige Verfassungsrichter Udo di Fabio plädiert für eine staatliche Regulierung in Deutschland und der EU.
handelsblatt.com

Googles neuer Text-to-Speech-Algorithmus klingt fast menschlich: Das Deepmind-Team von Google hat die Betaversion ihres neuen Cloud-Dienstes Text-to-Speech vorgestellt, der geschriebene Texte möglich natürlich vortragen soll. Für Entwickler stellt das Unternehmen eine Programmierschnittstelle (API) zur Verfügung, damit sie das System für eigene Projekte nutzen können. Der Dienst funktioniert auf mobilen Endgeräten, Computern, Lautsprechern und Fernsehern, und bietet aktuell eine Auswahl von 30 verschiedenen Stimmen. Die meisten davon sprechen jedoch Englisch – mit amerikanischem oder britischem Akzent. Für deutsche Texte stehen momentan eine weibliche und eine männliche Stimme zur Verfügung. Wer eine Google-Konto und eine Mitgliedschaft  bei der Google-Cloud-Platform besitzt, kann Cloud Text-to-Speech kostenfrei testen.
golem.de

CloudRain macht den Garten smart: Das StartUp aus Düsseldorf bringt das Smart Home nach draußen: CloudRain ist eine automatisierte Bewässerungsanlage, die per Smartphone-App gesteuert wird. Ein Algorithmus nutzt die lokalen Wetterdaten, um für optimale Bewässerung im Garten zu sorgen, aber unnötigen Wasserverbrauch zu minimieren. Vernetzte Ventile steuert das System selbstständig, der Benutzer kann über die App etwa einen Bewässerungsplan erstellen, und Statistiken angezeigt bekommen. Zur Stromversorgung setzt das StartUp auf ein Solarpanel im Garten. Aktuell bemüht sich CloudRain um Finanzierung bei Kickstarter, ab Juni soll das System ausgeliefert werden können.
housecontrollers.de

Norwegen will Elektromobilität auch in den Flugverkehr bringen: Mit Steuervorteilen fördert die norwegische Regierung aktuell massiv den Kauf von Elektroautos, und ist damit ausgesprochen erfolgreich. Nun soll das Konzept auf den Flugverkehr übertragen werden. Elektroflugzeuge sind bei Airbus und Boing bereits in der Entwicklung, Norwegen könne den entsprechenden Markt bieten, so der Geschäftsführer von Avinor, Dag Falk-Petersen. Avinor ist ein staatlichen Unternehmen, das über 40 norwegische Flughäfen betreibt. Es ist bereits seit vergangenem Jahr angehalten, den Umstieg auf Elektromobilität vorzubereiten, und den Einsatz von Biokraftstoffen zu fördern. Airbus und Co. bräuchten langfristig natürlich einen größeren Markt, so Falk-Petersen, „aber einer muss ja mal anfangen“.
handelsblatt.com

Google: Jeff Dean ist neuer KI-Chef faz.net 
Steven Spielberg: „Virtual Reality ist eine Superdroge“ deutschlandfunk.de
KI im IoT: ARM integriert Nvidias Deep-Learning-Architektur in Trillium heise.de
Homee: Lego-System fürs Smart Home macerkopf.de
Smart City: Freiburg bekommt LoRaWAN-Netzwerk kommune21.de

ZAHL DER WOCHE

98 Prozent der befragten Unternehmen der aktuellen Studie „Digital Value 2018 – der Beitrag der Digitalisierung zur Wertschöpfung“ der Managementberatung Horváth & Partners geben zu Protokoll, dass digitale Lösungen ihnen helfen würden, „ihre Produktivität zu steigern und Kosten zu senken“.
industry-of-things.de

