KW 27: Bundestagswahl als „attraktives Ziel“ für Desinformationskampagnen und Hackerangriffe, Bundeswirtschaftsministerium fördert Start-ups im KI-Bereich, Polizeibehörden schließen Dienstleister für Cyberkriminelle

NACHRICHTEN

Bundestagswahl als „attraktives Ziel“ für Desinformationskampagnen und Hackerangriffe: Besonders die Wahlbeteiligung und Stimmungslage innerhalb der Bevölkerung werden von Hackern und Fälschern durch ausgefeilte Kampagnen mit Desinformationen, Diskreditierung von Politikern und Angriffen auf IT-Infrastrukturen von Parteien und öffentlichen Institutionen beeinflusst. Auch die zunehmende Verwendung vernetzter Geräte stellt im Zusammenhang ein Risiko dar, so Professorin Claudia Eckert, Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC). Zwar sind die Systeme durch die Orientierung an der Software im Internet der Dinge schnell und flexibel, das Wissen über die Funktion der Interaktionen ist jedoch gering. Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), berichtete bereits, das Amt habe ein „rotes Telefon“ für dringende Fälle eingerichtet, um so umständliche Meldeketten umgehen zu können. Zudem hat das BSI einen IT-Sicherheitsleitfaden für Politiker erstellt, der Gefahren aufzeigt und präventive Maßnahmen erläutert.
heise.de

Bundeswirtschaftsministerium fördert Start-ups im KI-Bereich: Sowohl das Exist-Förderprogramm als auch der German-Accelerator werden bis Ende 2024 um 46,5 Millionen Euro durch das Bundeswirtschaftsministerium aufgestockt. Durch die Fördergelder sollen KI-Start-ups unterstützt werden. Science & Startups erhält hierbei als erstes Projekt 6,85 Millionen Euro. Der Verbund der Gründungsservices von Freier Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technischer Universität Berlin und Charité – Universitätsmedizin Berlin soll die gesamte Innovationskette von der Identifizierung von Gründungspotentialen in der Forschung, über die gezielte Beschleunigung der Machbarkeitsphase bis hin zu einem Accelerator-Programm am neuen KI Campus Berlin abdecken. Durch die Förderung soll nicht nur die Neugründung, sondern auch die Vernetzung von Forschungseinrichtungen mit bestehenden KI-Unternehmen und die Wirtschaft verbessert werden. Ziel ist, dass Deutschland sichtbarer wird für KI-Hotspots wie Silicon Valley, Boston oder Singapur.
industry-of-things.de

Polizeibehörden schließen Dienstleister für Cyberkriminelle: Europäische und amerikanische Polizeibehörden haben in einer koordinierten Aktion den Anbieter DoubleVPN geschlossen. Dem Dienst wird vorgeworfen, Ransomware-Erpressern und Onlinebetrügern Unterschlupf gewährt zu haben. Am Mittwoch teilte Europol in Den Haag mit, dass die Server in zahlreichen Ländern beschlagnahmt und der Dienst somit unbrauchbar gemacht wurde. Über ein sogenanntes Virtual Private Network bot DoubleVPN eine verschlüsselte Internetverbindung an, durch die der Ursprung krimineller Attacken verschleiert werden konnte. 600 Personen sollen den Dienst, der für Beträge ab 22 Euro verfügbar war, laut Europol genutzt haben.
spiegel.de

Britisches Unternehmen Oneweb startet erfolgreich 36 Satelliten: Durch den Start der Satelliten kann der Betreiber Großbritannien, Kanada, Alaska, Nordeuropa, Grönland und die arktische Region mit Satelliteninternet versorgen und steht damit kurz vor dessen kommerziellen Durchstart. Die Anzahl der Oneweb-Konstellation im Orbit erhöht sich dadurch zudem auf 254 Satelliten. Ab 2022 soll der Dienst weltweit verfügbar sein, erste Servicedemonstrationen werden jedoch bereits in den kommenden sechs Monaten vorbereitet. Durchgeführt wurde der Start von Arianespace vom russischen Weltraumbahnhof Vostochny Cosmodrom in der Amur-Region.
golem.de