HINTERGRUND

IoT im Einzelhandel: Eine Edeka-Filiale in Hamburg setzt auf die komplette Digitalisierung: Die Mitarbeiter tragen Smart Watches, an den Kassen gibt es iPads mit denen sie gerufen werden können, falls etwa eine Preisauskunft benötigt wird. Die Kommunikation zwischen allen Mitarbeitern erfolgt digital, Durchsagen sind also nicht mehr nötig. „Die Kunden wünschen sich eine entspannte Atmosphäre im Laden und keine nervigen Durchsagen.“ erklärt Geschäftsführer Frank Ebrecht. Dank IoT könnten in Zukunft auch elektrische Geräte wie Leergutautomaten oder Gefriertruhen in das System eingebunden werden, und sich automatisch bei den Mitarbeitern melden wenn sie etwa geleert oder befüllt werden müssen. Deutlich weiter gehen da die Supermärke die Amazon derzeit in den USA testet, und die komplett ohne Kasse auskommen. In Deutschland setzt das Unternehmen hingegen auf den Lieferdienst Amazon Fresh. In jedem Fall aber macht die Digitalisierung auch vor dem Lebensmittelhandel nicht halt.
welt.de

Videointerview zur IoT-Studie 2018: Bereits zum dritten Mal führte IDC Deutschland in diesem Jahr eine großangelegte Studie zum Internet der Dinge durch. Für 2018 rechnen sie mit dem großen Durchbruch der Technologie, immerhin hätten 75 Prozent der befragten Unternehmen angegeben, mindestens ein IoT-Projekt zu planen, für das auch bereits Budget vorgesehen ist. Das erklärte der federführenden Berater der Studie, Mark Alexander Schulte, im Interview. Dennoch gäbe es aber Hürden, insbesondere die Tatsache dass IoT aus vielen verschiedenen Techniken und Technologien besteht, die „innerhalb eines Projekts beherrscht und berücksichtig werden müssen“. Das vollständige Gespräch können Sie hier sehen: it-techblog.de

PROJEKT DER WOCHE

Virtuelles Delfin-Schwimmen: Es war eigentlich eine Idee für ein kreatives Kunstprojekt: Virtuelles Schwimmen mit Delfinen – per VR-Brille. Das Ziel war laut der Gründerin des niederländischen Projekts, Marijke Sjollema, zunächst nur, Menschen „die Begegnungen mit Delphinen näherzubringen“. Dann wurde jedoch deutlich, dass sich das virtuelle Abenteuer „entspannend und sogar schmerzlindernd“ auf die Beteiligten auswirkt, und aus dem Kunstprojekt wurde eine Therapieform. Diese wird inzwischen mit wasserfesten VR-Brillen in echten Schwimmbecken durchgeführt. An mehr als 150 Standorten können Patienten damit inzwischen De­pres­sio­nen, Angststörungen, Psychosen oder Schlafstörungen lindern. Auch bei Menschen mit Autismus soll sich das virtuelle Schwimmen positiv auswirken, nach Herz-Operationen konnten schnellere Genesungszeiten festgestellt werden.
winfuture.de

ZITAT

„Wir haben jetzt die Chance, gemeinsame Schritte ins Auge zu fassen, damit wir bei der künstlichen Intelligenz weltweit mitgestalten können.“
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) setzt bei der KI-Entwicklung auf enge Zusammenarbeit mit Frankreich.
zdf.de

DISCONNECTED

KI malt „surreale“ Aktbilder: Robbie Barrat, ein Praktikant in Nvidias Deep-Learning-Abteilung, hat einen Algorithmus mit mehreren tausend klassischen Naktportraits von Wikiart trainiert, und das System anschließend eigene Bilder erstellen lassen. Die Ergebnisse hat der 18-Jährige nun bei Twitter veröffentlicht, und kommentiert dazu: „Üblicherweise zeichnet der Rechner Menschen als Fleischblob, aus dem wahllos Fortsätze und Gliedmaßen wachsen – ich finde, das ist wirklich surreal.“ Zudem würde der Computer das menschliche Gesicht immer „mit derselben seltsamen gelben Textur“ darstellen, der Entwickler ist aber selbst überfragt warum. Besonders ansehnlich sind die Aktportraits der Künstlichen Intelligenz jedenfalls nicht.
vrodo.de, derstandard.de