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Mobile World Congress: Mobilfunkmesse in Barcelona mit schlechten Besucherzahlen wiwo.de
Ransomware-Attacke: Erpresser-Gruppe »REvil« fordert Rekordlösegeld in Höhe von 70 Millionen Dollar spiegel.de
Mobiles Netz: Telekom und Vodafone schalten 3G ab und rüsten ihre Funkmasten auf 5G um zeit.de
Verkehrsmanagement-Konzepte: IOTA-Stiftung beteiligt sich an EU-Projekt für IoT-Verkehrsmanagement cointelegraph.com
Smartcity Saarbrücken: Stadt bietet Firmen die Nutzung ihres LoRaWAN-Netzes an saarbruecker-zeitung.de

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Ihre Botschaft gut hörbar: Podcasts führen Ihren Siegeszug fort und bieten für Unternehmen, Medienhäuser und Privatpersonen eine neue Bandbreite an Möglichkeiten Menschen zu erreichen. In unserem Podcast-Studio in Berlin-Mitte können Sie Ihre eigenen Audio-Formate aufzeichnen. Gerne unterstützen wir Sie von der Konzeption bis zur Postproduktion und dem Vertrieb. Kommen wir in Kontakt: podcastproduktion.berlin

ZAHL DER WOCHE

Das Industrial Internet of Things stellt für 60 Prozent der Unternehmen eine wichtige Schlüsseltechnologie für den digitalen Transformationsprozess dar.
elektrotechnik.vogel.de

HINTERGRUND

Alte Bestandsmaschinen vernetzen: Kleinen und Mittelständischen Unternehmen soll es durch ein neues Monitoringsystem möglich sein, auch alte Bestandsmaschinen zu überwachen und vernetzen. Entwickelt wurde es vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. Hintergrund sind zahlreiche Jahrzehnte alte Maschinen, die zwar noch funktionieren, sich aber untereinander nicht vernetzen lassen. Da häufig für weitere Digitalisierungsmaßnahmen das Budget fehlt, soll das neue System weiterhelfen. Die Stromzufuhr wird durch einen berührungslosen Wechselstrom-Messwandler genutzt, um grundlegende Maschinendaten abzurufen. Diese werden in einer Cloud hinterlegt und anschließend in einer App in Form einfach verständlicher, auf Minimalfunktion reduzierter Grafiken dargestellt. Zum einen lässt sich daraus ablesen, ob die Maschine störungsfrei verläuft, zum anderen sollen Kurvenverläufe darstellen, welche Kräfte während der Arbeit der Maschine am Werkstück wirken. Nach einer Einlernphase kann durch das System zudem eine einfache Prozessüberwachung durchgeführt und beispielsweise Verschleiß festgestellt werden. Die App kann zudem anzeigen, wann bestimmte Verschleißteile ausgetauscht werden müssen. Das Retrofit-Monitoringsystem existiert bisher lediglich als Prototyp, soll aber in seiner Entwicklung weiter vorangetrieben werden.
industry-of-things.de

Forscher wollen KI transparenter gestalten: Wissenschaftler zweier Universtitäten forschen im Rahmen einer Promotionsarbeit daran, wie Künstliche Intelligenz transparenter gestaltet werden kann. Durch das Projekt mit dem Namen „(RL)3 Repräsentations-, Reinforcement- und Regel-Lernen“ soll unter anderem die Vertrauensbasis zu dieser Technik gestärkt werden. Mit dem Repräsentations-Lernen beschäftigt sich Moritz Lange von der Ruhr-Universität Bochum in seiner Dissertation. Bei den Repäsentationen handelt es sich hierbei um Informationen, auf denen das Reinforcement-Lernen basiert und durch die dieser Prozess erleichtert wird. Für die Lernfähigkeit eines Algorithmus ist dabei entscheidend, wie gut die relevanten Informationen aus den Daten ablesbar sind. Beim Reinforcement-Lernen soll die Computersoftware durch Belohnungen lernen, ob ihre Aktion zu einem besseren oder schlechteren Zustand führt. Sie kann beispielsweise eine Zahl sein und ist immer abhängig vom konkreten Fall. Die Belohnungen, die die Software erhält, werden addiert, so dass das System Aktionen so wählen soll, für die es eine möglichst große Gesamtbelohnung erhält. Das Projekt sieht die Steuerung technisch komplexer Anlagen als sein abgestrebtes Anwendungsgebiet an und hat eine Laufzeit von dreieinhalb Jahren. Dafür wird es vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft Nordrhein-Westfalen mit 500.000 Euro gefördert, beide projektbeteiligten Hochschulen erhalten jeweils 250.000
industry-of-things.de

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Safety and Security: Hacker bieten Daten von bis zu 700 Millionen Linkedin-Accounts zum Verkauf, Erneut Sicherheitslücke bei Corona-Testzentren gefunden, EU-Kommission will Einheit gegen Cyberkriminalität aufstellen safety-security-ticker.net
Smartlife: Smart City – München plant die Stadt der Zukunft, Smart Home mit Shelly – wahlweise ohne Cloud und mit alternativer Firmware, Kostenfreier Crashkurs zu KI in der Produktion smartlife-ticker.net
AI: Höhere Ressourceneffizienz durch KI erreichen; OST rekrutiert Drohnen und KI für die Bekämpfung invasiver Neophyten; Habitat 2.0: Facebook launcht interaktive 3D KI-Lernumgebung ai-ticker.net
Blockchain: Deutsche Börse setzt verstärkt auf Kryptowährungen, Betrug bei Africrypt – Bitcoin-Händler verschwinden mit Kryptowährung im Milliardenwert, Verwendung von Bitcoin wird doch nicht verpflichtend in El Salvador blockchain-ticker.net

PROJEKT DER WOCHE

Ein Labor für die intelligente Stadt in München: Das Gründerzentrum UnternehmerTUM und die Landeshauptstadt München starten gemeinsam ein einmaliges Kooperationsmodell. Dabei soll unter dem Namen Munich Urban Colab der Ausbau intelligenter und vernetzter Strukturen in Metropolen für die Isar-Metropole forciert werden. Start-ups, etablierte Unternehmen, Wisschenschaft, Kreative und Kunstschaffende sollen in einem Schmelztiegel Konzepte für die intelligente Stadt der Zukunft entwickeln. Das Besondere daran ist, dass die Stadtverwaltung als aktiver Partner eng eingebunden ist. Auch soll die Öffentlichkeit bewusst in das Modell einbezogen werden. Das Munich Urban Colab ist nach Angaben der Initiatoren „ein international einzigartiger Ort für Smart-City-Lösungen“, das es bislang in dieser Form noch nicht gebe.
faz.net

ZITAT

„Die Anzahl der Angriffe ist in der Coronapandemie weiter gestiegen, weil Unternehmen im Homeoffice noch verwundbarer sind.“
Matthias Wachter, Leiter der Abteilung Sicherheit beim BDI, sieht im Rahmen der Corona-Pandemie besonders Unternehmen als leichtes Ziel für Cyberangriffe.
spiegel.de

INTERRUPTED

Code des World Wide Web für 4,5 Millionen Euro bei einer Auktion versteigert: Tim Berners-Lee hatte 1989 die Idee für ein weltumspannendes System zum Informationsaustausch. Daraus entstand schließlich das World Wide Web. Nun wurden die Besitzerzertifikate der Datei mit dem Quellcode zum ersten Webbrowser in Form eines NFTs für 4,5 Millionen Euro versteigert.
spiegel.de

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